Bundesregierung beziffert Kosten des Portals „Make it in Germany“ auf 35,8 Millionen Euro

Die Bundesregierung hat die Gesamtkosten des Portals „Make it in Germany“ erstmals für den Zeitraum von 2012 bis 2025 mit 35,8 Millionen Euro beziffert. Am 23. März legte sie dem Bundestag zugleich dar, dass weder eine Verlagerung der Federführung auf ein anderes Ministerium noch ein Ausbau des Sprachangebots geplant sind. Das Portal bleibt damit in seiner bisherigen Struktur bestehen, obwohl parallel über eine „Work-and-Stay-Agentur“ diskutiert wird. 

In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD beschreibt die Bundesregierung „Make it in Germany“ als mehrsprachiges Gesamtprojekt zur Information ausländischer Fachkräfte. Die Kosten würden deshalb nicht nach Sprachversionen getrennt erfasst, sondern nur in zwei Blöcken: Werbekampagnen sowie Betrieb und Weiterentwicklung der Plattform, Redaktion, Kommunikation und Vernetzung. Allein für Werbekampagnen summiert die Bundesregierung die Ausgaben seit 2012 auf 16,36 Millionen Euro. Insgesamt entfielen 35,77 Millionen Euro auf das Projekt. 

Keine Verlagerung, kein Ausbau der Sprachen

Die Bundesregierung plant derzeit nicht, die Federführung für das Portal vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie auf ein anderes Ressort zu übertragen. Auch eine Ausweitung über die bisherigen Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch hinaus ist nicht vorgesehen. 

Damit bleibt ein zentrales Instrument der deutschen Fachkräftewerbung im Ausland organisatorisch unverändert. Für die politische Debatte ist das relevant, weil die Plattform seit Jahren als digitales Schaufenster für Arbeiten und Leben in Deutschland dient und nun zugleich mit neuen Überlegungen zur Fachkräfteeinwanderung verknüpft wird. 

Mehr als eine Million Beratungsleistungen

Die Bundesregierung verweist in der Antwort auf 1.047.118 Beratungsleistungen über die Hotline „Arbeiten und Leben in Deutschland“ bis Ende 2025. Diese Hotline wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und der Bundesagentur für Arbeit betrieben und ist seit Dezember 2014 verfügbar. Anfragen über „Make it in Germany“ laufen demnach nicht in ein eigenes Vermittlungssystem, sondern in diese gemeinsame Beratungsstruktur. 

Zugleich grenzt die Bundesregierung die Funktion des Portals deutlich ein. „Make it in Germany“ vermittle keine Berufsangebote und erteile keine Arbeitserlaubnisse, heißt es in der Antwort. Das Angebot versteht sich also als Informations- und Lotsenplattform, nicht als operative Vermittlungsstelle in den Arbeitsmarkt. 

Afrikanische Länder mehrfach unter den häufigsten Herkunftsstaaten

In den quartalsweisen Top-10 der Hotline tauchen 2025 aus Afrika Marokko, Nigeria, Ägypten, Ghana und Algerien mehrfach auf. Marokko lag im vierten Quartal bei 8,5 Prozent und gehörte damit zu den wichtigsten Herkunftsländern der Anfragen. Ägypten erreichte im selben Zeitraum 6,1 Prozent, Algerien 2,5 Prozent und Nigeria 2,9 Prozent. 

Auch bei den Besucherzahlen des Portals finden sich afrikanische Staaten in den vorderen Herkunftsgruppen. In der Übersicht für 2025 nennt die Bundesregierung Ägypten mit 218.346 und Marokko mit 56.318 Besuchen unter den wichtigsten Herkunftsländern. Für 2024 lagen Ägypten mit 436.048 und Marokko mit 103.988 Besuchen ebenfalls in den Top 20. Die höchsten Besucherzahlen kamen 2025 aus den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich, Indien und Deutschland. 

Kampagnen statt organischer Reichweite als wichtiger Zugangsweg

Die Antwort zeigt auch, wie stark das Portal auf bezahlte Reichweite setzt. Im Jahr 2025 entfielen laut Übersicht 32 Prozent des Traffics auf Kampagnen. Suchmaschinen machten ebenfalls 32 Prozent aus, direkte Zugriffe 18 Prozent und Verweisquellen 16 Prozent. 2024 lag der Kampagnenanteil bei 30 Prozent. 

Für die Werbemaßnahmen setzte die Bundesregierung seit 2012 auf mehrere externe Dienstleister. Genannt werden Carat Deutschland, die Analect Group, die Media Consulta Group und IW Medien. Die detaillierten Keywordlisten veröffentlicht die Bundesregierung nicht. Sie verweist darauf, dass diese Konzepte geistiges Eigentum der Agenturen seien und aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht offengelegt würden. Die Agenturleistungen hätten je nach Kampagnenkomplexität zwischen 8 und 12 Prozent des jeweiligen Werbebudgets gelegen. 

Positives Kosten-Nutzen-Verhältnis laut Bundesregierung

Eine detaillierte öffentliche Erfolgsbilanz legt die Bundesregierung in der Antwort nicht vor. Sie erklärt jedoch, regelmäßig Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen und Erfolgskontrollen durchzuführen und kommt dabei zu dem Ergebnis, dass „Make it in Germany“ ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis im Sinne der Zielerreichung aufweise. Belastbare Daten zu Traffic-Quellen liegen nach Regierungsangaben erst ab 2022 vor.

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