Sicherheitsrat tagte 2025 seltener und hinter verschlossenen Türen

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat 2025 weniger formelle Sitzungen abgehalten und zugleich neue Schwerpunkte bei informellen Formaten gesetzt. Am 23. Februar 2026 veröffentlichte das UN-Department of Political and Peacebuilding Affairs (DPPA) die Ausgabe 2025 der Highlights of Security Council Practice mit einer datenbasierten Bilanz der Ratsarbeit.

Weniger Sitzungen, weniger Hochrangige, mehr informelle Dialoge

Der Sicherheitsrat kam 2025 in 255 formellen Sitzungen zusammen und hielt 115 informelle Konsultationen ab. Das entsprach einem Rückgang der Sitzungen um 16 Prozent im Vergleich zu 2024.

Die Zahl hochrangiger Sitzungen sank auf 14, nachdem es 2024 noch 23 gewesen waren. Parallel dazu veränderte sich die Nutzung informeller Formate: Arria-Formula-Treffen gingen auf 13 zurück, den niedrigsten Stand seit 2016. Informelle interaktive Dialoge nahmen dagegen zu und stiegen von zwei im Jahr 2024 auf acht im Jahr 2025.

Beschlusslage: 44 Resolutionen, sinkende Einmütigkeit

Der Sicherheitsrat verabschiedete 2025 insgesamt 44 Resolutionen und acht Präsidialerklärungen. 2024 waren es 46 Resolutionen und sieben Präsidialerklärungen gewesen.

Der Anteil einstimmig angenommener Resolutionen fiel auf 61 Prozent, nach 65 Prozent im Vorjahr. Nicht angenommene Resolutionsentwürfe betrafen laut Bericht unter anderem Gaza, die Ukraine und das iranische Nuklearprogramm. Nicht einstimmige Beschlüsse gab es auf mehreren Dossiers, darunter bei Sanktionsverlängerungen und Mandaten von Friedensmissionen.

Weniger Briefings, weniger zivilgesellschaftliche Stimmen

Die Zahl der eingeladenen Briefenden nach Regel 39 sank auf 376, nach 464 im Jahr 2024. Der Bericht verzeichnet zugleich einen deutlichen Rückgang bei Teilnehmenden aus „anderen Einheiten“, wozu auch zivilgesellschaftliche Akteure zählen.

Der Frauenanteil unter den Regel-39-Teilnehmenden lag 2025 bei 43 Prozent und damit unter dem Wert von 2024, der mit 49 Prozent angegeben wird.

Themenfokus bleibt auf Nahost und Afrika

Bei länder- und regionsbezogenen Sitzungen entfielen knapp drei Viertel auf den Nahen Osten und Afrika. Thematische Tagesordnungspunkte machten 32 Prozent der Sitzungen aus, mit einem anhaltenden Schwerpunkt auf den Rubriken „Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit“ sowie „Bedrohungen des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit“. Diese beiden Themenpunkte wurden laut Bericht zunehmend genutzt, um auch länder- und regionsbezogene Konflikte zu erörtern.

Arbeit der Nebenorgane und zwei Auslandsmissionen

Auf Ebene der Nebenorgane ging die Zahl der Sitzungen deutlich zurück. Die Treffen von Ausschüssen und Arbeitsgruppen sanken von 135 im Jahr 2024 auf 76 im Jahr 2025. Als Hauptgrund nennt der Bericht die späte Einigung auf die Vorsitzenden der Nebenorgane am 29. Mai 2025.

Der Sicherheitsrat unternahm 2025 zwei Missionen. Eine Delegation reiste zum Hauptquartier der Afrikanischen Union nach Addis Abeba. Eine weitere Mission führte nach Syrien und Libanon.

Die Leiterin der Sicherheitsratsabteilung im DPPA, Claudia Banz, bezeichnet die Veröffentlichung als Instrument, das Mitgliedstaaten und Analytikern verlässliche Orientierung geben soll: „so viel Information wie möglich in zeitnaher, effizienter und nutzerfreundlicher Form“.

Verwandte Beiträge
Total
0
Share