Die kenianische Regierung warnt ihre Bürger vor gefälschten Auslandsjob-Angeboten, die junge Menschen in bewaffnete Konflikte im Ausland führen. Am 4. Februar 2026 erklärte die Staatssekretärin für Diaspora-Angelegenheiten, Roselyne Njogu, bei einer Veranstaltung an der Meru University, die Regierung rekrutiere keine Kenianer für den Dienst in ausländischen Armeen.
Njogu sagte, ihr Ministerium erhalte weiterhin Berichte über Kenianer, die mit falschen Versprechen ins Ausland gelockt würden und schließlich an Frontlinien in Russland und der Ukraine landeten. „We have issued warning after warning to Kenyans not to be recruited to fight in these wars“, sagte sie. Wenn jemand behaupte, er wolle nach Russland reisen, um sich an Kriegshandlungen zu beteiligen, solle man ihn davon abhalten.
Regierung verweist auf legale Arbeitsmigration
Nach Angaben von Njogu haben in den vergangenen zweieinhalb Jahren mehr als 530.000 Kenianer eine legale Beschäftigung im Ausland aufgenommen. Die Regierung setze auf regulierte Arbeitsmigration und sichere Beschäftigungswege.
Arbeitssuchende sollten ausschließlich lizenzierte und regulierte Vermittlungsagenturen nutzen, die auf der Website der National Employment Authority gelistet sind, um Ausbeutung und Menschenhandel zu vermeiden.
Deutschprogramm im Rahmen des Abkommens mit Deutschland
Die Warnung erfolgte im Zusammenhang mit der Einführung eines Deutschprogramms an der Meru University. Das Sprachprogramm ist Teil der Umsetzung des im September 2024 unterzeichneten Arbeitsabkommens zwischen Kenia und Deutschland.
Njogu erklärte, mangelnde Sprachkenntnisse seien eine zentrale Hürde für Kenianer, die in Deutschland arbeiten wollten. Das neue Angebot solle diese Lücke schließen.

Der Vizekanzler der Meru University, Professor Romanus Odhiambo, kündigte an, der sechsmonatige Intensivkurs decke die Niveaustufen A1, A2 und B1 ab. Die Universität werde zudem als regionales Prüfungszentrum fungieren. Teilnehmende aus mehreren Countys im Nordosten und im östlichen Hochland Kenias könnten ihre Prüfungen vor Ort ablegen.
Nach Angaben der Universitätsleitung ist Meru die zweite Hochschule im Land, die ein solches Deutschprogramm einführt. Zuvor hatte die Tom Mboya University ein entsprechendes Zentrum eingerichtet.