China: Zijin Mining übernimmt Goldminen in Mali, Côte d’Ivoire und Äthiopien

Der chinesische Bergbaukonzern Zijin Mining baut seine Präsenz im afrikanischen Goldsektor deutlich aus. Über seine Tochtergesellschaft Zijin Gold International übernimmt das Unternehmen den kanadischen Goldproduzenten Allied Gold für umgerechnet rund 3,4 Milliarden Euro. Die Transaktion umfasst mehrere Goldminen in Mali und Côte d’Ivoire sowie das Großprojekt Kurmuk in Äthiopien, das 2026 in Produktion gehen soll. Die Übernahme erfolgt in einer Phase historisch hoher Goldpreise und zunehmender geopolitischer Unsicherheiten.

Übernahme von Allied Gold und strategische Ausrichtung

Zijin Mining zählt zu den weltweit größten Produzenten von Gold und Kupfer. Mit dem Erwerb von Allied Gold sichert sich der Konzern Zugang zu langfristigen Goldreserven in mehreren afrikanischen Staaten. Allied Gold ist an der Börse in Toronto sowie in New York gelistet. Zijin Gold International, die erwerbende Tochtergesellschaft, ist erst kürzlich an der Börse in Hongkong notiert worden.

Nach Angaben des Konzerns zielt die Akquisition auf den Ausbau eines Portfolios großvolumiger, langlebiger Goldprojekte mit Erweiterungspotenzial. Der Vorstandsvorsitzende von Zijin Gold erklärte, man wolle die bestehenden Aktivitäten in Äthiopien, Mali und Côte d’Ivoire gemeinsam mit lokalen Akteuren weiterentwickeln. Die Projekte Sadiola in Mali und Kurmuk in Äthiopien bezeichnete er als Anlagen mit mehrjähriger Produktionsperspektive.

Minen in Mali und Côte d’Ivoire

Zu den übernommenen Vermögenswerten zählen Minen in Produktion in Mali und Côte d’Ivoire. In der Côte d’Ivoire gehört dazu unter anderem die Mine Ity im Westen des Landes. Allied Gold ist in beiden Ländern seit mehreren Jahren aktiv. In Mali steht das Unternehmen nach eigenen Angaben unter zunehmendem Druck der neuen Militärregierung. Die Übernahme durch Zijin fällt in eine Phase, in der mehrere afrikanische Staaten ihre Bergbaupolitik überprüfen und stärker auf staatliche Beteiligungen setzen.

Kurmuk-Projekt in Äthiopien im Fokus

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Kurmuk-Goldprojekt im äthiopischen Bundesstaat Benishangul-Gumuz. Das Projekt gilt als eines der größten bekannten Goldvorkommen des Landes. Allied Gold hatte die Konzession schrittweise von dem ägyptischen Mischkonzern ASCOM übernommen, der enge Verbindungen zur ägyptischen Regierung unterhält. ASCOM verkaufte zwischen 2017 und 2023 seine Anteile an Allied Gold, erhielt dafür jedoch einen Teil der vereinbarten Zahlungen nur gestaffelt.

Durch den Verkauf an Zijin soll ASCOM nun erheblich profitieren. Nach Angaben aus dem Umfeld des Unternehmens erhält ASCOM für die verbliebenen Aktien einen Gegenwert von rund 375 Millionen US-Dollar. Zudem ist die ägyptische National Service Projects Organization, ein staatlicher Rüstungskonzern, indirekt an den Erlösen beteiligt, da sie 20 Prozent an ASCOM hält.

Offene Fragen zur Rolle der äthiopischen Regierung

Branchenbeobachter äußern Zweifel, ob die äthiopische Regierung der Transaktion in der vorliegenden Form zustimmen wird. Nach den bestehenden Vereinbarungen erhält der Staat erst ab Produktionsbeginn eine Beteiligung von sieben Prozent am Kurmuk-Projekt. Da der Verkauf vor dem Produktionsstart erfolgt, fließen der Regierung aus der Transaktion selbst keine direkten Erlöse zu. Vergleichbare Fälle aus der Vergangenheit, etwa im Zusammenhang mit dem kanadischen Unternehmen Allana Potash, werden in diesem Zusammenhang angeführt.

Allied Gold hatte ursprünglich geplant, die Goldproduktion in Kurmuk Mitte 2026 aufzunehmen. Ob der Eigentümerwechsel den Zeitplan beeinflusst, ist offen. Im August hatte Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed das Projekt als bedeutend für die Exportambitionen des Landes hervorgehoben.

Goldpreis und geopolitischer Kontext

Die Übernahme fällt in eine Phase außergewöhnlich hoher Goldpreise. Der Preis für eine Feinunze Gold überschritt zuletzt erstmals die Marke von 5.000 US-Dollar. Marktbeobachter führen dies auf geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheiten und eine verstärkte Nachfrage nach sicheren Anlagen zurück. In diesem Umfeld intensivieren große Rohstoffkonzerne ihre Investitionen in Förderprojekte, insbesondere in rohstoffreichen Regionen Afrikas.

Reaktionen und Debatten in den betroffenen Ländern

In den betroffenen afrikanischen Staaten wird die Transaktion unterschiedlich bewertet. Regierungen sehen in den Investitionen Chancen für Einnahmen und Beschäftigung. Gleichzeitig äußern Gewerkschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen Sorgen über Arbeitsbedingungen, Umweltfolgen und eine wachsende Abhängigkeit von ausländischen Investoren. In Côte d’Ivoire warnen Umweltverbände vor Entwaldung und Gewässerverschmutzung, während in Mali Befürchtungen über zusätzlichen Druck auf Beschäftigte geäußert werden.

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