Ein mutmaßlicher Fall digitaler sexueller Ausbeutung sorgt in Ghana für landesweite Empörung und diplomatische Spannungen. Am 18. Februar 2026 teilte Kommunikationsminister Sam Nartey George mit, dass die Kriminalpolizei Schritte zur Beantragung eines internationalen Haftbefehls über INTERPOL eingeleitet hat.
Im Zentrum steht der Vorwurf, ein ausländischer Staatsbürger habe intime Begegnungen mit ghanaischen Frauen ohne deren Zustimmung aufgezeichnet und das Material anschließend online verbreitet.
Ermittlungen wegen nicht einvernehmlicher Veröffentlichung

Im Zentrum der Ermittlungen steht der 36-jährige Vladislav Aleksandrovich Liulkov. Ihm wird vorgeworfen, Frauen zu privaten Begegnungen bewegt, die Treffen heimlich aufgezeichnet und das Material anschließend im Internet veröffentlicht oder monetarisiert zu haben. Teile der Aufnahmen tauchten laut Behörden auf Plattformen hinter Bezahlschranken sowie in Messenger-Diensten auf.
Nach Angaben der Regierung gingen formelle Beschwerden mehrerer betroffener Frauen ein, nachdem Videos in sozialen Medien viral verbreitet worden waren. Die Ermittlungen werden als schwerwiegender Verstoß gegen das ghanaische Straf- und Cyberrecht geführt.
„Es ist ein Verbrechen, eine Person ohne ihre Zustimmung aufzunehmen und das Material im Internet zu veröffentlichen“, erklärte Sam Nartey George. Selbst das bloße Speichern solcher Aufnahmen könne strafbar sein, wenn die Betroffene Anzeige erstatte.
Die Behörden prüfen nach Angaben des Ministers auch eine Strafverfolgung in Abwesenheit, falls der Verdächtige nicht nach Ghana zurückkehren sollte.
Diplomatische Kontakte mit Russland
Das ghanaische Außenministerium bestellte den russischen Botschafter Sergei Berdnikov ein, um den Fall zu erörtern und Kooperation zu erbitten. Nach Darstellung der ghanaischen Seite äußerte der Botschafter Zweifel an der in sozialen Medien verbreiteten Identität des mutmaßlichen Täters, sagte jedoch Unterstützung bei den Ermittlungen zu.
Russian Ambassador summoned on my instructions as Government of Ghana protests unlawful conduct of supposed Russian.
— Sam Okudzeto Ablakwa (@S_OkudzetoAblak) February 17, 2026
We shall firmly pursue justice in this matter. pic.twitter.com/II5A5188Rp

Die russische Botschaft in Accra erklärte, man habe Berichte über einen angeblich russischen Staatsbürger zur Kenntnis genommen, bestätigte jedoch keine Einzelheiten zu den Vorwürfen.
Nach Angaben des Kommunikationsministeriums hätten Passüberprüfungen ergeben, dass es sich um einen russischen Staatsangehörigen handele. Die Ermittlungen erfolgen in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern.
Warnung vor Weiterverbreitung der Inhalte
Die Regierung warnte ausdrücklich davor, die Videos weiterzuverbreiten. Das Herunterladen, Teilen oder Monetarisieren des Materials stelle ebenfalls eine Straftat dar.
Das Ministerium verwies auf den Cybersecurity Act von 2020, der die nicht autorisierte Veröffentlichung intimer Aufnahmen unter Strafe stellt. Die Ermittlungen richteten sich nicht nur gegen den mutmaßlichen Urheber, sondern auch gegen Personen, die die Inhalte verbreiten.
Unterstützung für Betroffene
Das Ministerium für Gender, Kinder und sozialen Schutz unter Leitung von Agnes Naa Momo Lartey verurteilte die mutmaßlichen Handlungen als Verletzung der Würde der Betroffenen. Die Ministerin rief die Öffentlichkeit dazu auf, keine sensiblen Inhalte weiterzuleiten.
„Ich bitte uns alle, die Bilder und Videos nicht weiterzuverbreiten. Menschen können dadurch ihr Leben verlieren, ihre gesamte Zukunft kann zerstört werden“, sagte sie am Rande eines internationalen Treffens in Addis Abeba.
Nach Angaben des Ministeriums wurde eine Anlaufstelle eingerichtet, um psychologische Unterstützung für die betroffenen Frauen bereitzustellen.
Der Fall hat in Ghana eine breite Debatte über digitale Sicherheit, Einwilligung und den Umgang mit sensiblen Inhalten im Internet ausgelöst. Die Behörden kündigten an, die Ermittlungen auf nationaler und internationaler Ebene fortzuführen.