Das Bundesentwicklungsministerium hat die Ausgaben für das Wirtschaftsprogramm develoPPP auf 61,3 Millionen Euro gesenkt, den niedrigsten Wert im Zeitraum von 2020 bis 2025. Die Bundesregierung nannte die Zahlen in einer Bundestagsantwort auf eine AfD-Anfrage. Das Programm verbindet private Unternehmensprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern mit entwicklungspolitischen Zielen. Im Start-up-Segment develoPPP Ventures laufen Projekte derzeit in sieben afrikanischen Ländern.
Ausgaben sinken seit dem Höchststand 2021
Die jährlichen Ausgaben für develoPPP erreichten 2021 mit 90,6 Millionen Euro ihren höchsten Wert im genannten Zeitraum. Danach gingen sie nahezu durchgehend zurück: 2022 auf 70,0 Millionen Euro, 2023 auf 68,9 Millionen Euro, 2024 auf 66,3 Millionen Euro und 2025 auf 61,3 Millionen Euro. Gegenüber 2021 entspricht das einem Rückgang um rund 29,4 Millionen Euro.
Das Programm gehört zur Zusammenarbeit des Bundesentwicklungsministeriums mit der Privatwirtschaft. Unternehmen können Projektvorschläge über die Durchführungspartner Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit und DEG Impulse einreichen. Gefördert werden Vorhaben, die wirtschaftlich tragfähig sein und zugleich zur nachhaltigen Entwicklung in Partnerländern beitragen sollen.
Start-up-Förderung liegt in Afrika
Das Programmsegment develoPPP Ventures richtet sich an Start-ups, die ihre Gründungsphase bereits abgeschlossen haben. Nach Angaben der Bundesregierung existieren entsprechende Projekte in Côte d’Ivoire, Ghana, Nigeria, Südafrika, Tansania, Kenia und Ruanda. Die dafür bereitgestellten öffentlichen Mittel belaufen sich derzeit auf rund 28,6 Millionen Euro.
Die Bundesregierung verbindet das Förderinstrument mit dem Ziel, privatwirtschaftliche Investitionen und entwicklungspolitische Wirkung zusammenzuführen. Für Unternehmen ist develoPPP Classic in über 60 Ländern verfügbar. Das Programmsegment Ventures setzt auf ein Matching-Fund-Modell für Wachstumsinvestitionen.
Kenia, Ghana und Äthiopien als große Schwerpunkte
Die Projektlisten der beiden Durchführungspartner zeigen in Afrika mehrere große Schwerpunkte. Kenia kommt zusammen bei GIZ und DEG auf 94 Projekte mit rund 33,9 Millionen Euro öffentlichem Beitrag. Ghana wird mit 64 Projekten und rund 26,6 Millionen Euro geführt. Äthiopien kommt auf 56 Projekte mit rund 25,3 Millionen Euro.
Auch Südafrika, Tansania und Nigeria zählen zu den größeren Empfängerländern im afrikanischen Portfolio. In Südafrika sind 24 Projekte mit rund 21,1 Millionen Euro verzeichnet. Tansania kommt auf 58 Projekte mit rund 13,9 Millionen Euro. Nigeria wird mit 34 Projekten und rund 14,0 Millionen Euro geführt.
Marokko erscheint in den Projektlisten mit sechs Projekten und rund 4,4 Millionen Euro öffentlichem Beitrag. Davon entfallen fünf Projekte auf die GIZ und eines auf die DEG.
Kontrolle über Indikatoren und Jahresberichte
Die Bundesregierung beschreibt die Kontrolle der Projekte über projektspezifische Indikatoren. Diese werden gemeinsam von den Durchführungsorganisationen und den Unternehmen festgelegt und in Abständen von sechs bis zwölf Monaten überwacht. Die Zielerreichung wird anhand festgelegter Meilensteine geprüft.
Für Evaluierungen verweist die Bundesregierung auf die international anerkannten DAC-Kriterien: Relevanz, Kohärenz, Effektivität, Effizienz, entwicklungspolitische Wirkung und Nachhaltigkeit. Zusätzlich nennt sie interne Evaluierungen wie Halbzeitüberprüfungen und Sektoranalysen.
Bei der Transparenz verweist das Bundesentwicklungsministerium auf Jahresberichte der Durchführungsorganisationen und regelmäßige Steuerungstreffen mit GIZ und DEG Impulse. Das Programm werde kontinuierlich weiterentwickelt und bei Bedarf in seiner Mittelausstattung angepasst, teilte die Bundesregierung mit.
