Der Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union Mahmoud Ali Youssouf hat eine hochrangige Delegation der Vereinigten Staaten unter Leitung des stellvertretenden US-Außenministers Christopher Landau empfangen. An den Gesprächen nahm auch der Kommandeur von United States Africa Command teil. Im Mittelpunkt standen die Vertiefung der strategischen Partnerschaft sowie die Ankündigung einer neuen gemeinsamen Arbeitsgruppe zu Infrastruktur und Investitionen.
Strategische Partnerschaft in einem komplexen Umfeld
Der Vorsitzende der Afrikanischen Union verwies darauf, dass der Besuch der US-Delegation in eine Phase hoher regionaler und globaler Komplexität falle. Dies unterstreiche die Bedeutung einer engen Abstimmung zwischen der Afrikanischen Union und den Vereinigten Staaten. Beide Seiten bekräftigten ihr Bekenntnis zu einer Partnerschaft auf Grundlage gegenseitigen Respekts, gemeinsamer Interessen sowie eines gemeinsamen Engagements für Frieden, Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung.
Neue Arbeitsgruppe für Infrastruktur und Investitionen
Im Rahmen des Treffens kündigten die Afrikanische Union und die Vereinigten Staaten die Einrichtung der U.S.–AUC Strategic Infrastructure and Investment Working Group an. Die neue Arbeitsgruppe soll hochwertige, handelsfördernde Infrastrukturprojekte voranbringen, private Investitionen mobilisieren und zentrale kontinentale Prioritäten unterstützen. Dazu zählen die Agenda 2063 der Afrikanischen Union, das Programme for Infrastructure Development in Africa sowie die Afrikanische Kontinentale Freihandelszone.

Beide Seiten bauen die Initiative auf den Fortschritten bestehender technischer Arbeitsgruppen sowie auf einer kontinuierlichen Zusammenarbeit zwischen US-Behörden und Abteilungen der Kommission der Afrikanischen Union auf.
Fokus auf wirtschaftliches Wachstum und private Investitionen
In einer gemeinsamen Erklärung betonten die Gesprächspartner, dass wirtschaftliches Wachstum die Grundlage für einen friedlichen und prosperierenden afrikanischen Kontinent bilde. Der Ausbau qualitativ hochwertiger Infrastruktur sei dabei ein zentraler nächster Schritt. Die neue Arbeitsgruppe soll als Plattform für hochrangige Regierungsvertreter und technische Experten dienen, um konkrete Investitionsmöglichkeiten für US-Unternehmen in von der Afrikanischen Union unterstützten Infrastrukturprojekten zu identifizieren und umzusetzen.
Der Schwerpunkt liegt auf Verkehrs- und Logistikinfrastruktur, Energie- und digitalen Netzwerken, der Entwicklung von Lieferketten für kritische Rohstoffe sowie auf regulatorischer Harmonisierung. Ziel ist es zudem, den bilateralen Handel zu stärken, digitale Sicherheit zu verbessern und die Gesundheitsversorgung resilienter zu machen.
Austausch zu Sicherheit, Gesundheit und regionalen Konflikten
Neben wirtschaftlichen Fragen tauschten sich beide Seiten auch über die Zusammenarbeit in den Bereichen Gesundheit sowie Frieden und Sicherheit aus. Dabei bekräftigten sie die Unterstützung für afrikanisch geführte Initiativen in der Region der Großen Seen und im Osten der Demokratischen Republik Kongo und würdigten das ergänzende Engagement der Vereinigten Staaten.
Today, I met with General @AndersonDagvin, Commander of @USAfricaCommand 🇺🇸 (AFRICOM).
— H.E Amb. Selma Malika Haddadi (@DCP_Haddadi) January 28, 2026
We discussed peace and security as part of Africa’s development process, alongside increased investment in trade, infrastructure, and expanded opportunities across the continent. #Africa… pic.twitter.com/3KFKe3CaCK
Mit Blick auf den Sudan äußerten die Gesprächspartner große Sorge über den anhaltenden Konflikt. Sie betonten die Notwendigkeit eines sofortigen Waffenstillstands, eines ungehinderten humanitären Zugangs sowie des Schutzes der Zivilbevölkerung.

In der gemeinsamen Erklärung heißt es, die neue Arbeitsgruppe solle eine Grundlage für eine langfristige strategische wirtschaftliche Zusammenarbeit schaffen. Diese solle zunehmend auf tragfähige und rentable Investitionen setzen und damit klassische Entwicklungszusammenarbeit ergänzen. Ziel sei es, Arbeitsplätze, wirtschaftliche Sicherheit und Wohlstand sowohl in Afrika als auch in den Vereinigten Staaten zu fördern.