Marokko hat im Jahr 2025 nach Angaben des Innenministeriums 73.640 irreguläre Migrationsversuche verhindert und damit einen Rückgang um 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Die Behörde meldete zudem die Zerschlagung von mehr als 300 Schleusernetzwerken. Die Zahlen wurden am Donnerstag veröffentlicht. Sie deuten auf eine veränderte Dynamik entlang einer Route hin, die über Jahre zu den wichtigsten Zugängen nach Europa zählte.
Neben der Zahl der verhinderten Ausreisen rückte das Ministerium auch Rettungseinsätze und Rückkehrprogramme in den Vordergrund. Demnach wurden 2025 insgesamt 13.595 Migranten auf See gerettet. Weitere 4.372 Menschen ohne regulären Aufenthaltsstatus nahmen an Programmen zur freiwilligen Rückkehr in ihre Herkunftsländer teil.
Innenministerium meldet Rückgang auf der Marokko-Route
Ein hoher Verantwortlicher erklärte, der spürbare Rückgang der Abfangzahlen zeige eine schrittweise Verringerung irregulärer Migrationsbewegungen. Zugleich spreche dies für ein weiteres Austrocknen der Migrationsroute über Marokko.
Im Mittelpunkt steht damit die Frage, ob die traditionellen Wege über das Mittelmeer, den Atlantik sowie über Ceuta und Melilla an Bedeutung verlieren.
Mehr als 300 Schleusernetzwerke zerschlagen

Zu den zentralen Angaben des Innenministeriums gehört auch das Vorgehen gegen Schleuserstrukturen. Im Verlauf des Jahres 2025 wurden demnach mehr als 300 Netzwerke zerschlagen, die irreguläre Migration organisiert haben sollen.
Rabat verbindet die sinkende Zahl der vereitelten Versuche mit einem verstärkten Vorgehen gegen kriminelle Strukturen. Das Innenministerium ordnet diese Entwicklung in eine umfassendere Kontrolle der Migrationsrouten ein.
Tausende Rettungen auf See und freiwillige Rückkehrprogramme
Parallel zu den Sicherheitsmaßnahmen nennt das Ministerium auch humanitäre Zahlen. Im Jahr 2025 wurden nach seinen Angaben 13.595 Migranten auf See gerettet.
Zudem nahmen 4.372 Migranten ohne regulären Status an Programmen zur freiwilligen Rückkehr teil. Das Innenministerium beschreibt diese Programme als Teil eines Ansatzes, der Migrationskontrolle mit humanitärer Verantwortung verbinden soll.
Kooperation mit Spanien verändert die Routen
Das Ministerium verweist darauf, dass Marokko lange ein zentraler Ausgangspunkt für Migranten war, die Europa erreichen wollten. Genannt werden dabei die Wege über das Mittelmeer, den Atlantik sowie über die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla.
Seit dem Ausbau der Zusammenarbeit mit Spanien im Jahr 2022 haben sich die Migrationsmuster dem Ministerium zufolge verändert. Migranten weichen zunehmend auf alternative Routen in Westafrika und in Teilen des südlichen Mittelmeerraums aus.
