Ugandas Armeechef will für Israel kämpfen

Ugandas Armeechef Muhoozi Kainerugaba hat angekündigt, sein Land werde Israel militärisch unterstützen, falls der Staat „zerstört“ werden solle. Am Donnerstag, 26. März 2026, veröffentlichte er dazu mehrere Botschaften auf X und bot nach eigenen Angaben sogar Hilfe für Israel und die USA an. Damit verschärft der Chef der ugandischen Streitkräfte den Ton in einem ohnehin aufgeheizten Nahostkonflikt. Zugleich wächst der Druck auf Kampala, die Grenze zwischen persönlicher Machtpolitik und offizieller Außenpolitik klarer zu ziehen.

Kainerugaba schrieb, Uganda wolle zwar ein schnelles Ende des Krieges im Nahen Osten. Jede Rede davon, Israel zu vernichten oder zu besiegen, werde Uganda aber auf die Seite Israels bringen. In einem später gelöschten Beitrag kündigte er sogar an, die Uganda People’s Defence Force werde in die Kämpfe eingreifen, falls der Krieg nicht rasch ende.

Muhoozis Worte wiegen in Uganda schwer

Die Aussagen wären in vielen Staaten eine persönliche Wortmeldung eines Generals. In Uganda haben sie ein anderes Gewicht. Muhoozi Kainerugaba ist nicht nur Chef der Streitkräfte, sondern auch Sohn von Präsident Yoweri Museveni und seit Jahren eine der einflussreichsten Figuren im Sicherheitsapparat des Landes.

Seine Nähe zum Machtzentrum macht öffentliche Äußerungen dieser Art politisch brisant. Wenn Muhoozi außen- und sicherheitspolitische Botschaften sendet, werden sie in Kampala, aber auch im Ausland, nicht als bloße Privatmeinung gelesen.

Enge Beziehungen zu Israel werden offen herausgestellt

Muhoozi begründete seine Solidarität mit Israel ausdrücklich mit historischer Dankbarkeit. Israel habe Uganda in den 1980er- und 1990er-Jahren unterstützt, als das Land nach Musevenis Machtübernahme militärisch und wirtschaftlich schwach gewesen sei. „Israel stand an unserer Seite, als wir nichts waren“, schrieb er sinngemäß.

Diese Linie zieht sich seit Monaten durch seine öffentlichen Auftritte. Im März empfing Muhoozi den neuen israelischen Botschafter Gideon Behar im Hauptquartier des Special Forces Command in Entebbe. Dabei sprach er von „absolut zuverlässigen“ Beziehungen und von einer Zusammenarbeit, die Militär, Diplomatie, Landwirtschaft und Technologietransfer umfasse. Schon im Februar hatte er angekündigt, in Entebbe eine Statue für Yonatan Netanyahu errichten zu lassen, den Bruder des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu, der 1976 bei der Befreiungsaktion in Entebbe getötet worden war.

Damit macht Muhoozi eine Partnerschaft sichtbar, die Uganda und Israel seit Jahrzehnten verbindet, die aber oft eher diskret behandelt wurde. Sicherheitskooperation, Ausbildung und geheimdienstnahe Zusammenarbeit gehören seit Langem zu den stabilen Elementen dieser Beziehung.

Regierung bleibt offiziell bei der Forderung nach Waffenruhe

Kampalas offizielle Linie klingt deutlich zurückhaltender. Außenminister Henry Okello Oryem bekräftigte, Uganda setze weiterhin auf einen sofortigen Waffenstillstand und eine diplomatische Lösung des Konflikts. Eine öffentliche Stellungnahme des Präsidenten zu Muhoozis Vorstoß lag zunächst nicht vor.

Gerade darin liegt die politische Spannung. Während die Regierung nach außen auf Deeskalation setzt, spricht der mächtigste Militär des Landes offen von möglicher Kriegsbeteiligung auf Seiten Israels. Für Beobachter stellt sich damit die Frage, wie groß der außenpolitische Spielraum des Außenministeriums noch ist, wenn sicherheitspolitische Signale aus dem innersten Machtzirkel des Präsidenten kommen.

Uganda rückt unter Afrikas pro-israelischen Stimmen weiter nach vorn

Muhoozis Beiträge fallen auch deshalb auf, weil viele afrikanische Staaten ihre Positionen im Nahostkrieg vorsichtiger formulieren. Kampala gehört zwar seit Jahren zu den Ländern mit guten Beziehungen zu Israel. So offen und kämpferisch hat sich in Afrika zuletzt aber kaum ein ranghoher Militär auf Israels Seite gestellt.

Seine Wortmeldungen fügen sich in ein Muster ein. Muhoozi nutzt soziale Medien immer wieder, um außenpolitische Botschaften mit persönlichem Machtanspruch zu verbinden. Im Fall Israels und des Iran geht es nun jedoch nicht nur um Provokation oder politische Inszenierung. Es geht um die Frage, ob ein Armeechef öffentlich Kriegsbereitschaft signalisieren kann, während die eigene Regierung offiziell auf Diplomatie setzt.

Für Uganda ist das auch innenpolitisch heikel. Das Land präsentiert sich nach außen gern als Stabilitätsanker in Ostafrika und als verlässlicher Sicherheitspartner des Westens. Je lauter Muhoozi im Namen historischer Loyalität und strategischer Nähe zu Israel spricht, desto schwieriger wird es für Kampala, diese Botschaften als bloße Einzelmeinung erscheinen zu lassen.

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