Merz empfängt AU-Kommissionschef Youssouf vor Sudan-Konferenz in Berlin

Vor der Sudan-Konferenz in Berlin empfängt Friedrich Merz den AU-Kommissionschef Mahmoud Ali Youssouf im Kanzleramt. Das Treffen verbindet Deutschlands Afrika-Politik mit den Bemühungen um humanitäre Hilfe und zivile Perspektiven für den Sudan.

Bundeskanzler Friedrich Merz empfängt den Vorsitzenden der Kommission der Afrikanischen Union, Mahmoud Ali Youssouf, zu einem Gespräch im Kanzleramt. Das Treffen rückt die Afrikanische Union als zentralen deutschen Partner in Afrika und die bevorstehende Sudan-Konferenz in Berlin in den Mittelpunkt.

Der Termin ist für Dienstag, 14. April, angesetzt. Youssouf hält sich anlässlich der Sudan-Konferenz am 15. April in Berlin auf, bei der er als Co-Gastgeber vorgesehen ist.

Treffen vor Sudan-Konferenz in Berlin

Das Gespräch im Kanzleramt steht im Zeichen der engen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Afrikanischen Union. Die Bundesregierung sieht in der AU einen zentralen strategischen Partner in Afrika.

Vor dem Hintergrund aktueller geopolitischer Entwicklungen gewinnt diese Zusammenarbeit zusätzlich an Gewicht. Mit dem Besuch Youssoufs rücken deshalb sowohl die deutsch-afrikanischen Beziehungen als auch die Rolle der AU im Sudan-Konflikt in den Fokus.

Berlin versammelt internationale und sudanesische Akteure

Die Sudan-Konferenz am 15. April bringt in Berlin auf Ministerebene Vertreter der Vereinten Nationen, regionaler und internationaler Organisationen, der sudanesischen Zivilgesellschaft, von Nichtregierungsorganisationen, der Nachbarstaaten des Sudan, der EU-Mitgliedstaaten und internationaler Geber zusammen.

Die Konferenz behandelt humanitäre Fragen und bietet zugleich sudanesischen zivilen Akteuren Raum, die sich für einen zivil geführten Übergang einsetzen. Berlin setzt damit neben humanitärer Hilfe auch auf politische Beteiligung nichtmilitärischer Kräfte aus dem Sudan.

Finanzielle Lücke bei der Hilfe für Sudan bleibt groß

Die Konferenz fällt auf den Jahrestag des Kriegsbeginns und soll auch den Druck auf Geberländer erhöhen. Ziel ist eine stärkere Finanzierung der Hilfsprogramme für Sudan.

Im vergangenen Jahr war der humanitäre Hilfsplan für Sudan nur zu 40 Prozent finanziert. Knapp 2,2 Milliarden Euro fehlten, Millionen Menschen erhielten keine Hilfe. Erschwert wird die Lage durch Haushaltskürzungen in vielen Geberländern. Auch Deutschland hat seine Mittel für weltweite humanitäre Hilfe seit 2025 mehr als halbiert.

Zivile Stimmen sollen in Berlin mehr Raum bekommen

Für den Afrika-Experten Gerrit Kurtz liegt die Bedeutung der Sudan-Konferenz nicht in einem schnellen Durchbruch zwischen den Kriegsparteien, sondern in einem anderen politischen Ansatz. „Die Konferenz bietet die Chance, eine zivile Perspektive für ein Ende des Kriegs in Sudan zu entwickeln“, schreibt er.

Zugleich mahnt er zur Nüchternheit. „Die Konferenz ist keine Friedenskonferenz.“ Entscheidend sei deshalb, zivile Akteure stärker ins Zentrum zu rücken, statt den Blick wieder fast ausschließlich auf die bewaffneten Lager zu richten.

In Berlin sollen dazu 40 sudanesische Vertreter zusammenkommen. Aus Sicht von Kurtz kann dieses Treffen ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer gemeinsamen zivilen Plattform werden.

AU wirkt an einem abgestimmten Sudan-Prozess mit

Kurtz verweist zudem auf ein Quintett aus Afrikanischer Union, Europäischer Union, Intergovernmental Authority on Development, Vereinten Nationen und Arabischer Liga. Diese Gruppe führt Gespräche mit zahlreichen zivilen und politischen Kräften aus dem Sudan.

Das verleiht auch dem Treffen zwischen Merz und Youssouf zusätzliches politisches Gewicht. Es verbindet die deutsch-afrikanische Zusammenarbeit mit den Vorbereitungen für ein Format, das humanitäre Hilfe und zivile politische Perspektiven im Sudan zusammenführen soll.

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