Somaliland bietet USA exklusive Rohstoffrechte und Militärbasen an

Das international nicht anerkannte Somaliland hat den Vereinigten Staaten exklusive Zugänge zu strategischen Mineralien und die Einrichtung von Militärbasen in Aussicht gestellt. Am Samstag erklärte Präsidialminister Khadar Hussein Abdi in Hargeisa gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, seine Regierung sei bereit, Washington entsprechende Angebote zu unterbreiten, um eine diplomatische Anerkennung durch die USA zu erreichen.

Die Führung der seit 1991 von Somalia abgespaltenen Republik sucht nach weiteren internationalen Partnern, nachdem Israel das Gebiet Ende 2025 als ersten Staat offiziell anerkannt hatte. Die somalische Bundesregierung in Mogadischu beansprucht das Territorium weiterhin für sich.

Angebot an Washington

„Wir sind bereit, den Vereinigten Staaten exklusive [Bergbau-]Rechte einzuräumen. Wir sind ebenfalls offen dafür, Militärbasen für die Vereinigten Staaten anzubieten“, sagte Khadar Hussein Abdi laut AFP. Er äußerte sich in seinem Büro im Präsidentenpalast in Hargeisa.

Nach Angaben des Ministeriums für Energie und Mineralien in Hargeisa verfügt Somaliland über Vorkommen von Lithium, Tantal, Niob, und Coltan. Diese Rohstoffe gelten als strategisch relevant für die Herstellung von Batterien und elektronischen Komponenten. Konkrete Mengenangaben liegen dem Ministerium zufolge bislang nicht vor, da weiterführende Studien noch ausstehen.

Präsident Abdirahman Mohamed Abdullahi, genannt „Irro“, hatte in den vergangenen Wochen bereits die Möglichkeit eines privilegierten Zugangs zu Mineralressourcen für Israel öffentlich angesprochen. „Wir glauben, dass wir uns mit den Vereinigten Staaten auf etwas einigen werden“, sagte Khadar Hussein Abdi weiter.

Strategische Lage am Bab al-Mandab

Somaliland liegt am Eingang der Meerenge Bab al-Mandab zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden. Die Route zählt zu den zentralen Handelswegen zwischen dem Indischen Ozean und dem Suezkanal. Die Vereinigten Staaten unterhalten bereits einen Marinestützpunkt im benachbarten Dschibuti.

Eine zusätzliche Militärpräsenz auf der somaliländischen Seite der Meerenge würde die sicherheitspolitische Bedeutung des Gebiets erhöhen. Details zu möglichen Standorten oder vertraglichen Rahmenbedingungen nannte der Minister nicht.

Annäherung an Israel

Israel hatte Somaliland Ende 2025 als „unabhängigen und souveränen Staat“ anerkannt. Die Entscheidung löste Proteste der somalischen Bundesregierung aus. Auf die Frage nach einer möglichen israelischen Militärbasis erklärte Khadar Hussein Abdi, man schließe im Rahmen eines geplanten strategischen Partnerschaftsabkommens „nichts aus“.

Im Zusammenhang mit der israelischen Anerkennung äußerten die Huthi-Miliz im Jemen sowie die somalische Al-Shabaab-Miliz Drohungen gegen Somaliland. Beide Gruppen sind in der Region aktiv.

Die Vereinigten Staaten haben sich bislang nicht offiziell zu dem Angebot aus Hargeisa geäußert.

Verwandte Beiträge
Total
0
Share