Ugandas Oppositionsführer Bobi Wine hat das Land nach eigenen Angaben vorübergehend verlassen, nachdem er sich seit der Präsidentenwahl im Januar im Verborgenen gehalten hatte. Am Samstag, 14. März, machte er den Schritt in einer Videobotschaft auf X öffentlich. Der Politiker erklärte, er halte sich für „wichtige Termine“ im Ausland auf und wolle später nach Uganda zurückkehren. Wohin er gereist ist, sagte er nicht.
Wine, mit bürgerlichem Namen Robert Kyagulanyi Ssentamu, ist Vorsitzender der Oppositionspartei National Unity Platform und zählt zu den wichtigsten Gegnern von Präsident Yoweri Museveni. Die Wahlkommission hatte Museveni nach der Abstimmung vom 15. Januar 2026 mit 71,65 Prozent der Stimmen zum Sieger erklärt. Für Bobi Wine wurden offiziell 24,72 Prozent ausgewiesen. Er erkennt das Ergebnis nicht an und spricht von Wahlbetrug.
Zwei Monate im Verborgenen
Seit dem Tag nach der Wahl lebte Bobi Wine nach eigenen Angaben im Untergrund. In seiner Videobotschaft sagte er, Sicherheitskräfte hätten Straßensperren errichtet und Razzien durchgeführt, um ihn aufzuspüren.

Auch aus seinem Umfeld hieß es, Häuser von Vertrauten seien durchsucht worden. Wine erklärte zudem, er habe sein Wohnhaus im Kampalaer Stadtteil Magere kurz nach der Wahl verlassen, um einem Zugriff zu entgehen.
Die ugandischen Streitkräfte weisen eine direkte Suche nach dem Oppositionsführer zurück. Ihr Sprecher, Oberst Chris Magezi, erklärte laut den vorliegenden Informationen zu Wochenbeginn, die Straßensperren seien Teil eines gemeinsamen Einsatzes mit der Polizei zur Verkehrsregulierung gewesen. Die Polizei wiederum erklärte, sie suche Bobi Wine nicht.
Scharfe Vorwürfe gegen Museveni
In der auf X veröffentlichten Botschaft warf Bobi Wine Präsident Museveni vor, „den Willen des Volkes an sich gerissen“ zu haben. Zugleich kündigte er an, im Ausland internationale Partner einzubinden und später nach Uganda zurückzukehren, um seinen politischen Kurs fortzusetzen.
Fellow Ugandans and friends of Uganda!
— BOBI WINE (@HEBobiwine) March 14, 2026
Two months ago, Museveni yet again usurped the will of the people of Uganda and declared himself president on gunpoint. A day later, gripped by shame and fear, the military invaded my home to harm me, but I was able to evade them and go… pic.twitter.com/lGysaFL1ms
Wine wirft den Sicherheitsbehörden seit langem vor, seinen Wahlkampf behindert zu haben. Er sagt, Kundgebungen seien blockiert und Unterstützer festgenommen worden. Die Regierung weist Vorwürfe zurück, Wahlen durch Einschüchterung und Gewalt beeinflusst zu haben.
Armeechef Muhoozi Kainerugaba sorgt für zusätzliche Spannungen

Für zusätzliche Brisanz sorgten in den vergangenen Wochen Äußerungen von Armeechef Muhoozi Kainerugaba, dem Sohn von Präsident Museveni. Er veröffentlichte mehrfach Beiträge auf X, in denen er Bobi Wine bedrohte und ihn unter anderem als „Terroristen“ bezeichnete.
Diese Beiträge lösten Reaktionen in den USA und in Großbritannien aus. Dort wurden Forderungen laut, Sanktionen gegen Verantwortliche in Kampala zu prüfen.
Opposition organisiert sich während seiner Abwesenheit neu
Bobi Wine erklärte, seine Reise diene auch dazu, im Ausland Unterstützung für gezielte Sanktionen gegen Vertreter der Regierung zu mobilisieren. Während seiner Abwesenheit soll die stellvertretende Vorsitzende der National Unity Platform, Alina Zedriga Waru, die Partei kommissarisch führen.

Museveni ist 81 Jahre alt und regiert Uganda seit 1986. Mit dem offiziell bestätigten Wahlsieg im Januar sicherte er sich eine siebte Amtszeit in Folge.
