Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) stellt gemeinsam mit europäischen Partnern 300 Millionen US-Dollar für Investitionen in erneuerbare Energien in Südafrika bereit. Empfänger ist die FirstRand Bank, eines der größten Finanzinstitute des Landes. Die Finanzierung gilt als größte Arrangierung in der Geschichte der DEG und ist Teil der südafrikanischen Just-Energy-Transition-Strategie. Neben Klimaschutz und Energieumbau sollen auch deutsche Unternehmen vor Ort gestärkt werden.
Größte Arrangierung in der Geschichte der DEG
Die DEG stellt der südafrikanischen FirstRand Bank ein syndiziertes Darlehen in Höhe von insgesamt 300 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Der Eigenanteil der DEG beträgt 100 Millionen US-Dollar und markiert die bislang größte einzelne Arrangierung des Unternehmens.
An der Finanzierung beteiligen sich zudem zwei weitere europäische Entwicklungsfinanzierer. Die niederländische FMO sowie die französische Proparco stellen jeweils weitere 100 Millionen US-Dollar bereit. Gemeinsam bündeln die drei Institutionen ihre Mittel, um Investitionen im Bereich erneuerbarer Energien in Südafrika zu ermöglichen.
Fokus auf erneuerbare Energien und Energieinfrastruktur
Das Darlehen dient der Finanzierung von Projekten im Bereich erneuerbarer Energien. Ziel ist es, zusätzliche Investitionen in Solar-, Wind- und weitere nachhaltige Energieformen zu mobilisieren. Die Mittel sollen über die FirstRand Bank an Projekte und Unternehmen weitergeleitet werden, die zur Transformation des südafrikanischen Energiesektors beitragen.
Im Zentrum steht der Ausbau klimafreundlicher Energieinfrastruktur. Damit reagiert die Finanzierung auf strukturelle Herausforderungen des Landes, darunter eine hohe Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und wiederkehrende Engpässe in der Stromversorgung.
Beitrag zur Just Energy Transition in Südafrika
Die Finanzierung ist Teil des sogenannten Just-Energy-Transition-Prozesses in Südafrika. Dieser verfolgt das Ziel, den Übergang zu einem emissionsärmeren Energiesystem sozial ausgewogen zu gestalten. Neben der Reduzierung von CO₂-Emissionen soll der Umbau des Energiesektors wirtschaftliches Wachstum fördern und neue Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der Klimaresilienz. Südafrika ist zunehmend von klimabedingten Risiken betroffen, darunter Dürren, die direkte Auswirkungen auf Landwirtschaft und Ernährungssicherheit haben. Investitionen in erneuerbare Energien gelten in diesem Kontext als ein Baustein, um langfristig widerstandsfähigere wirtschaftliche Strukturen aufzubauen.
Bedeutung für deutsche Unternehmen vor Ort

Das Engagement der DEG zielt auch darauf ab, die Präsenz deutscher Unternehmen in Südafrika zu stärken. Über die Finanzierung erhalten diese Zugang zu Kapital für nachhaltige Projekte, insbesondere im Energiesektor. Damit soll ihre Beteiligung an der Umsetzung von Investitionen in erneuerbare Energien erleichtert werden.
Die DEG ist seit vielen Jahren in Südafrika aktiv und unterstützt dort sowohl lokale als auch internationale Unternehmen. Die aktuelle Arrangierung baut auf diesem Engagement auf und erweitert den finanziellen Handlungsspielraum für Investitionen mit Nachhaltigkeitsbezug.
Langjährige Partnerschaft mit FirstRand Bank
Zwischen der DEG und der FirstRand Bank besteht eine Partnerschaft, die sich über fast zwei Jahrzehnte erstreckt. Diese Zusammenarbeit umfasst neben der Finanzierung auch beratende Unterstützung. Die DEG begleitete das Institut bei der Entwicklung interner Weiterbildungsprogramme zur Finanzierung nachhaltiger Investitionen.
Dazu zählen auch Initiativen mit Bezug zu Biodiversität und Umweltstandards. Ziel ist es, innerhalb der Bank Fachkompetenz für nachhaltige Finanzierungen weiter auszubauen und diese systematisch in die Kreditvergabe zu integrieren.
Stellungnahmen der beteiligten Akteure
Monika Beck, Mitglied der Geschäftsführung der DEG, betonte den strategischen Charakter der Finanzierung. Die Transaktion unterstreiche das gemeinsame Engagement für Wirkung und Klimaschutz und stärke die Anpassungsfähigkeit an klimatische Veränderungen in Südafrika.
Auch die FirstRand Bank hob die Bedeutung der Zusammenarbeit hervor. Bhulesh Singh, Group Treasurer des Instituts, verwies auf die Rolle der Klimaresilienz für ein Land, das zugleich Armut bekämpfe und mit klimabedingten Risiken für die Ernährungssicherheit konfrontiert sei. Die erneute Kooperation mit DEG, FMO und Proparco schaffe zusätzliche Kapazitäten für einen zentralen Wirtschaftssektor.
Rolle der FirstRand Bank im südafrikanischen Finanzsystem
Mit mehr als 40.000 Beschäftigten zählt die FirstRand Bank zu den größten Finanzinstituten Südafrikas. Sie ist die zweitgrößte Bank des Landes und die bedeutendste Tochtergesellschaft der FirstRand Limited Group. Aufgrund ihrer Marktstellung spielt sie eine zentrale Rolle bei der Finanzierung wirtschaftlicher Entwicklungsvorhaben.
Durch das syndizierte Darlehen erhält die Bank zusätzliche Mittel, um Investitionen im Bereich erneuerbarer Energien auszuweiten. Damit wird sie zu einem wichtigen Akteur bei der Umsetzung energie- und klimapolitischer Ziele in Südafrika.
Laut Angaben der DEG ist die Finanzierung darauf ausgerichtet, langfristige Investitionen mit messbarer Klima- und Entwicklungswirkung zu ermöglichen und die Zusammenarbeit europäischer und südafrikanischer Finanzakteure weiter zu vertiefen.