Marokko und Deutschland haben ihre strategische Partnerschaft im Rahmen der 51. marokkanisch-deutschen Regierungskonsultationen in Berlin deutlich ausgebaut. Bei den Treffen, die am 28. November 2025 abgeschlossen wurden, vereinbarten beide Seiten ein Kooperationsprogramm von 630 Millionen Euro. Das entspricht 6,77 Milliarden marokkanischen Dirham für den Zeitraum 2026 bis 2027.
Das Paket wurde vom marokkanischen Außenministerium und dem deutschen Entwicklungsministerium unterzeichnet. Es richtet sich an zentrale marokkanische Prioritäten wie Infrastruktur, erneuerbare Energien, Wasserwirtschaft, urbane Mobilität und soziale Programme.
Schwerpunkte des neuen Kooperationsprogramms zwischen Deutschland und Marokko
Das Programm umfasst eine Reihe von Bereichen, die Marokkos wirtschaftliche und soziale Entwicklung langfristig prägen sollen.
Infrastruktur und urbane Mobilität
Deutschland unterstützt groß angelegte Investitionen in urbane Verkehrsnetze und Infrastrukturprojekte. Ziel ist es, moderne Mobilitätslösungen in den großen marokkanischen Städten auszubauen und den Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen zu verbessern.
Erneuerbare Energien und grüner Wasserstoff
Ein Schwerpunkt liegt auf der Energiepartnerschaft. Der Ausbau von Solar und Windkraft sowie die Entwicklung des marokkanischen Ökosystems für grünen Wasserstoff stehen im Zentrum der deutsch-marokkanischen Zusammenarbeit. Berlin betrachtet Marokko als einen der wichtigsten Partner im Bereich klimaneutraler Energieträger.
Wasserressourcen und Anpassung an den Klimawandel
Angesichts steigender Belastungen der Wasserressourcen unterstützt Deutschland Investitionen in effiziente Wassernutzung, moderne Bewässerung und nachhaltige Konzepte im Bereich der Trinkwasserversorgung.
Soziale Entwicklung und Beschäftigung
Ein Teil der Zusammenarbeit stärkt Programme in sozialen Bereichen. Dazu zählen Schulung, Qualifizierung und Maßnahmen zur Förderung des Privatsektors.
Neuer Charakter der bilateralen Beziehungen
Die marokkanisch-deutsche Zusammenarbeit hat sich in den vergangenen Jahren von einem klassischen Entwicklungsverhältnis zu einer Partnerschaft mit strategischer und wirtschaftlicher Ausrichtung entwickelt. Deutschland betont Marokkos „besonderen Status“ als verlässlicher Partner mit hoher Umsetzungskapazität für komplexe Projekte.
Christoph Rauh vom BMZ hob hervor, dass Marokko ein bevorzugter Partner sei, insbesondere im Bereich grüner Technologien und in Fragen nachhaltiger Entwicklung. Beide Seiten verfolgen eine „Gewinn-Gewinn-Logik“, die auf geteilten Interessen und strukturellen Projekten basiert.
Eine produktive Woche in Berlin 🙌 Die Regierungsverhandlungen zwischen Marokko und Deutschland sind durch und die Partnerschaft geht stark weiter💪
— Germany in Morocco (@GER_in_Morocco) November 28, 2025
أسبوع مثمر في برلين 🙌 اختتمت المفاوضات الحكومية بين ألمانيا والمغرب وتستمر الشراكة بقوة 💪
🇲🇦🤝🇩🇪
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Redouane Adghoghi unterstrich die Bedeutung des multidimensionalen Dialogs zwischen Rabat und Berlin, der in politischer, wirtschaftlicher und technischer Hinsicht gewachsen ist. Er bezeichnete die Kooperation als „Modell der Region“ und verwies auf ihre Bedeutung vor dem Hintergrund geopolitischer Veränderungen im euro-mediterranen und afrikanischen Raum.
Die marokkanische Delegation nutzte ihren Berlin-Aufenthalt zudem für Fachgespräche und zur Erkundung neuer Kooperationsfelder.