Senegals Justizministerin nennt 26 Inhaftierte wegen Homosexualität

Im Senegal sind derzeit 26 Personen wegen des Straftatbestands „Handlungen gegen die Natur“ in Haft. Am 16. Februar 2026 erklärte Justizministerin Yassine Fall vor der Nationalversammlung, 19 der Betroffenen befänden sich im Gefängnis Rebeuss in Dakar, sieben weitere in der Haftanstalt Cap Manuel.

Verhaftete sollen HIV übertragen haben

Die Ministerin betonte, dass unter den Inhaftierten auch Personen mit chronischen Erkrankungen seien. Der leitende Arzt der Gefängnisverwaltung überwache persönlich die medizinische Betreuung von Häftlingen mit HIV/AIDS, um die Einhaltung der geltenden Gesundheitsstandards in den Haftanstalten zu gewährleisten.

Am selben Tag wurden in Diourbel fünf weitere Männer der Staatsanwaltschaft vorgeführt. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden seien sie zwischen Touba und Mbacké festgenommen worden. Zwei der fünf Männer hätten bei durchgeführten Tests ein positives HIV-Ergebnis erhalten. Die Betroffenen sollten dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.

Religiöse Organisationen erhöhen Druck

Parallel zu den juristischen Verfahren verstärkten religiöse und gesellschaftliche Gruppen ihre Forderungen nach einer Verschärfung des Strafrechts. Die Bewegung „And Samm Jikko Yi“ kündigte eine Petition zur Kriminalisierung der Homosexualität an und setzte der Regierung eine Frist bis zum 8. April.

Auch die religiöse Organisation Jama’atou Ibadou Rahmane rief in einer Stellungnahme zu einem entschlossenen Vorgehen der Behörden auf. Sie verwies auf die geltende Rechtslage, wonach gleichgeschlechtliche Handlungen zwischen einwilligenden Erwachsenen im Senegal strafbar sind und mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden können.

Die Organisation formulierte mehrere Forderungen, darunter eine strengere Anwendung bestehender Gesetze sowie zusätzliche gesetzgeberische Maßnahmen.

Debatte im politischen Kontext

Die aktuelle Diskussion knüpft an frühere politische Zusagen zur Verschärfung des Strafrechts an. Vertreter von „And Samm Jikko Yi“ erklärten, sie hätten seit 2024 mehrfach Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern geführt und auf eine Gesetzesänderung gedrängt.

Die Regierung äußerte sich bislang nicht zu möglichen legislativen Initiativen. Die Justizministerin beschränkte sich in ihrer Stellungnahme auf Angaben zur Haft- und Gesundheitslage der Betroffenen.

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