Mehrere Medien und diplomatische Quellen berichten, dass Willy Ngoma, militärischer Sprecher der Rebellengruppe M23, bei einem Drohnenangriff im Osten der Demokratischen Republik Kongo getötet wurde. Der Angriff soll sich in der Nacht nahe Rubaya in der Provinz Nord-Kivu ereignet haben.
Nach Angaben kongolesischer Regierungsnaher Kreise sei Ngoma gegen 02:42 Uhr getroffen worden. Eine offizielle Bestätigung durch die M23 oder die kongolesischen Streitkräfte (FARDC) lag zunächst nicht vor. Ein Sprecher der Präsidentschaft in Kinshasa lehnte eine Stellungnahme ab, während die Armee auf Anfragen zunächst nicht reagierte.
Angriff nahe strategischem Bergbaugebiet

Der Vorfall soll sich in der Nähe von Rubaya ereignet haben, einem bedeutenden Coltan-Fördergebiet. Die Region gilt als wirtschaftlich und militärisch strategisch. Nach Angaben internationaler Beobachter kontrolliert die M23 dort wichtige Abbauzonen.
Die M23 ist Teil der Allianz Fleuve Congo (AFC) und kontrolliert weite Teile von Nord- und Süd-Kivu, darunter Goma und Bukavu. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die Gruppe Unterstützung aus Ruanda erhält. Kigali weist diese Vorwürfe zurück.
Widersprüchliche Darstellungen
Lawrence Kanyuka, politischer Sprecher der M23, bestätigte Drohnenangriffe auf Rubaya und Kalehe. Er warf den FARDC vor, wahllos bewohnte Gebiete angegriffen zu haben. Zu einer möglichen Tötung Ngomas äußerte sich die Bewegung zunächst nicht offiziell.
Journalist Steve Wembi berichtete, Ziel des Angriffs seien Fahrzeuge von Führungspersonen der AFC/M23 gewesen. Konkrete Angaben zu Opfern machte er nicht.

Bereits im Dezember 2025 hatten kongolesische Behörden erklärt, Ngoma sei bei Gefechten getötet worden. Später tauchte er erneut öffentlich auf.
Kontext: Eskalation trotz Waffenruhe-Bemühungen
Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund laufender, von Katar vermittelter Waffenruhe-Bemühungen. Kinshasa und die M23 hatten in Doha Vereinbarungen zur Einrichtung eines gemeinsamen Mechanismus zur Überwachung einer Waffenruhe unterzeichnet, mit Katar, den USA und der Afrikanischen Union als Beobachtern.
Gleichzeitig intensivierten die FARDC in den vergangenen Tagen Drohnenangriffe auf Stellungen in Nord- und Süd-Kivu. Rubaya gilt als finanzielles Kerngebiet der M23, da das dort geförderte Coltan einen erheblichen Anteil an der weltweiten Produktion von Tantal liefert.
Die Kämpfe im Osten der DR Kongo dauern an, trotz regionaler Vermittlungsinitiativen, unter anderem durch Angola. Die Lage bleibt angespannt.