EU und Mauritius planen neues Fischereiabkommen und wollen europäische Investitionen ausbauen

Die EU baut ihre Partnerschaft mit Mauritius aus: Ein neues Fischereiabkommen soll im Dezember folgen, 2027 sollen europäische Unternehmen für zusätzliche Investitionen gewonnen werden. Auch Deutschland war bei den Gesprächen über Häfen, Energie und maritime Sicherheit vertreten.

Die Europäische Union und Mauritius wollen ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit ausbauen und ein neues Fischereiabkommen abschließen. Die Vereinbarungen wurden im Anschluss an den zweiten Partnerschaftsdialog zwischen Mauritius und der EU in Port Louis erörtert. Bereits im Dezember soll das Fischereiabkommen unterzeichnet werden, während ein Wirtschaftsforum im kommenden Jahr zusätzliche europäische Investitionen anziehen soll. Weitere Schwerpunkte sind die Modernisierung des Hafens, erneuerbare Energien, Wasserversorgung und maritime Sicherheit. Auch Deutschland war an den diplomatischen Gesprächen beteiligt.

Neues Fischereiabkommen für Dezember geplant

Der EU-Botschafter in Mauritius, Oskar Benedikt, stellte die Ergebnisse des Partnerschaftsdialogs bei einem Treffen mit Premierminister Navinchandra Ramgoolam im Treasury Building in Port Louis vor.

Nach den Gesprächen kündigte Benedikt an, dass die EU und Mauritius voraussichtlich im Dezember ein neues Abkommen für den Fischereisektor unterzeichnen werden. Dieses soll auch der lokalen Fischereiwirtschaft zugutekommen.

Mauritius liegt im südwestlichen Indischen Ozean und verfügt über eine bedeutende maritime Wirtschaftszone. Fischerei, Hafenwirtschaft und der internationale Seeverkehr gehören zu den Bereichen, in denen das Land wirtschaftliche Interessen mit europäischen Partnern verfolgt.

Welche konkreten Fangrechte, finanziellen Regelungen oder Unterstützungsmaßnahmen das geplante Abkommen enthalten wird, wurde zunächst nicht bekannt gegeben.

Wirtschaftsforum soll europäische Unternehmen nach Mauritius bringen

Neben der Fischerei wollen beide Seiten ihre Investitionsbeziehungen vertiefen. Für 2027 ist ein Wirtschaftsforum vorgesehen, das Unternehmen aus europäischen Staaten mit Geschäftspartnern und Entscheidungsträgern aus Mauritius zusammenbringen soll.

Nach Angaben Benedikts sollen insbesondere Investitionen mit hoher Wertschöpfung gefördert werden. Damit verbindet die EU das Ziel, neue wirtschaftliche Möglichkeiten in Mauritius zu erschließen und die bestehenden Handels- und Investitionsbeziehungen auszubauen.

Die Gespräche mit Premierminister Ramgoolam konzentrierten sich auf nachhaltiges Wirtschaftswachstum, die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft und die Weiterentwicklung bestehender Partnerschaften.

An der Delegation beteiligten sich neben dem EU-Botschafter diplomatische Vertreter mehrerer Mitgliedstaaten. Vertreten waren unter anderem Österreich, Belgien, Polen, Finnland, Spanien und Tschechien sowie Deutschland und Irland.

Auch der mauritische Botschafter in Frankreich, Alexis Loyer, nahm an dem Treffen teil.

EU unterstützt Modernisierung des Hafens

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Modernisierung der Hafeninfrastruktur von Mauritius. Die Europäische Union will dafür Erfahrungen und technisches Wissen aus europäischen Staaten einbringen, die vergleichbare Infrastrukturprojekte umgesetzt haben.

Im Mittelpunkt stehen eine höhere Leistungsfähigkeit der Hafenanlagen und effizientere logistische Abläufe.

Mauritius liegt an wichtigen internationalen Seeverbindungen im Indischen Ozean. Die Regierung verfolgt das Ziel, die Rolle des Landes als maritimen Handels- und Logistikstandort auszubauen.

Benedikt verwies in diesem Zusammenhang auch auf internationale Verpflichtungen zur Sicherung frei zugänglicher Schifffahrtswege. Für Mauritius ist der ungehinderte maritime Verkehr von Bedeutung, da der Inselstaat im Außenhandel stark auf den Transport über See angewiesen ist.

Konkrete Investitionssummen oder neue Finanzierungszusagen für die Hafenmodernisierung wurden nicht genannt.

Zuschüsse für erneuerbare Energien, Küstenschutz und Wasserwirtschaft

Die EU will Mauritius außerdem bei der Bewältigung von Infrastruktur- und Umweltproblemen unterstützen. Dazu gehören insbesondere die Wasserversorgung, erneuerbare Energien und der Schutz der Küstenregionen.

Benedikt stellte Zuschussmittel und technische Unterstützung der Europäischen Union in Aussicht. Europäische Fachkenntnisse sollen helfen, Projekte in diesen Bereichen zu entwickeln und umzusetzen.

Die Wasserversorgung gehört zu den Herausforderungen des Inselstaates. Die EU will gemeinsam mit Mauritius Möglichkeiten prüfen, bestehende Engpässe zu verringern und die Wasserwirtschaft widerstandsfähiger zu machen.

Auch der Ausbau erneuerbarer Energien steht auf der gemeinsamen Agenda. Hinzu kommen Maßnahmen zur Stärkung der Küstengebiete gegenüber klimatischen und ökologischen Belastungen.

Zu Umfang, Verteilung und konkreten Förderbedingungen der angekündigten europäischen Zuschüsse machte der Botschafter zunächst keine Angaben.

Zusammenarbeit gegen Piraterie und Drogenschmuggel

Mauritius und die Europäische Union wollen auch ihre sicherheitspolitische Zusammenarbeit auf See fortsetzen und vertiefen.

Dabei geht es insbesondere um den Schutz internationaler Schifffahrtswege, die Bekämpfung der Piraterie und Maßnahmen gegen den Drogenschmuggel.

Die Zusammenarbeit im Bereich der maritimen Sicherheit besteht bereits seit mehreren Jahren. Mit dem neuen Partnerschaftsdialog soll sie weiterentwickelt werden.

Neben wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Fragen besprachen beide Seiten auch die Förderung der Zivilgesellschaft. Die EU bekräftigte ihre Unterstützung für Programme zur gesellschaftlichen Wiedereingliederung ehemaliger Strafgefangener und zur stärkeren Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.

Diese Vorhaben sollen ebenso wie die Projekte zur Wasserwirtschaft, Küstensicherung und Energieversorgung im Rahmen der vertieften Partnerschaft zwischen Mauritius und der Europäischen Union weiterverfolgt werden.

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