EU-Sondergesandter Johan Borgstam auf Mission in Angola zu DR Kongo und Lobito-Korridor

Der Sondergesandte der Europäischen Union für die Region der Großen Seen, Johan Borgstam, hat in Angola politische Gespräche zur Sicherheitslage im Osten der Demokratischen Republik Kongo und zur Umsetzung des Lobito-Korridors geführt. Im Mittelpunkt standen Vermittlungsbemühungen zur Deeskalation des Konflikts in der DR Kongo sowie die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Angola, der DR Kongo und Sambia. Die Treffen fanden in Luanda statt. Borgstam leitete zudem ein zentrales Koordinierungstreffen zum Lobito-Korridor.

Gespräche zur Sicherheitslage in der Region der Großen Seen

Nach Angaben der Pressestelle der EU-Delegation in Angola konzentrierten sich die Gespräche mit den angolanischen Behörden auf die Lage in der Region der Großen Seen und die Bemühungen um eine politische Lösung des Konflikts im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Borgstam hob dabei die Rolle Angolas bei regionalen Vermittlungsinitiativen hervor.

Die Europäische Union unterstützt nach eigenen Angaben die angolanischen Bemühungen um einen inklusiven nationalen Dialog in der DR Kongo. Ziel sei eine politische und friedliche Lösung des Konflikts. In diesem Zusammenhang bekräftigte die EU ihre Forderung nach einer sofortigen Deeskalation, einem wirksamen Waffenstillstand sowie der Umsetzung bestehender internationaler Vereinbarungen und Resolutionen.

Forderungen der Europäischen Union zum Konflikt in der DR Kongo

Die Europäische Union verwies auf die Verpflichtungen aus der Resolution 2773 des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen, den Washington-Abkommen und dem Doha-Rahmenabkommen. Genannt wurden unter anderem der Respekt der territorialen Integrität der DR Kongo, der Abzug ruandischer Truppen aus kongolesischem Gebiet, das Ende der Unterstützung der M23-Miliz sowie die Neutralisierung der FDLR durch die kongolesische Regierung.

Koordinierungstreffen zum Lobito-Korridor in Luanda

Ein weiterer Schwerpunkt der Mission war der Lobito-Korridor. Borgstam leitete die Delegation der Europäischen Union beim ersten Koordinierungstreffen zu dem Infrastrukturprojekt, das am 05.02.2026 in Luanda auf Antrag der Regierungen Angolas, der DR Kongo und Sambias stattfand. An dem Treffen nahmen politische Entscheidungsträger der drei Länder sowie internationale Partner teil.

Der Lobito-Korridor verbindet den Hafen von Lobito in Angola mit Regionen im Binnenland der DR Kongo und Sambias. Nach Angaben der EU handelt es sich um das erste offene transkontinentale Eisenbahnprojekt Afrikas. Ziel ist es, Handel zu erleichtern, private Investitionen anzuziehen und regionale wirtschaftliche Integration zu fördern.

Global-Gateway-Projekt mit Investitionen von über zwei Milliarden Euro

Für die Europäische Union ist der Lobito-Korridor ein zentrales Vorhaben im Rahmen der Global-Gateway-Strategie. Die EU und ihre Mitgliedstaaten haben nach eigenen Angaben Investitionen von mehr als zwei Milliarden Euro mobilisiert. Diese Mittel fließen in integrierte Entwicklungsmaßnahmen entlang der Verkehrsachse, darunter erneuerbare Energien, Mineralwertschöpfungsketten, Handels- und Transitförderung, berufliche Ausbildung sowie landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten.

Nach dem Koordinierungstreffen erklärte Borgstam, in Luanda seien wichtige Fortschritte bei der Abstimmung zwischen regionalen und internationalen Partnern erzielt worden, um den Lobito-Korridor umzusetzen. Er dankte den angolanischen Behörden für ihr Engagement auf regionaler und kontinentaler Ebene und verwies auf Angolas Rolle bei der Afrikanischen Union sowie beim AU-EU-Gipfel im November in Luanda.

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