Maritime Sicherheit im Indischen Ozean: Übung „Cutlass Express 2026“ startet in Mauritius

In Port Louis auf Mauritius hat Anfang Februar die multinationale Marineübung „Cutlass Express 2026“ begonnen. Die bis zum 12. Februar laufende Übung wird vom US Africa Command getragen und durch die U.S. Sixth Fleet umgesetzt. Ziel ist es, die maritime Sicherheit vor der ostafrikanischen Küste und im westlichen Indischen Ozean zu stärken sowie die Zusammenarbeit zwischen regionalen und internationalen Partnern zu vertiefen.

Gemeinsames Training von 19 Staaten

An der Übung beteiligen sich 19 Staaten aus Afrika, Europa, dem Nahen Osten und Asien. Zu den teilnehmenden Ländern zählen unter anderem Kenia, Tansania, Somalia, Dschibuti, Ägypten, Marokko, Senegal, die Seychellen, Mauritius, Frankreich, Indien, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten. Die Übung soll nationale und regionale Kapazitäten zur Durchsetzung des Seerechts verbessern und die Interoperabilität der beteiligten Marinen erhöhen.

Nach Angaben der Übungsleitung konzentriert sich „Cutlass Express 2026“ auf sicherheitsrelevante Seegebiete entlang der ostafrikanischen Küste und im westlichen Indischen Ozean, die als zentrale Handels- und Transportrouten gelten.

Fokus auf Seeraumüberwachung und Strafverfolgung

Die Übung kombiniert landgestützte Ausbildungsabschnitte mit Manövern auf See. Geprobt werden unter anderem Verfahren zur maritimen Lagebilderstellung, der Austausch sicherheitsrelevanter Informationen sowie taktische Fähigkeiten zur Unterbindung illegaler Aktivitäten. Dazu zählen Trainings zu Besuchs-, Durchsuchungs- und Beschlagnahmemaßnahmen auf See, maritime Interdiktion sowie Maßnahmen gegen illegale, unregulierte und undokumentierte Fischerei.

Ergänzend finden medizinische Ausbildungsabschnitte statt, um die Einsatzfähigkeit der beteiligten Kräfte unter realistischen Bedingungen zu verbessern.

Einsatz unbemannter Systeme

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz unbemannter und autonomer Systeme. Die für diese Fähigkeiten zuständige Task Force der U.S. Sixth Fleet arbeitet mit Partner-Marinen zusammen, um Überwachung und Abschreckung in ausschließlichen Wirtschaftszonen afrikanischer Staaten zu verbessern. Ziel ist es, illegale Aktivitäten frühzeitig zu erkennen und maritime Sicherheitslücken zu schließen.

Teil einer größeren Übungsreihe

„Cutlass Express“ gehört zu einer Reihe regionaler Marinemanöver, die vom U.S. Africa Command unterstützt werden. Diese sogenannten „Express“-Übungen sollen afrikanischen Streitkräften und internationalen Partnern regelmäßig Gelegenheit geben, gemeinsame Antworten auf komplexe maritime Sicherheitsherausforderungen zu erproben.

Aus Sicht der Vereinigten Staaten besteht ein gemeinsames Interesse mit afrikanischen Partnern an sicheren Seewegen. Die Gewässer rund um den afrikanischen Kontinent gelten als entscheidend für wirtschaftliche Entwicklung, Handel und die Anbindung an globale Märkte.

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