Korruption in Afrika stagniert: CPI 2025 sieht kaum Fortschritte

Afrikas Staaten schneiden im neuen Korruptionswahrnehmungsindex weiterhin schwach ab.
Transparency International weist für die Mitgliedstaaten der Afrikanischen Union im CPI 2025 einen durchschnittlichen Wert von 32 von 100 Punkten aus.

Afrika unter globalem Durchschnitt

Der CPI misst die wahrgenommene Korruption im öffentlichen Sektor in 182 Ländern und Territorien auf einer Skala von 0 bis 100. Null steht für sehr hohe, 100 für sehr geringe wahrgenommene Korruption. Der weltweite Durchschnitt liegt 2025 bei 42 Punkten und ist nach Angaben von Transparency International erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt gesunken.

Für Subsahara-Afrika nennt der Bericht einen Durchschnitt von 32 Punkten. Damit liegt die Region deutlich unter dem globalen Mittel. Transparency International verweist darauf, dass 122 von 182 Staaten weltweit unter 50 Punkten liegen und damit aus Sicht der Indexlogik in einem Bereich mit gravierenden Integritätsproblemen.

Große Spannweite innerhalb Afrikas

Innerhalb Afrikas reicht die Spanne von vergleichsweise hohen Werten bis zu den weltweit niedrigsten Ergebnissen. Die Seychellen führen mit 68 Punkten das afrikanische Feld an. Es folgen Kap Verde mit 62 Punkten sowie Botswana und Ruanda mit jeweils 58 Punkten.

Am unteren Ende stehen Somalia und der Südsudan mit jeweils 9 Punkten. Dahinter folgen Eritrea und Libyen mit 13 Punkten sowie Sudan mit 14 Punkten. Mehrere Staaten bewegen sich im Bereich um 30 Punkte, darunter Ägypten, Kenia und Mauretanien mit jeweils 30 Punkten sowie Niger und Dschibuti mit 31 Punkten.

Einordnung: Governance, Justiz und Kontrollmechanismen

Transparency International verknüpft niedrige oder sinkende Werte mit strukturellen Faktoren in staatlichen Integritätssystemen. Genannt werden unter anderem geschwächte demokratische Kontrollmechanismen, politisierte Justizstrukturen, intransparente Einflussnahme auf politische Entscheidungen und eingeschränkter Handlungsspielraum für zivilgesellschaftliche Akteure.

Der Bericht stellt Zusammenhänge zwischen Korruption und dem Zugang zu Justiz heraus. Als Muster gilt, dass in Ländern mit niedrigerer wahrgenommener Korruption Menschen eher in der Lage sind, Rechtsschutz zu erreichen und zu finanzieren, während Barrieren wie Kosten, Entfernung oder Rückstände in Verfahren Korruptionsrisiken im Alltag erhöhen können.

Zivilgesellschaft und Medienfreiheit als Kontextfaktoren

Als weiteren Kontext betont Transparency International die Rolle von Medienfreiheit und zivilgesellschaftlichem Handlungsspielraum. Wo Organisationen und Journalistinnen und Journalisten staatliches Handeln prüfen können, steigen laut Bericht die Chancen, Fehlverhalten aufzudecken und Rechenschaft einzufordern. Einschränkungen, etwa durch restriktive NGO-Regeln, Einschüchterung oder parteipolitische Kontrolle von Ressourcen, werden als Faktoren beschrieben, die unabhängige Kontrolle erschweren.

Im Abschnitt zur Sicherheit von Journalistinnen und Journalisten nennt der Bericht für die Zeit seit 2012 in Nichtkonfliktzonen weltweit 829 ermordete Medienschaffende, davon 150 im Zusammenhang mit Recherchen zu Korruption. Für 2025 werden fünf solcher Fälle genannt. Die überwiegende Zahl dieser Tötungen habe in Ländern mit CPI-Werten unter 50 stattgefunden.

Politische Systemtypen und CPI-Werte

Transparency International ordnet CPI-Ergebnisse außerdem entlang politischer Systemtypen ein. Für 2025 nennt der Bericht Durchschnittswerte von 71 Punkten für vollständige Demokratien, 47 für fehlerhafte Demokratien und 32 für nichtdemokratische Systeme. Diese Zuordnung soll nach Darstellung von Transparency International zeigen, dass stabile Institutionen und unabhängige Kontrolle tendenziell mit besseren Ergebnissen korrespondieren.

Der CPI basiert laut Transparency International auf 13 unabhängigen Datenquellen und erfasst Wahrnehmungen von Expertinnen, Experten und Wirtschaftsakteuren zur Korruption im öffentlichen Sektor. Er beschreibt damit keine einzelnen Fälle und liefert keine strafrechtliche Bewertung. Transparency International weist zudem darauf hin, dass der Index vor allem die Innenperspektive staatlicher Integritätssysteme abbildet, während grenzüberschreitende Aspekte wie Geldwäsche oder internationale Finanzströme als zusätzlicher Risikofaktor zu berücksichtigen seien.

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