Präsidentschaftswahl in Guinea: Mamadi Doumbouya mit 86,72 Prozent zum Sieger erklärt

In Guinea hat der Oberste Gerichtshof die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl vom 28. Dezember 2025 bestätigt. Demnach gewann Mamadi Doumbouya, Kandidat der Partei Génération pour la Modernité et le Développement (GMD), die Wahl mit 86,72 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die Entscheidung beendet das formelle Wahlverfahren und markiert einen zentralen Schritt im von den Behörden betonten Übergang zur verfassungsmäßigen Ordnung. Nationale Reaktionen sowie internationale Glückwünsche folgten unmittelbar auf die Verkündung der endgültigen Ergebnisse.

Entscheidung der Cour suprême und offizielle Ergebnisse

Die Oberster Gerichtshof von Guinea bestätigte am 4. Januar 2026 in Conakry die vorläufigen Resultate der Wahl. Mamadi Doumbouya erhielt demnach 4.594.226 Stimmen, was einem Anteil von 86,72 Prozent der gültigen Stimmen entspricht. Das Gericht erklärte ihn damit bereits im ersten Wahlgang zum Sieger.

Die Wahl fand am 28. Dezember 2025 statt und war Teil des politischen Prozesses, der nach dem Machtwechsel vom 5. September 2021 eingeleitet worden war. Mit der Entscheidung des Gerichtshofs sind die Ergebnisse rechtskräftig.

Ansprache des gewählten Präsidenten an die Nation

Am Abend der Verkündung wandte sich Mamadi Doumbouya in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung. Er würdigte die Beteiligung der Wählerinnen und Wähler und sprach von einer Entscheidung, die in Ruhe und unter Achtung der Institutionen getroffen worden sei. Dabei verwies er auf Berichte internationaler Wahlbeobachtungsmissionen, die den ordnungsgemäßen Ablauf des Urnengangs bestätigt hätten.

In seiner Rede betonte Doumbouya den nationalen Zusammenhalt. Es gebe weder Sieger noch Besiegte, sondern eine einige und unteilbare Nation. Er rief die Bevölkerung dazu auf, gemeinsam an einer neuen Phase des Landes zu arbeiten, die von Frieden, Gerechtigkeit und geteilter wirtschaftlicher Entwicklung geprägt sein solle. Zugleich kündigte er an, das Jahr 2026 unter das Zeichen von Arbeit, Disziplin und Hoffnung zu stellen.

Reaktionen unterlegener Kandidaten

Nach der Bestätigung der Ergebnisse äußerten sich mehrere unterlegene Kandidaten öffentlich. Ibrahima Abé Sylla von der Nouvelle Génération pour la République, der mit 0,87 Prozent den fünften Platz belegte, erklärte, er akzeptiere das Ergebnis. Er verwies auf den aus seiner Sicht sehr engen Zeitrahmen des Wahlkampfs, betonte jedoch seinen Respekt gegenüber der Entscheidung der Wähler.

Sylla kündigte an, sein politisches Programm dem gewählten Präsidenten zur Verfügung stellen zu wollen, um zur wirtschaftlichen Erholung des Landes beizutragen. Auch Elhadj Bouna Keïta vom Rassemblement pour une Guinée Prospère, der mit 0,52 Prozent den achten Platz erreichte, begrüßte den Ausgang der Wahl. Entscheidend sei das nationale Interesse, erklärte er, und sprach von einem positiven Moment für das Land.

Diese Stellungnahmen wurden als Signal der Anerkennung des offiziellen Ergebnisses und als Beitrag zur politischen Beruhigung gewertet.

Internationale Reaktionen aus Washington, Paris und Peking

Auch auf internationaler Ebene folgten rasch Glückwünsche. Die Vereinigten Staaten erklärten in einer offiziellen Stellungnahme, sie gratulierten Mamadi Doumbouya zu seiner Wahl und sähen darin eine Gelegenheit, die bilateralen Beziehungen weiter zu vertiefen. Washington äußerte die Absicht, die wirtschaftliche Zusammenarbeit und die politische Stabilität zwischen beiden Ländern zu fördern.

Der französische Präsident Emmanuel Macron nahm telefonisch Kontakt mit dem gewählten Präsidenten auf und gratulierte ihm nach der Bestätigung der Ergebnisse durch den Obersten Gerichtshof. Der Élysée bezeichnete die Wahl als wichtigen politischen Schritt für Guinea.

Aus China übermittelte Präsident Xi Jinping eine Botschaft, in der er die historische Bedeutung der Beziehungen zwischen beiden Ländern hervorhob. Guinea war das erste Land in Subsahara-Afrika, das diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China aufgenommen hatte. Xi Jinping erklärte, er messe der weiteren Entwicklung der bilateralen Partnerschaft große Bedeutung bei und wolle die Zusammenarbeit weiter ausbauen.

Stellungnahme der Afrikanischen Union

Auch die AU gratulierte Mamadi Doumbouya offiziell zu seinem Wahlsieg. In einem am 5. Januar 2026 veröffentlichten Kommuniqué würdigte die Organisation die friedliche Stimmabgabe und die Beteiligung der Bevölkerung. Die Wahl sei Ausdruck einer breiten nationalen Einbindung in den politischen Prozess.

Zugleich erklärte die Afrikanische Union ihre Bereitschaft, Guinea weiterhin bei der Konsolidierung demokratischer Strukturen und des Rechtsstaats zu unterstützen. Darüber hinaus rief sie die internationale Gemeinschaft dazu auf, die seit dem Machtwechsel 2021 bestehenden Sanktionen gegen Guinea zu überprüfen und eine mögliche Aufhebung in Betracht zu ziehen. Dies solle die Umsetzung der politischen Reformagenda sowie die wirtschaftliche Stabilisierung des Landes erleichtern.

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