In Rabat sind Marokkos für die nationale Verteidigung zuständiger Ministerdelegierter Abdeltif Loudyi und der stellvertretende US-Unterstaatssekretär für afrikanische Angelegenheiten im Verteidigungsministerium, Bryan J. Ellis, zu hochrangigen Gesprächen zusammengekommen. Im Mittelpunkt des Treffens standen die bilaterale militärische Zusammenarbeit, regionale Sicherheitsfragen in Afrika sowie die weitere Umsetzung der marokkanisch-amerikanischen Verteidigungskooperation für den Zeitraum 2020 bis 2030.
Hochrangiges Treffen im Kontext der marokkanisch-amerikanischen Beziehungen
Der marokkanische Ministerdelegierte für die Verwaltung der Nationalen Verteidigung, Abdeltif Loudyi, empfing am 12. Januar 2026 in Rabat den stellvertretenden Unterstaatssekretär der Vereinigten Staaten im Verteidigungsministerium für afrikanische Angelegenheiten, Bryan J. Ellis. Ellis wurde von einer hochrangigen Delegation begleitet, die sich zu einem Arbeitsbesuch im Königreich Marokko aufhielt.
Das Treffen fand auf Grundlage der bestehenden strategischen Partnerschaft zwischen Marokko und den Vereinigten Staaten statt und reiht sich in eine Serie regelmäßiger Konsultationen ein, mit denen beide Seiten ihre sicherheits- und verteidigungspolitische Zusammenarbeit weiterentwickeln.
Verteidigungskooperation und strategische Partnerschaft
Im Verlauf der Gespräche bekräftigten beide Seiten die enge militärische Zusammenarbeit und verwiesen auf die historische Tiefe der bilateralen Beziehungen zwischen dem Königreich Marokko und den Vereinigten Staaten. Diese Beziehungen gelten als eine der ältesten kontinuierlichen Partnerschaften der USA in Afrika und im arabischen Raum.
استقبل الفريق أول محمد بريظ، المفتش العام للقوات المسلحة الملكية، قائد المنطقة الجنوبية، يوم الاثنين 12 يناير 2026، بمقر القيادة العامة للقوات المسلحة الملكية، السيد برايان ج. إيليس (M. Bryan J. ELLIS) ، نائب مساعد وزير الحرب للولايات المتحدة الأمريكية المكلف بالشؤون الإفريقية. pic.twitter.com/8hPzXem97D
— FAR-Maroc (@FAR_Maroc_) January 12, 2026
Zentraler Bezugspunkt der aktuellen Kooperation ist die Verteidigungs-Roadmap für den Zeitraum 2020 bis 2030, die im Oktober 2020 in Rabat unterzeichnet wurde. Sie bildet den Rahmen für gemeinsame Aktivitäten in den Bereichen militärische Ausbildung, Kapazitätsaufbau, operative Zusammenarbeit und strategischer Dialog zu regionalen Sicherheitsfragen.
Regionale Sicherheit und Afrikafokus
Loudyi hob in den Gesprächen die Bedeutung Marokkos als sicherheitspolitischer Akteur in Nord– und Westafrika hervor. Er verwies auf Initiativen der Süd-Süd-Kooperation sowie auf Programme zur regionalen Integration, die unter marokkanischer Führung umgesetzt werden. Diese Initiativen zielen darauf ab, Stabilität, institutionelle Resilienz und sicherheitspolitische Kooperation in afrikanischen Nachbarregionen zu fördern.

Marokko positioniert sich dabei als Vermittler und Partner für afrikanische Staaten in Fragen der Sicherheitssektorreform, der Terrorismusbekämpfung und der maritimen Sicherheit. Die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten wird in diesem Zusammenhang als Bestandteil einer breiter angelegten afrikanischen Sicherheitsarchitektur verstanden.
US-Perspektive auf Marokkos Rolle in Afrika
Von amerikanischer Seite unterstrich Ellis die Rolle Marokkos als stabilisierender Faktor in einem von vielfältigen sicherheitspolitischen Herausforderungen geprägten regionalen Umfeld. Er verwies auf die Reformstrategien des Landes und dessen zunehmende Bedeutung als sicherheitspolitischer Dreh- und Angelpunkt in Afrika.
Die Vereinigten Staaten sehen Marokko als verlässlichen Partner bei der Förderung regionaler Stabilität, insbesondere im Kontext von Terrorismusbekämpfung, Grenzsicherung und multilateraler militärischer Zusammenarbeit. Regelmäßige gemeinsame Manöver, darunter die jährlich stattfindende Übung „African Lion“, dienen dem Ausbau operativer Fähigkeiten und der Interoperabilität mit afrikanischen und internationalen Partnern.
Politische Dimension der Sicherheitskooperation
Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens lag auf politischen Rahmenbedingungen der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit. Loudyi würdigte die klare Position der Vereinigten Staaten zur Unterstützung der marokkanischen Souveränität und ordnete diese Haltung in den breiteren Kontext der bilateralen Beziehungen ein.

Die sicherheitspolitische Kooperation zwischen Marokko und den USA hat sich in den vergangenen Jahren weiter vertieft und umfasst neben militärischen Aspekten auch strategische Abstimmungen zu regionalen Entwicklungen in Afrika. Dazu zählen sicherheitspolitische Dynamiken in der Sahelzone, in Westafrika sowie entlang wichtiger maritimer Routen.
Beide Seiten bekräftigten ihre Absicht, die bestehende Partnerschaft weiter auszubauen und die vereinbarten Kooperationsformate im Rahmen der Verteidigungs-Roadmap konsequent umzusetzen. Die Gespräche in Rabat verdeutlichen die strategische Bedeutung Marokkos für die US-Afrika-Politik sowie den Stellenwert sicherheitspolitischer Zusammenarbeit für die Stabilität auf dem afrikanischen Kontinent.