Die Vereinigten Staaten und Mauritius intensivieren ihre sicherheitspolitische Zusammenarbeit im Indischen Ozean. Vom 23. bis 25. Februar 2026 führen Vertreter des US-Außenministeriums in Port Louis bilaterale Sicherheitsgespräche, während zeitgleich die von den USA unterstützte Marineübung Cutlass Express 2026 die maritime Kooperation in der Region vertieft.
Im Mittelpunkt stehen die künftige Absicherung des Chagos-Archipels mit dem gemeinsamen US-britischen Stützpunkt Diego Garcia sowie die Bekämpfung illegaler Aktivitäten im westlichen Indischen Ozean.
Sicherheitsgespräche zum Chagos-Archipel
Die Gespräche in Port Louis werden vom Bureau of Political-Military Affairs des US-Außenministeriums geleitet. Beteiligt sind Vertreter mehrerer US-Behörden. Nach Angaben des Außenministeriums unterstreichen die Konsultationen die strategische Bedeutung des Chagos-Archipels für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten.
Washington unterstützt die Entscheidung des Vereinigten Königreichs, sein Abkommen mit Mauritius zum Archipel fortzuführen. Zugleich bekräftigt die US-Regierung ihren Wunsch, mit London ein bilaterales Abkommen abzuschließen, das die langfristige Nutzung der militärischen Einrichtungen auf Diego Garcia sicherstellt. Die Vereinigten Staaten verweisen darauf, dass die Basis auch zur Stabilität im Indischen Ozean beitrage.
Cutlass Express 2026 in Port Louis
Bereits vom 2. bis 12. Februar fand in Mauritius die Marineübung Cutlass Express 2026 statt. Die Übung wird vom US Africa Command organisiert und von der US Sixth Fleet unterstützt.

Nach Angaben von AFRICOM richtet sich das Training gegen Drogenhandel, Menschenschmuggel sowie illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei. Ein erheblicher Teil der wirtschaftlichen Aktivität afrikanischer Küstenstaaten hängt von sicheren Seewegen und geschützten maritimen Räumen ab.
Technologische Systeme zur maritimen Überwachung
Ein Schwerpunkt der Übung liegt auf dem Einsatz technischer Systeme zur Verbesserung der maritimen Lageerkennung. SmartMast, SeaVision und Lightfish sollen Schiffsbewegungen erfassen, nächtliche Auffälligkeiten sichtbar machen und Informationen in Echtzeit an maritime Operationszentren übermitteln.
„Übungen wie Cutlass Express drehen sich nicht mehr nur um Interoperabilität. Es geht darum, wie schnell wir modernste Technologie integrieren, um reale Bedrohungen zu bewältigen“, sagte Oberstleutnant Jared Bindl von US Africa Command.
Durch die Vernetzung von Patrouillenbooten und Kommandozentren sollen Partnerstaaten verdächtige Aktivitäten schneller identifizieren und koordinierte Maßnahmen einleiten können.
Regionale Koordination gegen maritime Kriminalität
Neben technologischen Komponenten umfasst Cutlass Express Trainings zu Durchsuchungs- und Beschlagnahmungsmaßnahmen auf See sowie Gefechtsstandsübungen. Die teilnehmenden Staaten üben dabei die Verfolgung verdächtiger Schiffe, den Informationsaustausch zwischen nationalen Stellen und die Durchführung koordinierter Einsätze.

US Africa Command betont, dass grenzüberschreitende Kooperation notwendig sei, um territoriale Gewässer zu schützen und maritime Netzwerke zu bekämpfen, die nationale Zuständigkeiten überschreiten. Der westliche Indische Ozean gilt als Transitregion für Drogen- und Menschenschmuggel sowie für illegale Fischereiaktivitäten.
Mit politischen Konsultationen und militärischen Übungen verstärken die Vereinigten Staaten ihre sicherheitspolitische Präsenz in einer Region, die sowohl für globale Handelsrouten als auch für strategische Militärinfrastruktur von Bedeutung ist.