Nigeria stoppt Diebstahl von 939 Tonnen Öl

Zwei Schiffe, 939 Tonnen gestohlenes Rohöl, 26 Festnahmen: Vor Calabar hat die nigerianische Marine einen großangelegten Zugriff gegen Rohöldiebstahl gemeldet.

Die nigerianische Marine hat vor der Küste von Calabar zwei Schiffe mit mehr als 939 Tonnen mutmaßlich gestohlenem Rohöl festgesetzt. Der Wert der Ladung liegt nach Angaben des Militärs bei mehr als vier Milliarden Naira. Am Sonntag machte der Kommandeur der Joint Task Force South South Operation Delta Safe, Olugbenga Oladipo, den Zugriff in Calabar öffentlich. Bei den Einsätzen wurden zudem 26 Besatzungsmitglieder festgenommen.

Zugriff in der Nacht zum 8. April

Oladipo zufolge erfolgte der Einsatz nach einem Geheimdiensthinweis in der Nacht zum 8. April. Festgesetzt wurden die Schiffe MT Mkpodu und MT Westaf AF in einem Bohrlochbereich innerhalb des gemeinsamen Einsatzraums Calabar/Akwa Ibom. Dort seien beide Schiffe aktiv in Rohöldiebstahl verwickelt gewesen.

Die MT Mkpodu sei nach Angaben des Kommandeurs in dem Moment gestoppt worden, als sie Rohöl absaugte. Der Zugriff sei in Zusammenarbeit mit dem Büro des Nationalen Sicherheitsberaters und dem Verteidigungsstab erfolgt.

„Der Chef des Marinestabs und der Chef des Luftwaffenstabs haben uns alle notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt, die wir für diesen Einsatz genutzt haben“, sagte Oladipo vor Journalisten in Calabar.

Marine und Luftwaffe koordinierten den Einsatz

Nach der Festsetzung entsandte die Marine das Schiff NNS SHERE sowie einen Hubschrauber der Nigerian Navy 410 Helicopter. Nach Darstellung Oladipos lieferte der Hubschrauber Luftbilder in Echtzeit, während NNS SHERE die Kontrolle über beide Schiffe auf offener See übernahm.

Anschließend brachten NNS OSE und Einheiten der Forward Operating Base Ibaka die festgesetzten Schiffe und die Besatzungen zum Marineanleger in Calabar.

Weitere Festsetzung zwei Tage später

Oladipo verwies zudem auf einen weiteren Zugriff vom 10. April. Dabei sei ein weiteres Schiff mit dem Namen MT Steliosk festgesetzt worden. Die Einsätze zeigten aus Sicht des Militärs die engere Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Teilstreitkräften und staatlichen Stellen im Kampf gegen Rohöldiebstahl in nigerianischen Gewässern.

Der Befehlshaber des Eastern Naval Command, Chidozie Okehie, dankte dem Kommandeur für dessen Unterstützung und bekräftigte den Kurs der Marine. Man werde den Druck auf kriminelle Netzwerke in dem Gebiet aufrechterhalten.

„Der Hubschrauber lieferte Luftbilder in Echtzeit, während das Marineschiff SHERE die beiden Schiffe auf See in Gewahrsam nahm“, sagte Oladipo.

Rohöldiebstahl bleibt ein sicherheits- und wirtschaftspolitisches Problem

Rohöldiebstahl gehört seit Jahren zu den zentralen Sicherheitsproblemen im ölreichen Süden Nigerias. Die Praxis trifft nicht nur die staatlichen Einnahmen, sondern belastet auch Exportströme, Energieinfrastruktur und die Sicherheitslage in den Förderregionen. Vor allem im Niger-Delta und angrenzenden Einsatzräumen gehen Sicherheitskräfte regelmäßig gegen illegale Raffinerien, Schmuggelrouten und das Anzapfen von Leitungen vor.

Die nun bekanntgegebenen Festsetzungen vor Calabar zeigen, dass die Marine ihre Einsätze inzwischen stärker mit Luftaufklärung und anderen Sicherheitsbehörden verzahnt.

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