Deutschland stellt Benin zusätzliche 15 Millionen Euro für den Ausbau erneuerbarer Energien und die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen bereit. Die Finanzierung wurde bei bilateralen Regierungskonsultationen am 8. Oktober in Cotonou angekündigt. Ein Teil der Mittel soll in die Erweiterung des Wasserkraftwerks Nangbéto um eine Solaranlage fließen, das Benin gemeinsam mit Togo nutzt. Weitere Gelder sind für Unternehmensberatung und die Förderung von Unternehmerinnen vorgesehen.
Deutsches Geld für grenzüberschreitendes Energieprojekt
Ein Schwerpunkt der neuen Finanzierung ist das Wasserkraftwerk Nangbéto am Fluss Mono in Togo. Die Anlage wird von der Communauté Électrique du Bénin (CEB) betrieben, einer gemeinsamen Elektrizitätsgesellschaft Benins und Togos, und versorgt beide Länder mit Strom.
Deutschland will den Ausbau der Anlage um eine Solarkomponente unterstützen. Die Verbindung von Wasser- und Solarenergie soll die Stromerzeugung diversifizieren und die Versorgung in beiden Staaten stärken.
Das Vorhaben knüpft an die bereits bestehende deutsche Unterstützung für die Modernisierung des Wasserkraftwerks an. Über die staatliche Förderbank KfW finanziert Deutschland die Sanierung der Anlage mit 43,5 Millionen Euro.
Wie viel der zusätzlich angekündigten 15 Millionen Euro auf den Ausbau der Solarenergie entfällt, wurde noch nicht bekannt gegeben. Auch Angaben zur geplanten Leistung der Solaranlage liegen bislang nicht vor.
Förderung kleiner Unternehmen und Unternehmerinnen
Neben der Energieversorgung soll die neue Finanzierung den Privatsektor in Benin stärken. Vorgesehen ist die Ausweitung eines bestehenden Beratungsprogramms für kleine und mittlere Unternehmen.
Das Programm soll Unternehmen beim Ausbau ihrer Geschäftstätigkeit unterstützen und ihre wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten verbessern. Ein weiterer Bestandteil richtet sich gezielt an Frauen, die Unternehmen gründen oder bereits eigene Betriebe führen.
Die Förderung von Unternehmertum und beruflichen Qualifikationen gehört seit Jahren zu den Schwerpunkten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Benin. Beide Regierungen sehen insbesondere in der Entwicklung des Privatsektors einen Ansatz, um Beschäftigung und wirtschaftliche Perspektiven für die junge Bevölkerung zu schaffen.
Berlin und Cotonou vereinbaren weitere Zusammenarbeit
Die Finanzierungszusage erfolgte im Rahmen der deutsch-beninischen Regierungskonsultationen im Ministerium für Wirtschaft, Finanzen und Zusammenarbeit in Cotonou.

Die Gespräche wurden von Hugues Oscar Lokossou, dem für die Mobilisierung externer Finanzmittel und das Schuldenmanagement zuständigen Minister Benins, und Silvia Morgenroth, Leiterin der Abteilung Westafrika im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), geführt.
Beide Delegationen verständigten sich darauf, ihre Zusammenarbeit in drei bestehenden Schwerpunktbereichen fortzusetzen: öffentliche Finanzverwaltung und Dezentralisierung, Privatwirtschaft und Berufsbildung sowie Wasserwirtschaft und Biodiversität.
Die deutsche Delegation würdigte die wirtschafts- und finanzpolitischen Reformen der Regierung in Cotonou. Beide Seiten bekräftigten außerdem ihr Bekenntnis zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und internationaler Zusammenarbeit auf Grundlage des Völkerrechts.
Die zusätzlichen 15 Millionen Euro sind für das Jahr 2026 vorgesehen. Ihre Ankündigung erfolgte im Vorfeld der nächsten regulären Regierungsverhandlungen, die Deutschland und Benin für 2027 in Berlin vereinbart haben.

