Mosambiks Präsident Daniel Chapo hat die Streitkräfte des Landes aufgefordert, den Kampf gegen Terrorismus und organisierte Kriminalität als strategische Kernaufgabe zu begreifen. Am Freitag erklärte er bei der Eröffnung des operativen Militärjahres 2026 in Chimoio, wirtschaftliche Unabhängigkeit sei ohne robuste Verteidigung und ohne Frieden nicht erreichbar.
Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur AIM warnte Chapo die militärische Führung vor einem tiefgreifenden geopolitischen Wandel. Zeitgenössische Bedrohungen seien „hybrid, asymmetrisch, transnational und technologisch ausgefeilt“.
Terrorismus in Cabo Delgado als zentrale Herausforderung
Für Mosambik habe diese Entwicklung besondere Bedeutung angesichts des seit 2017 andauernden islamistischen Aufstands in der nördlichen Provinz Cabo Delgado. Das Verteidigungsministerium und der Generalstab der Streitkräfte FADM müssten den Kampf gegen den Terrorismus als „eure strategische Mission“ verstehen, sagte Chapo. Ziel sei es, zu verhindern, dass diese Bedrohung „den großen Traum des mosambikanischen Volkes, wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erlangen“, gefährde.

„Wir werden keine wirtschaftliche Unabhängigkeit ohne robuste Verteidigung und ohne Frieden erreichen“, betonte der Präsident. Zugleich forderte er eine integrierte Herangehensweise, strenge Planung und disziplinierte Umsetzung militärischer Maßnahmen. Neben dem Terrorismus dürften andere Gefahren für das Land nicht aus dem Blick geraten.
Verteidigung als strategische Investition
Chapo verwies auf die Rolle der Veteranen des Unabhängigkeitskampfes, die die staatliche Souveränität erstritten hätten. Die heutige Generation trage die Verantwortung, die Verteidigung des Landes zu konsolidieren und wirtschaftliche Eigenständigkeit zu sichern. Der Kampf für das Vaterland bedeute heute nicht mehr den Widerstand gegen koloniale Herrschaft, sondern die Vertreibung von Terroristen sowie den Einsatz gegen organisierte Kriminalität und Störungen der öffentlichen Ordnung.
Nationale Verteidigung umfasse Land-, See- und Luftstreitkräfte. „Jeder geschützte Hafen, jede gesicherte Straße, jedes stabilisierte landwirtschaftliche Feld, jedes geschützte Energieprojekt ist Teil des Kampfes um wirtschaftliche Souveränität“, sagte Chapo. „Nationale Verteidigung ist kein Kostenfaktor, sondern eine strategische Investition in die Zukunft des mosambikanischen Volkes.“
Verantwortung bei Mosambikern
Angesichts der aktuellen Bedrohungslage müssten die Streitkräfte gut ausgebildet sein, über nachhaltige Logistik verfügen und starke Komponenten zu Land, zu Wasser und in der Luft aufweisen. Darüber hinaus brauche das Land Streitkräfte, „die Respekt einflößen und ihrer Uniform Würde verleihen“.

Internationale Kooperation sei wichtig, erklärte Chapo, doch „die Verteidigung des Vaterlandes darf nicht delegiert werden“. Verbündete Kräfte seien willkommen, die Verantwortung für die Verteidigung Mosambiks liege jedoch „in erster Linie bei den Mosambikanern“.