Ghana hat nach einem Raketenangriff auf seine Soldaten bei der UN-Mission im Libanon eine formelle Beschwerde bei den Vereinten Nationen eingereicht. Am 6. März wurde das Hauptquartier des ghanaischen Bataillons der Mission der Vereinten Nationen im Libanon (UNIFIL) im Süden des Landes von zwei Raketen getroffen.
Mehrere ghanaische Soldaten wurden bei dem Angriff verletzt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums befinden sich vier Soldaten mit leichten Verletzungen in stabilem Zustand und erholen sich. Ein weiterer Soldat erlitt schwere Verletzungen an Beinen und Hüfte und wurde nach Beirut evakuiert, wo er operiert wurde.
Angriff auf UNIFIL-Stützpunkt im Süden des Libanon
Die Raketen trafen den Stützpunkt des ghanaischen Kontingents zwischen 17.45 Uhr und 17.52 Uhr Ortszeit. Der Angriff ereignete sich während anhaltender Gefechte zwischen den israelischen Streitkräften und der libanesischen Miliz Hisbollah in der Region.

Nach Angaben der ghanaischen Streitkräfte wurden zunächst zwei Soldaten schwer verletzt und ein weiterer erlitt ein Trauma. Später teilte das Verteidigungsministerium mit, dass insgesamt vier Soldaten verletzt wurden, deren Zustand stabil sei.
Durch den Angriff entstand zudem ein Brand in einer Unterkunft der Soldaten. Nach Angaben des Ministeriums verloren 15 Offiziere dabei ihre persönlichen Gegenstände.
Ghana reicht Protest bei den Vereinten Nationen ein
Die Regierung in Accra hat nach dem Angriff offiziell Protest bei den Vereinten Nationen eingelegt. Außenminister Samuel Okudzeto Ablakwa teilte mit, dass Ghana den Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, in einem Schreiben zu einer umfassenden Untersuchung aufgefordert habe.
Die Regierung verlangt eine „vollständige, sofortige, unparteiische und transparente Untersuchung“ der Umstände des Angriffs auf das ghanaische Kontingent.
The Government of Ghana has formally lodged a protest with UN Secretary-General, António Guterres following the condemnable attack on Ghanaian peacekeeping soldiers in Lebanon.
— Sam Okudzeto Ablakwa (@S_OkudzetoAblak) March 7, 2026
We are demanding full, immediate, impartial and transparent investigations into the attack which… pic.twitter.com/OaHCU1Kswk
Nach Angaben des Außenministeriums fordert Ghana zudem, die Verantwortlichen für den Angriff zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen. Die Regierung bezeichnete den Angriff als schwere Verletzung des Völkerrechts und als Angriff auf den Schutz, der UN-Friedenssoldaten nach internationalem Recht zusteht.
Internationale Reaktionen auf den Angriff
Mehrere Staaten äußerten sich besorgt über den Angriff auf den UN-Stützpunkt. Das deutsche Auswärtige Amt erklärte auf der Plattform X, Angriffe auf UN-Friedenssoldaten seien inakzeptabel und müssten verurteilt werden.
Targeting #UN peacekeepers is unacceptable. We clearly condemn the strike on a @UNIFIL_ base in southern #Lebanon that has left several Ghanaian peacekeepers wounded. We urge all actors to ensure the safety & security of UN peacekeepers at all times.
— GermanForeignOffice (@GermanyDiplo) March 7, 2026
Auch Frankreich reagierte diplomatisch. Nach Angaben des ghanaischen Verteidigungsministeriums nahm Alice Rufo, beigeordnete Ministerin beim französischen Verteidigungsministerium für Streitkräfte und Veteranenangelegenheiten, telefonisch Kontakt mit den ghanaischen Behörden auf und übermittelte ihre Unterstützung.
Frankreich verwies darauf, dass auch französische Soldaten im Rahmen von UNIFIL im Libanon stationiert sind.
UN warnt vor weiterer Eskalation im Nahen Osten
UN-Generalsekretär António Guterres warnte angesichts der zunehmenden Gewalt im Nahen Osten vor einer weiteren Eskalation. Unrechtmäßige Angriffe in der Region verursachten großes Leid für Zivilisten und stellten zugleich ein Risiko für die Weltwirtschaft dar.
Die Situation könne außer Kontrolle geraten, erklärte Guterres. Er rief dazu auf, die Kämpfe zu beenden und diplomatische Verhandlungen aufzunehmen.

Ghana gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigen Truppenstellern für UN-Friedensmissionen und beteiligt sich regelmäßig an internationalen Einsätzen der Vereinten Nationen.