Merz telefoniert mit Nigerias Präsident Tinubu

Bundeskanzler Friedrich Merz und Nigerias Präsident Bola Ahmed Tinubu haben eine Vertiefung der bilateralen Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit, Energie und Infrastruktur vereinbart. Nach Angaben des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung telefonierten beide Staats- und Regierungschefs am 18. Februar 2026 über die Lage in der Region und künftige Kooperationsfelder.

Deutschland werde Nigeria weiterhin bei seinen Stabilisierungsbemühungen unterstützen, erklärte der Bundeskanzler. Beide Seiten würdigten die langjährigen und engen Beziehungen zwischen Deutschland und Nigeria und verständigten sich darauf, die wirtschaftliche Zusammenarbeit auszubauen.

Austausch zwischen Merz und Tinubu zur wirtschaftlichen Kooperation

Merz würdigte die langjährigen und engen Beziehungen zwischen Deutschland und Nigeria. Beide Staats- und Regierungschefs vereinbarten, die Zusammenarbeit insbesondere im wirtschaftlichen Bereich weiter zu vertiefen.

Nach Angaben der nigerianischen Präsidentschaft tauschten sich Merz und Tinubu insbesondere über die sogenannte Presidential Power Initiative aus. Präsident Tinubu habe darauf hingewiesen, dass Nigeria Unterstützung beim Ausbau der Stromübertragung benötige.

Der Bundeskanzler habe zugesagt, dass Siemens bereit sei, bei der Umsetzung zu helfen. Zudem habe Deutsche Banksignalisiert, das Projekt finanzieren zu wollen.

Darüber hinaus vereinbarten beide Seiten eine engere Kooperation im Eisenbahnsektor sowie bei der Förderung kreativer Industrien und der beruflichen Qualifizierung.

Nigeria gilt als bevölkerungsreichstes Land Afrikas und spielt eine zentrale Rolle für Sicherheit und wirtschaftliche Entwicklung in Westafrika. Weitere Details zu konkreten Projekten oder Vereinbarungen wurden zunächst nicht bekanntgegeben.

Sicherheitslage im Sahel im Gespräch

Ein weiterer Schwerpunkt des Telefonats war die Sicherheitslage im Sahel. Beide Staats- und Regierungschefs äußerten sich besorgt über die Entwicklungen in der Region. Präsident Tinubu sprach sich nach Angaben seiner Präsidentschaft für die Lieferung gebrauchter Hubschrauber aus, um Aufklärungs- und Überwachungsmaßnahmen zu stärken.

„Der Sahel-Korridor ist problematisch und benötigt unsere Unterstützung. Aufklärungsunterstützung ist notwendig“, wurde Tinubu zitiert.

Kulturelle Kooperation und diplomatische Kontakte

Merz betonte laut nigerianischer Darstellung die Bedeutung kultureller Zusammenarbeit und sprach sich für die Einrichtung eines „Great Museum of African Arts“ aus. Zudem verwies er auf die Erwartung der baldigen Ankunft des neuen nigerianischen Botschafters in Berlin.

Das rund neuminütige Telefonat unterstreicht die Bestrebungen beider Regierungen, die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Nigeria in einer Phase regionaler sicherheitspolitischer Spannungen weiter auszubauen.

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