Äthiopien hat mit der Registrierung von Wählerinnen und Wählern für die Parlamentswahl am 1. Juni 2026 begonnen. Die Nationale Wahlbehörde Äthiopiens (National Election Board of Ethiopia, NEBE) setzte für den Registrierungsprozess eine Frist bis zum 7. April fest.
Die Registrierung folgt auf die bereits abgeschlossene Kandidatenmeldung. Insgesamt haben sich 10.934 Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahl registriert.
Mehr als 10.000 Kandidaten für nationale und regionale Mandate
Nach Angaben der Wahlbehörde treten rund 2.198 Kandidaten für Sitze im nationalen Parlament, dem House of Peoples’ Representatives, an. Weitere 8.736 Kandidaten bewerben sich um Mandate in Regionalräten und Stadtverwaltungen.

Die Zahl der Kandidaten liegt damit deutlich über der vorherigen Parlamentswahl im Jahr 2021, bei der 8.209 Bewerber registriert waren.
Die Kandidaten stammen aus 47 politischen Parteien, darunter zwei Parteienbündnisse und eine politische Front. Zusätzlich treten mindestens 73 unabhängige Kandidaten an, darunter vier Frauen. Rund drei Viertel der Kandidaten sind Männer.
Wahlbehörde sieht logistische Herausforderungen
Die Wahlbehörde hatte ursprünglich geplant, die Wählerregistrierung bereits im Februar zu starten. Der Zeitplan wurde jedoch angepasst. Mit dem Beginn am 7. März verbleiben nach Angaben der NEBE nur noch 87 Tage bis zur Wahl.
Die Vorsitzende der Wahlbehörde, Melatwork Hailu, erklärte bei einer Pressekonferenz, die Organisation der Registrierung stehe vor logistischen Herausforderungen. Wahlmaterialien seien bereits in regionale Zentren geliefert worden, der Transport in einzelne Distrikte sei jedoch teilweise schwierig.

Nach Angaben der Wahlbehörde hätten einige Regionalverwaltungen bislang nicht die notwendigen Transportkapazitäten bereitgestellt, um Materialien in abgelegene Gebiete zu bringen.
Sicherheitslage in einigen Regionen
Neben logistischen Fragen beschäftigt die Wahlbehörde auch die Sicherheitslage in mehreren Landesteilen. Melatwork erklärte, dass einige Wahllokale aufgrund möglicher Risiken kategorisiert worden seien.
Die Behörde unterscheidet dabei zwischen Wahllokalen mit niedrigem, mittlerem und hohem Sicherheitsrisiko. Vertreter der Wahlbehörde und der politischen Parteien wollen in weiteren Gesprächen über diese Einstufungen beraten.
Oppositionsparteien äußerten zuletzt Zweifel an den Voraussetzungen für eine landesweite Wahl. Die Wahlbehörde erklärte hingegen, dass die Bedingungen grundsätzlich geeignet seien, um die Abstimmung durchzuführen.
Kontroversen bestehen weiterhin um Wahlkreise in Gebieten, die zwischen den Regionalstaaten Tigray und Amhara umstritten sind. Die Wahlbehörde äußerte sich zu dieser Frage nicht.