Neue deutsche Botschafter in Afrika: Christian Heldt geht nach Marokko, Oliver Rentschler nach Südafrika

Das Bundeskabinett soll an diesem Mittwoch eine umfassende Rotation im Auswärtigen Amt bestätigen, die mehrere Schlüsselbotschaften in Afrika betrifft. Nach Informationen von Table.Briefings wird Christian Heldt neuer deutscher Botschafter in Marokko, während Oliver Rentschler die Leitung der Botschaft in Südafrika übernimmt.

Mit der Personalentscheidung werden zwei zentrale Partnerländer Deutschlands auf dem afrikanischen Kontinent neu besetzt. Marokko gilt als strategischer Akteur in Nordafrika, insbesondere in Fragen der Migration, Energie und regionalen Sicherheit. Südafrika ist Deutschlands wichtigster Handelspartner in Subsahara-Afrika und spielt eine zentrale Rolle in multilateralen Foren wie der G20 und den BRICS.

Christian Heldt wechselt von Sonderbeauftragten-Posten nach Rabat

Christian Heldt ist seit 1991 im Auswärtigen Amt tätig und war zuletzt Sonderbeauftragter für Beziehungen zu jüdischen Organisationen, Antisemitismusfragen sowie internationale Angelegenheiten der Sinti und Roma. In dieser Funktion verantwortete er die internationale Zusammenarbeit im Bereich Holocaust-Erinnerung, Antisemitismusbekämpfung und europäische Koordinierung.

Zuvor war Heldt von 2020 bis 2024 deutscher Botschafter in Lettland und von 2017 bis 2020 deutscher Botschafter im Kosovo. Sein Arbeitsbereich als Sonderbeauftragter umfasste unter anderem die Zusammenarbeit mit der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, dem Europarat, der Europäischen Union sowie der Internationalen Allianz zum Holocaustgedenken.

In Rabat wird Heldt künftig die bilateralen Beziehungen zu einem Land steuern, das für Deutschland sowohl sicherheits- als auch wirtschaftspolitisch an Bedeutung gewonnen hat. Neben Fragen der Migration und Grenzsicherung stehen die Kooperation bei erneuerbaren Energien sowie Investitionen im Mittelpunkt der deutsch-marokkanischen Agenda.

Oliver Rentschler übernimmt in Pretoria

Oliver Rentschler, bislang Leiter der Abteilung Geoökonomie im Auswärtigen Amt, wird neuer deutscher Botschafter in Pretoria. Seine bisherige Zuständigkeit für geoökonomische Fragen unterstreicht die wirtschaftspolitische Dimension der Beziehungen zu Südafrika.

Südafrika ist Mitglied der G20 und der BRICS-Staatengruppe und fungiert als politisches und wirtschaftliches Zentrum im südlichen Afrika. Die deutsch-südafrikanische Partnerschaft umfasst neben Handel und Investitionen auch Energiekooperation, Wasserstoffprojekte und Klimapolitik.

Mit der Entsendung eines Geoökonomie-Experten an die Spitze der Botschaft in Pretoria setzt Berlin ein Signal für die strategische Einbettung wirtschaftlicher Interessen in die Außenpolitik gegenüber Afrika.

Weitere Schlüsselposten neu besetzt

Neben den afrikanischen Vertretungen betrifft die Rotation auch andere wichtige Botschaften. Tobias Tunkel, Beauftragter des Auswärtigen Amts für den Nahen und Mittleren Osten, soll neuer Botschafter in Abu Dhabi werden.

Das Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen sieht vor, dass diese Entsendungen noch nicht offiziell bestätigt werden, solange das jeweilige Gastland nicht sein Einverständnis dazu gegeben hat.

Die Personalentscheidungen stehen im Kontext einer größeren Umstrukturierung innerhalb des Auswärtigen Amts und markieren einen Wechsel an mehreren zentralen Standorten der deutschen Außenpolitik.

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