Claudia Roth führt Bundestagsdelegation nach Marokko an

Eine Bundestagsdelegation reist nach Marokko, um die bilateralen Beziehungen zu vertiefen. Auf der Agenda stehen Gespräche über Innenpolitik, Außenpolitik, Menschenrechte, Energie und Klima.

Eine Delegation der Parlamentariergruppe Maghreb-Staaten des Bundestags reist vom 8. bis 10. April nach Marokko. Im Zentrum stehen Gespräche zur Vertiefung der bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und dem Königreich.

Geleitet wird die Delegation von der Vorsitzenden der Parlamentariergruppe, Claudia Roth von Bündnis 90/Die Grünen. Zur Delegation gehören auch Carl-Philipp Sassenrath von der CDU/CSU als stellvertretender Vorsitzender der Gruppe sowie Johann Martel von der AfD.

Gespräche über Innenpolitik, Außenpolitik und Menschenrechte

In Marokko sind Treffen mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern des Parlaments vorgesehen. Im Mittelpunkt stehen die innenpolitische Lage, außenpolitische Fragen, Menschenrechte sowie Energie und Klima.

Carl-Philipp Sassenrath hob vor dem Start des Programms die Bedeutung Marokkos für Deutschland und Europa hervor. „Zum Maghreb gehört Marokko – ein für Deutschland und Europa wichtiges Land!“, sagte er in Rabat.

Besuch bei der Heinrich-Böll-Stiftung in Rabat

Bereits am Vortag besuchte Claudia Roth das marokkanische Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in Rabat. Die Stiftung schrieb in den Sozialen Medien, dort habe ein Austausch mit Partnern über gemeinsame Projekte stattgefunden, insbesondere in kulturellen Bereichen.

Damit verbindet die Delegationsreise parlamentarische Gespräche mit Kontakten zu zivilgesellschaftlichen Akteuren vor Ort.

Marokko ist für Deutschland ein zentraler Partner in Nordafrika

Das Auswärtige Amt beschreibt Marokko als politisch, kulturell und wirtschaftlich wichtiges Bindeglied zwischen Nord und Süd sowie als zentralen Partner der Europäischen Union und Deutschlands in Nordafrika. Beide Länder vereinbarten im August 2022 in einer gemeinsamen Erklärung eine erweiterte, auf die Zukunft ausgerichtete Partnerschaft.

Marokko spielt aus Sicht Berlins zudem eine wichtige Rolle für Stabilität und nachhaltige Entwicklung in der Region. Genannt werden unter anderem der Sahel, das angekündigte Engagement in Gaza und die seit 2020 normalisierten Beziehungen des Landes zu Israel.

Wirtschaftsbeziehungen haben an Gewicht gewonnen

Auch wirtschaftlich sind die Beziehungen enger geworden. Marokko ist für Deutschland inzwischen der zweitwichtigste Investitionsstandort und der drittwichtigste Handelspartner in Afrika.

2025 importierte Deutschland aus Marokko Waren im Wert von mehr als 3,4 Milliarden Euro. Die deutschen Exporte nach Marokko lagen bei knapp 3,9 Milliarden Euro. Etwa 300 deutsche Unternehmen sind in Marokko vertreten, rund 30 davon mit Produktionsstätten oder Dienstleistungsniederlassungen. Sie schaffen dort etwa 35.000 Arbeitsplätze.

Entwicklungszusammenarbeit bleibt ein zentraler Pfeiler

Deutschland gehört zu den größten bilateralen Entwicklungspartnern Marokkos. Bei Regierungsverhandlungen im November 2025 in Berlin wurden 634 Millionen Euro zugesagt, der Großteil davon als rückzahlbare Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Ausbildung und Beschäftigung sowie auf Klima, Energie und eine sozialverträgliche Energiewende. Hinzu kommen Migration, darunter Fachkräftegewinnung, und gute Regierungsführung.

Deutsches Netzwerk in Marokko ist breit aufgestellt

In Marokko sind neben Außenhandelskammer, Gesellschaft für Zusammenarbeit, Germany Trade and Invest, Kreditanstalt für Wiederaufbau und Physikalisch-Technischer Bundesanstalt auch mehrere deutsche politische Stiftungen vertreten. Dazu zählen die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Friedrich-Naumann-Stiftung, die Hanns-Seidel-Stiftung, die Heinrich-Böll-Stiftung und die Konrad-Adenauer-Stiftung.

Hinzu kommen Standorte des Goethe-Instituts in Casablanca und Rabat, zahlreiche Partnerschulen, mehr als 80 Kooperationen im Hochschulbereich sowie ein Lektor des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Rabat. Auch das Deutsche Archäologische Institut ist in Marokko im Bereich Kulturerhalt tätig.

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