Der frühere US-General und Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn ist in Uganda zu Gesprächen mit Armeechef Muhoozi Kainerugaba empfangen worden. Das Treffen fand am 14. März im Hauptquartier des Special Forces Command in Entebbe statt. Beide Seiten sprachen über militärische Führung, Bildung und den Ausbau von Beziehungen zwischen Institutionen. Für Uganda ist der Besuch auch deshalb bemerkenswert, weil Flynn zu den bekanntesten früheren Militär- und Sicherheitsvertretern der Vereinigten Staaten zählt.
Muhoozi Kainerugaba, Chef der ugandischen Streitkräfte und zugleich Sonderberater des Präsidenten für Spezialoperationen, stellte seinem Gast die Geschichte der Uganda People’s Defence Forces vor. Dabei hob er den panafrikanischen Anspruch der Armee hervor, insbesondere mit Blick auf Friedenseinsätze und die Zusammenarbeit mit Streitkräften in Afrika und darüber hinaus.
Flynn lobt Ugandas Militärführung
Michael Flynn würdigte bei dem Treffen die Rolle der ugandischen Armee für Stabilität und Entwicklung im Land. Er erklärte, Ugandas Wandel sei auch auf die Stabilität zurückzuführen, die von den Streitkräften getragen werde. Mit anhaltendem Frieden und einer starken militärischen Führung könne das Land seinen Entwicklungskurs fortsetzen.

An dem Gespräch in Entebbe nahmen auch der Chef des Gemeinsamen Stabes, Jack Bakasumba, sowie Oberst Allan Matsiko teil, der im Militärnachrichtendienst für Verteidigungskooperation und internationale Angelegenheiten zuständig ist.
Beim Abendessen geht es um Bildung und Nachwuchsführung
Am Samstagabend setzte Muhoozi Kainerugaba die Gespräche bei einem Abendessen mit Flynn im Serena Hotel Kigo fort. Dort rückte vor allem die Rolle von Bildung und Führungsausbildung in den Mittelpunkt.
Gen Kainerugaba Hosts Dinner for US General Michael Flynn, Discusses Education and Leadershiphttps://t.co/Ow0CQXtcvQ pic.twitter.com/hLaQfKl9R9
— The Kampala Post (@KampalaPost) March 15, 2026
Kainerugaba sagte, man habe bereits während früherer Ausbildungsphasen Texte von Flynn studiert. Wörtlich erklärte er: „Wir haben einige seiner Schriften gelesen, als wir in Fort Leavenworth waren, und wir fühlen uns geehrt, dass er hier bei uns ist. Ich glaube, das ist der Beginn einer sehr folgenreichen und wichtigen Beziehung.“
Der ugandische Armeechef betonte, junge Menschen müssten lernen, ihr Land zu achten, Verantwortung zu übernehmen und sich an klaren Werten zu orientieren. Zugleich sprach er über eine mögliche stärkere Rolle des Militärs in der Bildungs- und Führungsarbeit.
Uganda schaut auf das US-Modell ROTC
Kainerugaba verwies darauf, dass die ugandischen Streitkräfte bereits eigene Grund- und weiterführende Schulen betreiben. Diese orientierten sich am nationalen Lehrplan des Bildungsministeriums. Zugleich brachte er ins Gespräch, Elemente des US-amerikanischen Reserve Officers’ Training Corps, kurz ROTC, auf Uganda zu übertragen.

Dabei handelt es sich um ein Programm an Schulen und Hochschulen, das junge Menschen auf Führungsaufgaben und den Militärdienst vorbereitet. Kainerugaba sagte: „Vielleicht müssen wir darüber nachdenken, wie wir etwas Ähnliches in unserem eigenen System entwickeln können.“
Flynn betont langfristige Beziehungen
Flynn stellte bei dem Abendessen die Bedeutung belastbarer Beziehungen zwischen Staaten und Institutionen heraus. „Das Wichtigste, was man im Leben tun kann, ist, Beziehungen zu Menschen aufzubauen und diese Beziehungen über die Zeit zu erhalten“, sagte er. Solche Verbindungen seien besonders dann entscheidend, wenn Krisen entstünden.
Zugleich verwies er auf das Potenzial Afrikas und besonders Ugandas. Flynn nannte die junge Bevölkerung des Landes eine wichtige Grundlage für künftige Entwicklung, sofern Bildung, Disziplin und Führung gezielt gefördert würden.

Er sagte außerdem: „Die Generäle gehen irgendwann, und wir müssen neue Führungskräfte entwickeln. Am besten entwickelt man Führung oft im Militär, weil dort Disziplin, Ausbildung, Bildung und Teamarbeit im Mittelpunkt stehen.“
Besuch mit politischer und militärischer Signalwirkung
Flynn war mehr als 33 Jahre in den US-Streitkräften tätig und leitete zuletzt den militärischen Nachrichtendienst der Vereinigten Staaten. Später war er Nationaler Sicherheitsberater des damaligen US-Präsidenten Donald Trump.
Zu den weiteren Teilnehmern des Abendessens gehörten Ugandas Botschafterin in den Vereinigten Staaten, Robie Kakonge, sowie mehrere Generäle und ranghohe Offiziere. Flynn soll während seines Uganda-Besuchs weitere Gespräche mit Militärvertretern und Akademikern führen.

