Paul Biyas Gesundheit wirft Fragen auf – Kamerun dementiert Klinikaufenthalt in Genf

Kameruns Regierung hat einen Bericht über eine angebliche stationäre Behandlung von Präsident Paul Biya in einer Privatklinik in Genf zurückgewiesen. Das Dementi veröffentlichte Kommunikationsminister und Regierungssprecher René Emmanuel Sadi am 18. Juni 2026. Die Regierung bestätigte zugleich, dass sich der 93-jährige Staatschef in der Schweiz aufhält und dort möglicherweise routinemäßig ärztlich untersuchen lässt. Biya sei jedoch nicht hospitalisiert und führe seine Amtsgeschäfte weiter.

Auslöser war ein Beitrag des französischsprachigen Magazins Jeune Afrique. Unter der Überschrift „Paul Biya in der Schweiz: Hinter den Kulissen eines neuen medizinischen Aufenthalts des kamerunischen Präsidenten“ berichtete das Magazin, Biya werde seit dem 7. Juni in einer privaten Klinik in Genf behandelt.

Die medizinische Versorgung stehe demnach im Zusammenhang mit einem angeblichen Schwächeanfall während der Feierlichkeiten zum kamerunischen Nationalfeiertag am 20. Mai. 

Regierung bestätigt Aufenthalt in Genf

Sadi bezeichnete den Bericht als „böswillige und unbegründete Spekulation“. Die Veröffentlichung verletze grundlegende Prinzipien des professionellen Journalismus, erklärte der Regierungssprecher.

„Die Regierung der Republik bestätigt, dass sich das Staatsoberhaupt tatsächlich in Genf in der Schweiz befindet, jedoch keineswegs in einer medizinischen Einrichtung untergebracht ist“, heißt es in der Mitteilung. Auch befinde sich Biya nicht in einem gesundheitlichen Zustand, der eine Behandlung in dem von Jeune Afrique beschriebenen Umfang erfordere.

Die Regierung schloss medizinische Untersuchungen während des Aufenthalts nicht grundsätzlich aus. Biya könne die Reise „legitimerweise“ für einfache ärztliche Konsultationen nutzen. Er verfolge jedoch weiterhin die Staatsgeschäfte und treffe die notwendigen Entscheidungen zur Führung des Landes.

„Der Präsident der Republik ist daher nicht hospitalisiert und wird so bald wie möglich nach Kamerun zurückkehren“, erklärte Sadi. Die Regierung bedauerte zugleich, dass die Behauptung von einem Medium mit etablierter Bekanntheit verbreitet worden sei.

Biya verließ Kamerun am 7. Juni

Die kamerunische Präsidentschaft hatte am 7. Juni mitgeteilt, dass Biya Yaoundé für einen „kurzen privaten Aufenthalt in Europa“ verlassen habe. Ein konkretes Zielland wurde zunächst nicht genannt.

Begleitet wurde der Präsident von seiner Ehefrau Chantal Biya. Kamerunische Medien nennen außerdem Vizeadmiral Joseph Fouda und den Direktor des Zivilkabinetts der Präsidentschaft, Samuel Mvondo Ayolo, als Mitglieder der Delegation.

Der Ökonom und politische Kommentator Dieudonné Essomba kritisierte in einer Fernsehsendung, dass der Präsident für medizinische Untersuchungen nach Europa reisen müsse. „Wenn wir in unseren Krankenhäusern über gute technische Einrichtungen verfügten, müsste der Präsident nicht verreisen, um sich untersuchen zu lassen“, sagte Essomba.

Er stellte zugleich infrage, weshalb die Präsidentschaft keine genaueren Angaben zum Aufenthalt des Staatschefs gemacht habe. Die Regierung hält dagegen, dass Biya seine Aufgaben auch aus Genf ohne Einschränkungen wahrnehme.

Weder die Regierungserklärung noch die weiteren Stellungnahmen nennen einen konkreten Termin für Biyas Rückkehr nach Kamerun. Auch nähere Angaben zum privaten Programm des Präsidenten in der Schweiz wurden nicht veröffentlicht.

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