Präsidenten Tinubu und Erdogan vertiefen Partnerschaft zwischen Nigeria und der Türkei

Der nigerianische Präsident Bola Ahmed Tinubu ist zu einem mehrtägigen Staatsbesuch in die Türkei gereist, um die bilateralen Beziehungen zwischen beiden Ländern auszubauen. Ziel der Gespräche ist eine Vertiefung der Zusammenarbeit in zentralen Bereichen wie Sicherheit, Verteidigung, Handel, Investitionen, Energie, Bildung, Innovation und Luftfahrt.

Politischer Rahmen und Agenda des Besuchs

Der Besuch folgt auf den offiziellen Aufenthalt des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in Nigeria im Oktober 2021, der die diplomatischen Beziehungen zwischen Abuja und Ankara spürbar intensivierte. In Ankara sind politische und diplomatische Konsultationen vorgesehen, die sich auf gemeinsame Interessen in den Bereichen Finanzen, Kommunikation, Handel und Investitionen konzentrieren. Begleitend sind mehrere bilaterale Treffen auf Ministerebene geplant.

Ein Schwerpunkt des Programms ist die Unterzeichnung mehrerer Absichtserklärungen. Diese betreffen unter anderem wissenschaftliche Forschung, Energie, technische Zusammenarbeit, Medien und Kommunikation, militärische Kooperation sowie Protokollfragen. Parallel dazu findet ein Wirtschaftsforum statt, das nigerianische und türkische Unternehmen zusammenführt, um konkrete Investitions- und Kooperationsmöglichkeiten auszuloten.

Nigeria setzt auf Verteidigungskooperation mit der Türkei

Bei einem gemeinsamen Auftritt mit Präsident Tinubu bekräftigte Präsident Erdoğan die Unterstützung der Türkei im Kampf Nigerias gegen den Terrorismus. Er verwies auf die Bereitschaft Ankaras, Erfahrungen in den Bereichen militärische Ausbildung und nachrichtendienstliche Zusammenarbeit zu teilen. Terroristische Gruppen, insbesondere in der Sahelzone, stellten nach türkischer Einschätzung eine anhaltende Bedrohung für die Stabilität des afrikanischen Kontinents dar.

Im Rahmen des Besuchs führten nigerianische Regierungsvertreter Gespräche mit führenden Unternehmen der türkischen Verteidigungsindustrie. Dabei ging es um eine mögliche Ausweitung der Zusammenarbeit zum Schutz kritischer Infrastrukturen sowie um die Stärkung der operativen Fähigkeiten Nigerias im Sicherheitssektor.

Wirtschaft, Energie und Handel

Ökonomisch bekräftigten beide Seiten das Ziel, das bilaterale Handelsvolumen mittelfristig auf fünf Milliarden US-Dollar zu steigern. Diskutiert wurden konkrete Schritte zur Intensivierung des Handels und zur Förderung gegenseitiger Investitionen. Die Einrichtung eines Gemeinsamen Wirtschafts- und Handelsausschusses soll diesen Prozess institutionell begleiten.

Im Energiesektor betonte die türkische Seite ihre Offenheit für Kooperationen zwischen der staatlichen Turkish Petroleum Corporation, dem Energieunternehmen BOTAS und nigerianischen Partnern. Nigeria wird dabei als zentraler Akteur für die Neustrukturierung der afrikanischen Energiewirtschaft gesehen, insbesondere mit Blick auf Öl- und Gasförderung sowie nachgelagerte Industrien.

Kurzer Stolper sorgt für Aufsehen

Während der offiziellen Begrüßungszeremonie in Ankara kam es zu einem kurzen Stolpern des nigerianischen Präsidenten, das international Aufmerksamkeit erregte. Vertreter der nigerianischen Regierung stellten klar, dass es sich um einen kurzen Moment ohne gesundheitliche Relevanz handelte und das offizielle Programm ohne Unterbrechung fortgesetzt wurde. Die bilateralen Gespräche mit Präsident Erdoğan sowie weitere Treffen fanden wie geplant statt.

Zur nigerianischen Delegation zählen unter anderem der Außenminister, der Justizminister, der Verteidigungsminister, der Nationale Sicherheitsberater sowie mehrere Ressortminister. Die Zusammensetzung unterstreicht den umfassenden Ansatz des Besuchs, der sicherheitspolitische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen gleichermaßen abdeckt.

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