Die Vereinigten Staaten und Mali haben Anfang Februar 2026 Schritte zur Wiederbelebung ihrer bilateralen Beziehungen eingeleitet. In Bamako empfing der malische Außenminister Abdoulaye Diop den US-Diplomaten Nick Checker, einen hochrangigen Vertreter des US-Außenministeriums. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Sicherheitsfragen im Sahel, wirtschaftliche Zusammenarbeit und der ausdrückliche Verweis auf die Achtung der malischen Souveränität.
Treffen in Bamako im Zeichen des Neuanfangs
Das Gespräch fand am 2. Februar im Rahmen des regelmäßigen politischen Dialogs statt. Nick Checker, derzeit Leiter des Büros für afrikanische Angelegenheiten im US-Außenministerium und Vertreter der US-Regierung für Mali, führte die Delegation an. An dem Treffen nahm auch die US-Botschafterin in Mali teil.

Nach Angaben des malischen Außenministeriums konzentrierten sich die Gespräche auf Perspektiven zur Wiederaufnahme der bilateralen Kooperation in Bereichen von gemeinsamem Interesse. Dazu zählten insbesondere die Bekämpfung des Terrorismus, sicherheitspolitische Entwicklungen in der Subregion sowie die Förderung wirtschaftlicher und kommerzieller Beziehungen.
Betonung der staatlichen Souveränität
Der US-Diplomat bekräftigte im Namen der amerikanischen Regierung den Respekt der Vereinigten Staaten für die Souveränität Malis. Zugleich erklärte er die Bereitschaft Washingtons, die Beziehungen auf neuer Grundlage zu revitalisieren. Diese solle von gegenseitigem Respekt geprägt sein und ohne Einmischung in innere Angelegenheiten erfolgen.

Nick Checker erklärte im Anschluss an das Treffen, er sei nach Bamako gekommen, „um mit der Regierung Malis zu sprechen“. Die Gespräche hätten sich auf Sicherheit, wirtschaftliche Entwicklung sowie auf die Korrektur früherer politischer Fehlansätze der vorherigen US-Regierung bezogen. Der Grundsatz der Souveränität Malis sei dabei zentral gewesen.
Einbindung der regionalen Dimension im Sahel
Außenminister Abdoulaye Diop begrüßte die von den USA formulierte neue Herangehensweise. Er unterstrich zugleich, dass eine vertiefte Zusammenarbeit die veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen berücksichtigen müsse. Dazu zähle insbesondere die subregionale Dimension der Confédération des États du Sahel, der Mali gemeinsam mit Burkina Faso und Niger angehört.

Die Gespräche verdeutlichten, dass sicherheitspolitische Fragestellungen zunehmend im regionalen Kontext behandelt werden. Die Lage im Sahel bleibt durch bewaffnete Gruppen, grenzüberschreitende Gewalt und fragile staatliche Strukturen geprägt.
US-Strategiewechsel gegenüber den Sahelstaaten
Der Besuch in Bamako ist Teil eines breiteren diplomatischen Ansatzes der US-Regierung unter Präsident Donald Trump, die ihre Beziehungen zu mehreren Sahelstaaten neu ausrichtet. Nach einer Phase politischer Spannungen und der Aussetzung bestimmter Kooperationsformate strebt Washington nun eine sicherheits- und wirtschaftsorientierte Annäherung an.
Senior Bureau Official Nick Checker is traveling to Bamako to convey the United States’ respect for Mali’s sovereignty and desire to chart a new course in the bilateral relationship and move past policy missteps. The United States looks forward to discussing next steps for…
— Bureau of African Affairs (@AsstSecStateAF) January 30, 2026
Nach US-Angaben sollen neben Mali auch Burkina Faso und Niger in diesen Dialog einbezogen werden. Ziel ist eine Zusammenarbeit bei gemeinsamen Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen. Fragen von Demokratie und Regierungsführung treten dabei in den Hintergrund, während der Kampf gegen bewaffnete Gruppen und die regionale Stabilität im Vordergrund stehen.
Sicherheit, Wirtschaft und geopolitischer Kontext
Die Gespräche in Bamako fanden vor dem Hintergrund einer veränderten Machtbalance im Sahel statt. Mali, Burkina Faso und Niger haben ihre sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit westlichen Staaten reduziert und sich stärker an Russland angenähert. Zugleich haben sie sich aus der westafrikanischen Staatengemeinschaft ECOWAS zurückgezogen.
Die US-Regierung signalisiert mit dem Besuch von Nick Checker die Absicht, den diplomatischen Kontakt zu den Regierungen der Region aufrechtzuerhalten und Einflussverluste zu begrenzen. Dabei soll die Kooperation auf Sicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und politische Konsultationen beschränkt bleiben. Offizielle Ankündigungen oder Vereinbarungen wurden nach Abschluss der Gespräche nicht bekanntgegeben.