US- Botschaft stärkt „Made in Eswatini“

In Eswatini nimmt eine Initiative zur Förderung lokaler Produktion und jugendlicher Unternehmertätigkeit konkrete Formen an. Mit der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding zwischen der Organisation A Peculiar People, der Youth Chamber of Commerce and Industry Eswatini, der Stadt Mbabane und der US-Botschaft wurde am 12. Januar in Mbabane der institutionelle Rahmen für den Ausbau der „Made in Eswatini“-Initiative geschaffen. Im Mittelpunkt stehen die Stärkung lokaler Wertschöpfung, der Marktzugang für junge Unternehmen sowie die landesweite Einführung eines Herkunftszeichens für in Eswatini produzierte Waren.

Partnerschaft zur Förderung lokaler Wirtschaftskreisläufe

Die Vereinbarung vereint staatliche, zivilgesellschaftliche und internationale Akteure mit dem Ziel, lokale Produktion systematisch zu unterstützen. A Peculiar People, eine in Eswatini aktive Plattform zur Förderung kreativer und wirtschaftlicher Initiativen, arbeitet künftig enger mit der Youth Chamber of Commerce and Industry Eswatini zusammen. Ergänzt wird die Partnerschaft durch die Stadtverwaltung von Mbabane sowie die Botschaft der Vereinigten Staaten in Eswatini.

Ziel der Kooperation ist es, junge Unternehmerinnen und Unternehmer gezielt zu fördern, ihre Produkte sichtbarer zu machen und ihnen den Zugang zu nationalen und perspektivisch auch regionalen Märkten zu erleichtern. Die Initiative reagiert damit auf strukturelle Herausforderungen der eswatinischen Wirtschaft, die stark von Importen geprägt ist, obwohl zahlreiche Produkte auch im Inland hergestellt werden könnten.

Einführung des „Made in Eswatini“-Herkunftszeichens

Ein zentrales Element der Initiative ist das neu eingeführte „Made in Eswatini Mark of Origin Licensing Programme“. Dieses Herkunftszeichen soll es Verbraucherinnen und Verbrauchern ermöglichen, lokal produzierte Waren eindeutig zu identifizieren. Gleichzeitig bietet es Unternehmen einen rechtlich geschützten Rahmen, um ihre Produkte als in Eswatini hergestellt auszuweisen.

Nach Angaben der Organisatoren ist das Herkunftszeichen inzwischen als Marke registriert worden. Die Zertifizierung erfolgte durch das Ministerium für Handel, Industrie und Gewerbe. Lokale Unternehmen werden ermutigt, ihre geistigen Eigentumsrechte zu schützen und das Zeichen aktiv zu nutzen, um Vertrauen bei Konsumenten aufzubauen und ihre Marktposition zu stärken.

Breite Resonanz aus der lokalen Wirtschaft

Bereits im Vorfeld der diesjährigen „Made in Eswatini“-Messe haben nach Angaben von Melusi „Zox“ Dlamini von A Peculiar People mehr als 220 lokale Marken ihr Interesse an einer Teilnahme bekundet. Diese Zahl wird als Hinweis auf eine wachsende Dynamik innerhalb der lokalen Wirtschaft gewertet.

Dlamini betonte bei der Unterzeichnung des Abkommens, dass die Initiative nicht nur symbolischen Charakter habe. Vielmehr seien bereits konkrete Partnerschaften mit jugendgeführten Unternehmen geschlossen worden, um die Umsetzung des Programms zu unterstützen und seine Reichweite zu vergrößern. Ziel sei es, die Initiative von einzelnen Veranstaltungen zu lösen und als dauerhafte Plattform zu etablieren.

Einbindung junger, technologieorientierter Unternehmen

Im Rahmen der Initiative werden gezielt junge Unternehmen eingebunden, darunter auch technologieorientierte Anbieter. Ein Beispiel ist das Unternehmen Simplified Systems, das digitale Dienstleistungen wie Front-Desk-Lösungen, Hardwarewartung, System-Upgrades sowie ein kartenbasiertes Bonus- und Belohnungssystem anbietet.

Durch solche Kooperationen sollen junge Produzenten an nationale Plattformen angebunden werden. Die erhöhte Sichtbarkeit ihrer Produkte und Dienstleistungen soll den Marktzugang erleichtern und neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnen. Gleichzeitig verfolgt die Initiative das Ziel, fragmentierte Unternehmerlandschaften zusammenzuführen und den Austausch zwischen unterschiedlichen Generationen von Wirtschaftstreibenden zu fördern.

Politische Unterstützung und gesellschaftliche Dimension

Rückhalt erhält die Initiative auch aus dem Umfeld des Königshauses. Prinzessin Sakhizwe rief bei der Vorstellung des Herkunftszeichens die Bevölkerung dazu auf, bewusst lokal produzierte Waren zu kaufen. Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes, so ihre Aussage, hänge wesentlich von den alltäglichen Konsumentscheidungen der Bürgerinnen und Bürger ab.

Die Unterstützung lokaler Produkte wurde dabei nicht nur als wirtschaftliche Maßnahme, sondern auch als Ausdruck nationaler Verantwortung und langfristiger Entwicklungsstrategie dargestellt. Besonders junge Menschen könnten von einer stärkeren lokalen Produktion profitieren, da sie neue Beschäftigungsmöglichkeiten und nachhaltige Einkommensquellen schaffe.

Rolle internationaler Partner

Die Beteiligung der US-Botschaft in Eswatini unterstreicht die internationale Dimension der Initiative. Die Unterstützung zielt darauf ab, Jugend, Innovation und lokale Wirtschaftsentwicklung miteinander zu verbinden. Auch die Stadt Mbabane ist als kommunaler Akteur eingebunden, um städtische Infrastrukturen und öffentliche Räume für die Förderung lokaler Marken nutzbar zu machen.

Die Unterzeichnung des Memorandum of Understanding und die begleitende Pressekonferenz fanden im American Corner der Mbabane Library statt. Anwesend waren neben Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Organisationen auch Mitglieder des Königshauses sowie kommunale Entscheidungsträger.

Lokale Produktion als wirtschaftspolitischer Ansatz

Die „Made in Eswatini“-Initiative ist Teil einer breiteren Debatte über wirtschaftliche Resilienz und Importabhängigkeit im südlichen Afrika. In Eswatini gilt die Förderung lokaler Produktion zunehmend als Instrument zur Stärkung der Binnenwirtschaft, zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Erhöhung der Wertschöpfung im Land.

Durch Herkunftskennzeichnung, institutionelle Partnerschaften und gezielte Förderung junger Unternehmen soll ein Rahmen entstehen, der lokale Produktion langfristig wettbewerbsfähiger macht und stärker im öffentlichen Bewusstsein verankert.

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