Bei der traditionellen Neujahrszeremonie mit dem in Côte d’Ivoire akkreditierten diplomatischen Corps hat Präsident Alassane Ouattara die Bindung seines Landes an Multilateralismus, Dialog und internationale Zusammenarbeit bekräftigt. Die Veranstaltung fand im Präsidentenpalast in Abidjan-Plateau statt.
Multilateralismus als Leitlinie in einer „Phase tiefgreifender Mutation“
Ouattara stellte die internationalen Rahmenbedingungen als von anhaltenden geopolitischen Spannungen, Sicherheitsrisiken, wirtschaftlichen Fragilitäten und zunehmend spürbaren Folgen des Klimawandels geprägt dar. Vor diesem Hintergrund betonte er die Notwendigkeit gemeinsamer und solidarischer Antworten. Er erklärte, Côte d’Ivoire werde weiterhin mit Partnern „für eine geteilte und nachhaltige Entwicklung“ arbeiten.

Die jährliche Begegnung mit dem diplomatischen Corps bezeichnete Ouattara als privilegierten Rahmen für offene und konstruktive Gespräche über den Zustand der Welt, globale Herausforderungen und Kooperationswege. Er dankte dem Apostolischen Nuntius als Doyen des Corps diplomatique für dessen Worte, die sich auch an seine Ehefrau und an das ivorische Volk richteten.
Ouattara verwies auf die Beteiligung seines Landes an mehreren internationalen Formaten. Genannt wurden die COP30 im November 2025 in Brasilien, die 4. UN-Konferenz über Entwicklungsfinanzierung in Sevilla sowie die Expo Osaka 2025 in Japan. Aus Sicht des Präsidenten unterstreichen diese Teilnahmen die internationale Öffnung des Landes und den Anspruch, wirtschaftliche Entwicklung mit Umweltschutz zu verbinden.
Diplomatie als Hebel für Finanzierung und Partnerschaften
Ein zentraler Schwerpunkt der Rede war der Start des Nationalen Entwicklungsplans 2026–2030. Ouattara kündigte an, Côte d’Ivoire werde den Plan noch 2026 in die Umsetzung bringen. Ziele seien eine beschleunigte strukturelle Transformation der Wirtschaft, die Konsolidierung starken, nachhaltigen und inklusiven Wachstums, höhere Wettbewerbsfähigkeit und bessere Lebensbedingungen.

Der Präsident forderte die Botschafterinnen und Botschafter ausdrücklich auf, in ihren Ländern und Institutionen Beiträge zur Umsetzung des Plans zu mobilisieren. Diese Erwartung verband er mit dem Bekenntnis, dass Côte d’Ivoire auch künftig international für einen Multilateralismus eintrete, „an den es fest glaubt“.
Innenpolitischer Rahmen: Verweis auf Wahlen 2025 und „reifen Demokratie“
Vor den Vertreterinnen und Vertretern des diplomatischen Corps würdigte Ouattara zudem die innenpolitische Lage. Er hob hervor, dass die Präsidentschaftswahl am 25. Oktober 2025 und die Parlamentswahl am 27. Dezember 2025 laut seiner Darstellung in einem ruhigen Umfeld stattgefunden hätten. Dies deutete er als Ausdruck einer wachsenden demokratischen Reife.
In weiteren Aussagen verwies Ouattara auf Fortschritte in Bereichen wie Bildung, beruflicher Ausbildung, Gesundheit, Wasser und Strom. Zudem nannte er Stärkungen sozialer Schutzprogramme sowie Maßnahmen zur beruflichen Integration von Jugendlichen und Frauen. Er erwähnte auch Unterstützungs- und Integrationsprogramme für Flüchtlinge im Norden des Landes in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern. Parallel dazu habe die Regierung Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen gegen Terrorismus weiter ausgebaut, um Sicherheit zu gewährleisten und ein entwicklungsförderliches Umfeld zu erhalten.
Côte d’Ivoire als „strategischer und wirtschaftlicher Pol“
Der Apostolische Nuntius Mauricio Rueda Beltz bezeichnete Côte d’Ivoire anlässlich der Zeremonie als strategischen, wirtschaftlichen und politischen Pol der Subregion und Afrikas. Er verwies auf Fortschritte im Jahr 2025, etwa in Wachstum, politischer Stabilität und Entwicklung, und würdigte den Wunsch nach Frieden im Zusammenhang mit den Wahlen. Für 2026 formulierte er das Bild eines „großen Dorfes des Friedens“, in dem politische Akteure Dialog pflegen, und betonte die Rolle von Frauen und Jugend für die Zukunft des Landes.