Die Sicherheitslage in Somalia bleibt angespannt. In enger Abstimmung mit der Bundesregierung Somalias haben die Vereinigten Staaten in den vergangenen Tagen mehrere Luftangriffe gegen bewaffnete Gruppen durchgeführt. Parallel dazu meldet die somalische Armee gezielte Bodenoperationen gegen Al-Shabaab. Die Einsätze konzentrieren sich auf verschiedene Regionen des Landes und richten sich sowohl gegen den somalischen Ableger des sogenannten „Islamischen Staates“ als auch gegen Al-Shabaab.
Mehrere US-Luftangriffe in Nord- und Zentralsomalia
Nach Angaben von United States Africa Command führten US-Streitkräfte am 8. und 9. Januar 2026 mehrere Luftangriffe in Somalia durch. Ziel waren bewaffnete Kämpfer von ISIS-Somalia sowie von Al-Shabaab. Die Angriffe erfolgten jeweils in Koordination mit der somalischen Bundesregierung und den somalischen Sicherheitskräften.
Ein Luftschlag gegen ISIS-Somalia traf Stellungen der Gruppe im Gebiet der Golis-Berge, rund 30 Kilometer südöstlich der Hafenstadt Bossaso im Norden des Landes. Weitere Angriffe richteten sich gegen Al-Shabaab in den Regionen Saakow im Bezirk Middle Juba sowie nahe Buur Heybo, etwa 150 Kilometer nordwestlich von Mogadischu. Angaben zu eingesetzten Einheiten oder militärischen Mitteln wurden aus Gründen der Operationssicherheit nicht veröffentlicht.

AFRICOM erklärte, Ziel der Einsätze sei es, die Fähigkeit der bewaffneten Gruppen zu schwächen, Anschläge in Somalia zu verüben und internationale Interessen zu bedrohen. Die militärische Zusammenarbeit mit den somalischen Streitkräften solle fortgesetzt werden.
Rolle der somalischen Streitkräfte bei der Terrorismusbekämpfung
Parallel zu den Luftangriffen melden die somalischen Sicherheitskräfte eigene Erfolge. Die Somali National Army gab bekannt, in mehreren Regionen gezielte Operationen gegen Al-Shabaab durchgeführt zu haben. In Baardheere im Gedo-Gebiet wurde demnach ein Mitglied der Gruppe festgenommen, dem vorgeworfen wird, für wirtschaftliche Störungen und sicherheitsrelevante Vorfälle verantwortlich gewesen zu sein.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt ein Einsatz der Danab-Spezialkräfte der somalischen Armee in der Bay-Region. In der Gegend Buur Eyle im Distrikt Buur Hakaba sollen 22 Kämpfer von Al-Shabaab getötet worden sein. Nach militärischen Angaben richtete sich die Operation gegen eine Gruppe, die Anschläge mit Selbstmordattentätern und Fahrzeugbomben vorbereitet haben soll. Sprengstoffmaterial und Fahrzeuge seien zerstört worden.
Zerstörung einer zentralen Sprengstoffanlage
Ein weiterer Schwerpunkt lag im Bezirk Saakow in der Region Middle Juba. Dort meldete die somalische Armee die Zerstörung einer Anlage zur Herstellung von Sprengstoffen, die als größte Produktionsstätte von Al-Shabaab in diesem Gebiet beschrieben wurde. Bei dem Einsatz sollen 18 Mitglieder der Gruppe getötet worden sein, darunter Spezialisten für den Bau von Sprengsätzen.
Die somalischen Behörden betonen, dass diese Einsätze Teil einer langfristigen Strategie seien, um die militärischen und logistischen Strukturen von Al-Shabaab zu schwächen. Die enge Zusammenarbeit mit internationalen Partnern, insbesondere mit den Vereinigten Staaten, gilt dabei als zentraler Bestandteil der Sicherheitsarchitektur des Landes.
Sicherheitslage und regionale Bedeutung

Somalia steht seit Jahren im Fokus internationaler Sicherheitsbemühungen. Al-Shabaab kontrolliert weiterhin Teile des Landes und verübt regelmäßig Anschläge gegen staatliche Einrichtungen, Sicherheitskräfte und Zivilisten. Auch der IS-Ableger im Norden Somalias spielt trotz geringerer Größe eine Rolle, insbesondere in schwer zugänglichen Gebirgsregionen.
Die jüngsten Einsätze verdeutlichen die anhaltende Bedeutung externer militärischer Unterstützung für die somalische Regierung. Zugleich zeigen sie, dass die somalischen Streitkräfte ihre eigenen Fähigkeiten weiter ausbauen, insbesondere durch spezialisierte Einheiten wie Danab.
Die US-Luftangriffe und die Operationen der somalischen Armee fügen sich in ein Muster kontinuierlicher militärischer Maßnahmen ein, die darauf abzielen, bewaffnete Gruppen territorial und organisatorisch zurückzudrängen. Über zivile Opfer oder Schäden an ziviler Infrastruktur wurden keine Angaben gemacht.
Internationale Kooperation ohne Detailoffenlegung

Sowohl AFRICOM als auch die somalischen Behörden betonen, dass aus Sicherheitsgründen keine weiteren Einzelheiten zu eingesetzten Mitteln oder beteiligten Einheiten veröffentlicht werden. Die Kommunikation konzentriert sich auf Ort, Zeitpunkt und Zielrichtung der Einsätze.
Wie die somalische Regierung erklärt, sollen die laufenden Operationen fortgesetzt werden, um die Sicherheit der Bevölkerung zu verbessern und die Handlungsfähigkeit bewaffneter Gruppen weiter einzuschränken.