Der frühere senegalesische Präsident Macky Sall ist offiziell als Kandidat für das Amt des Generalsekretärs der Vereinten Nationen eingereicht worden. Am 2. März wurde das Bewerbungsdossier am Sitz der Vereinte Nationen übermittelt.
Eingereicht wurde die Kandidatur durch den burundischen Präsidenten Évariste Ndayishimiye, der derzeit den Vorsitz der Afrikanische Union innehat. Nach Angaben aus New York bestätigte eine Sprecherin der Vereinten Nationen den Eingang der Unterlagen.
Burundi als einreichender Staat
Formell kann jedes UN-Mitglied einen Kandidaten vorschlagen, unabhängig von dessen Staatsangehörigkeit. Üblicherweise übernimmt jedoch das Herkunftsland die offizielle Nominierung. In diesem Fall erfolgte die Einreichung nicht durch Senegal, sondern durch Burundi in seiner Funktion als amtierender Vorsitz der Afrikanischen Union.
Der senegalesische Abgeordnete Abdou Mbow erklärte, die Kandidatur werde von der Afrikanischen Union getragen. Er sprach von einer „afrikanischen Führungspersönlichkeit“ und verwies auf die internationale Erfahrung des früheren Staatschefs.
Ex-Präsident Macky Sall hat einen schweren Stand im Senegal

Sall stand von 2012 bis 2024 an der Spitze Senegals. Zuvor war er unter anderem Premierminister. Nach dem Ende seiner Amtszeit im April 2024 übernahm er die Rolle eines Sondergesandten für den Pariser Pakt für Menschen und den Planeten.
Im Senegal sieht sich der ehemalige Präsident seit dem Regierungswechsel mit juristischen und politischen Vorwürfen konfrontiert. Ein Bericht des Rechnungshofs thematisierte Unregelmäßigkeiten während seiner Amtszeit. Zudem wurde im April 2025 ein parlamentarischer Antrag auf Anklage wegen „Hochverrats“ eingebracht. Das Verfahren ist bislang nicht abgeschlossen.
Mehrere frühere Regierungsmitglieder aus Salls Umfeld sehen sich Ermittlungen im Zusammenhang mit der Verwaltung des Covid-19-Fonds gegenüber. Auch Angehörige seiner Familie stehen im Fokus von Untersuchungen.
Weitere Bewerber und Auswahlverfahren
Macky Sall tritt in ein wachsendes Bewerberfeld ein. Ihre Kandidatur bereits formalisiert haben unter anderem Michelle Bachelet sowie Rafael Grossi. Als weiterer möglicher Name wird Rebeca Grynspan genannt.

Die Ernennung des UN-Generalsekretärs erfolgt auf Empfehlung des Sicherheitsrates, in dem die fünf ständigen Mitglieder ein Vetorecht besitzen, und bedarf anschließend der Zustimmung der Generalversammlung. Öffentliche Anhörungen der Kandidaten sind für April vorgesehen. Das neue Mandat beginnt am 1. Januar 2027.