Äthiopien trauert um 70 Tote nach Erdrutsch in Gamo-Zone

Nach dem tödlichen Erdrutsch in der Gamo-Zone in Südäthiopien hat Äthiopien eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen und die Hilfsmaßnahmen in der Katastrophenregion verstärkt. Die Trauerzeit begann am 14. März. Nach offiziellen Angaben kamen bei dem Unglück mindestens 70 Menschen ums Leben, viele weitere wurden vertrieben. Regierungschef Abiy Ahmed reiste am Samstag in die Region, um der Opfer zu gedenken und sich ein Bild von den laufenden Hilfseinsätzen zu machen.

Erdrutsch im Süden von Äthiopien

Die äthiopische Regierung erklärte, der Erdrutsch habe am 10. März mehrere Distrikte der Gamo-Zone getroffen. Betroffen war nach Angaben des Parlaments unter anderem Laka Kebele. In den Tagen danach bestätigten die Behörden den Tod von 70 Menschen. Zugleich liefen Such- und Rettungseinsätze weiter, weil weitere Menschen vermisst wurden.

Die Regierung sprach den Angehörigen der Opfer sowie den Menschen in der Gamo-Zone und in der Region Südäthiopien ihr Beileid aus. Zugleich wurden hochrangige Vertreter von Bund und Region in das Katastrophengebiet entsandt, um die Notfallmaßnahmen zu koordinieren und betroffene Gemeinden zu unterstützen.

Parlament ordnet dreitägige Staatstrauer an

Das äthiopische Repräsentantenhaus kündigte am 13. März eine dreitägige Staatstrauer an. Grundlage ist nach offiziellen Angaben die Flaggenproklamation Nr. 654/2001. Seit dem 14. März werden die Nationalflaggen an staatlichen Einrichtungen, auf äthiopischen Schiffen und an diplomatischen Vertretungen im Ausland auf halbmast gesetzt.

Mit der Entscheidung reagierten die staatlichen Institutionen auf eines der schwersten Unglücke der vergangenen Tage in Südäthiopien. Das Parlament verwies auf die hohen Opferzahlen und auf die anhaltenden Rettungseinsätze in der Region.

Regierung mobilisiert Nothilfe für Vertriebene

Parallel dazu brachte die Regionalverwaltung gemeinsam mit der Kommission für Katastrophenrisikomanagement Hilfsgüter in die betroffenen Gebiete. Im Vordergrund stehen Lebensmittel, Unterkunftsmaterial und weitere lebenswichtige Güter für Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten.

Zugleich betonten die Behörden, die Hilfe solle nicht auf die unmittelbare Nothilfe beschränkt bleiben. Die Regierung kündigte an, Überlebende auch bei der Wiederherstellung ihrer Lebensgrundlagen zu unterstützen. Dazu gehören nach ihren Angaben Maßnahmen, die den Alltag in den betroffenen Distrikten schrittweise wieder normalisieren sollen.

Abiy Ahmed reist nach Arbaminch

Ministerpräsident Abiy Ahmed flog am 14. März nach seiner Rückkehr aus den Vereinigten Arabischen Emiraten direkt nach Arbaminch. Nach Angaben des Büros des Premierministers wollte er dort den Opfern in Arbaminch und in weiteren Gemeinden der Gamo-Zone die Ehre erweisen und laufende Hilfsmaßnahmen vor Ort überprüfen.

Später äußerte er sich auch öffentlich zu der Katastrophe. Er sprach von großer Trauer über die Todesopfer des durch Belg-Regen ausgelösten Erdrutsches in Gacho Baba und anderen Distrikten der Gamo-Zone. Zugleich sagte er weitere staatliche Unterstützung zu und forderte Untersuchungen sowie dauerhafte Maßnahmen, um ähnliche Katastrophen künftig besser zu verhindern.

Starke Regenfälle verschärfen die Lage

Die Lage wurde durch tagelange starke Regenfälle zusätzlich verschärft. Überschwemmungen und Erdrutsche trafen mehrere Orte in der Region. Besonders der angeschwollene Kulfo-Fluss setzte Wohngebiete unter Wasser und beschädigte Häuser, landwirtschaftliche Flächen und lokale Infrastruktur.

Deshalb brachten die Behörden Bewohner aus besonders gefährdeten Gebieten in sicherere Zonen. Zugleich rief die Regierung die Bevölkerung, vor allem in Hochlagen und erosionsgefährdeten Regionen, zu besonderer Vorsicht auf.

Internationale Solidarität nimmt zu

Mit Beginn der Staatstrauer gingen auch internationale Beileidsbekundungen ein. Der russische Präsident Wladimir Putin sprach dem äthiopischen Präsidenten Taye Atske-Selassie und Ministerpräsident Abiy Ahmed in einem Schreiben sein Mitgefühl aus. Er übermittelte den Familien der Opfer sein Beileid und wünschte den Verletzten eine rasche Genesung.

Am selben Tag telefonierte Abiy Ahmed mit Putin. Im Mittelpunkt standen die bilateralen Beziehungen und weitere Themen von gemeinsamem Interesse.

Auch Somalias Präsident Hassan Sheikh Mohamud kondolierte der äthiopischen Regierung und der Bevölkerung. In einer über soziale Medien verbreiteten Botschaft sprach er den Familien der Opfer sein Mitgefühl aus und erklärte, Somalia stehe in dieser schwierigen Zeit an der Seite Äthiopiens.

Afrikanische Union bekundet Beistand

Auch die Afrikanische Union reagierte auf die Katastrophe. Der Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union, Mahmoud Ali Youssouf, äußerte seine tiefe Bestürzung über die Erdrutsche in der Gamo-Zone. Er sprach der Regierung und der Bevölkerung Äthiopiens sein Beileid aus und bekundete Solidarität mit den betroffenen Gemeinden.

Youssouf würdigte zudem die Arbeit von Rettungskräften, humanitären Helfern und lokalen Freiwilligen, die in den betroffenen Gebieten im Einsatz sind. Die Kommission der Afrikanischen Union erklärte, sie unterstütze die laufenden Hilfs- und Wiederaufbaumaßnahmen während der nationalen Trauerzeit.

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