Macron lädt Guineas Präsident Doumbouya nach Paris ein

Paris und Conakry rücken enger zusammen: Emmanuel Macron lädt Mamadi Doumbouya nach Frankreich ein, während Nicolas Forissier in Guinea milliardenschwere Projekte und neue Wirtschaftsinitiativen in den Mittelpunkt stellt.

Guineas Staatschef Mamadi Doumbouya hat den französischen Sondergesandten Nicolas Forissier in Conakry empfangen und damit ein Signal für engere Beziehungen zu Paris gesetzt. Im Mittelpunkt des Treffens standen eine offizielle Einladung nach Frankreich sowie Gespräche über den Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit in mehreren strategischen Bereichen.

Der Termin fand am 8. April im Mohammed-V.-Palast statt. Parallel stellte Forissier eine französische Finanzierungszusage von mehr als 1,1 Milliarden Euro für Entwicklungsprojekte und wirtschaftliche Partnerschaften in Guinea heraus.

Einladung nach Frankreich und neues Signal an Paris

Die guineische Präsidentschaft erklärte, Forissier habe bei seinem Treffen mit Doumbouya eine persönliche Botschaft Macrons überbracht und eine offizielle Einladung nach Frankreich ausgesprochen. Ziel sei es, den politischen Dialog zu vertiefen und die Beziehungen zwischen beiden Ländern zu stärken.

Doumbouya begrüßte die Initiative und verwies auf die historischen Beziehungen zwischen Guinea und Frankreich. Er bekräftigte nach Angaben der Präsidentschaft den Willen Guineas, ausgewogene Partnerschaften auf Grundlage gegenseitigen Respekts und gemeinsamer Interessen auszubauen.

An dem Treffen nahm auch Außenminister Morissanda Kouyaté teil. Anschließend setzten beide Seiten ihre Gespräche in kleiner Runde fort.

Conakry betont Partnerschaften auf Augenhöhe

Doumbouya bekräftigte zugleich den Anspruch Guineas, ausgewogene Partnerschaften zu entwickeln, die auf gegenseitigem Respekt und gemeinsamen Interessen beruhen. Damit rückte Conakry die politische Linie in den Vordergrund, internationale Kooperation enger an eigene Entwicklungsziele zu binden.

Die Gespräche in Conakry drehten sich um mehrere strategische Felder. Genannt wurden Gesundheit, Energie, Industrie sowie der Abbau kritischer Mineralien. Hinzu kamen Themen wie Jugend, ländliche Entwicklung, Migration und Partnerschaften zwischen guineischen und französischen Unternehmen.

Die guineische Präsidentschaft stellte den Austausch zudem in den Zusammenhang mit dem Programm Simandou 2040. Außenminister Kouyaté sprach von einem neuen Vertrauenszuwachs zwischen beiden Staaten und verwies auf die wirtschaftlichen Transformationsziele des Landes.

Paris hebt Zusagen von mehr als 1,1 Milliarden Euro hervor

Vor Medien in Conakry sagte Forissier, Frankreich habe derzeit mehr als 1,1 Milliarden Euro für konkrete Entwicklungsprojekte und wirtschaftliche Partnerschaften in Guinea mobilisiert. Er nannte dabei unter anderem die französische Entwicklungsagentur, Bpifrance, Business France und Darlehen des französischen Schatzamts.

„Mehr als eine Milliarde einhundert Millionen Euro sind derzeit in äußerst konkrete Projekte der Entwicklung und der wirtschaftlichen Partnerschaften eingebunden“, sagte Forissier. Frankreich wolle diese Dynamik fortsetzen.

Er verwies außerdem auf den Bau und die Kofinanzierung von vier großen Krankenhäusern in verschiedenen Regionen des Landes. Daneben nannte er Vorhaben im urbanen Ausbau von Conakry, Projekte rund um die Deponie La Minière, mögliche technische Deponiezentren sowie industrielle Entwicklung.

Geschäftsforum mit mehr als 50 französischen Unternehmen

Ein weiterer Schwerpunkt der Reise war ein Wirtschaftsforum in Conakry, das nach Angaben Forissiers von BPI France organisiert wurde. Mehr als 50 französische Unternehmen nahmen daran teil. Der Minister sprach vom größten Aufgebot französischer Unternehmen bei einem solchen Format in Afrika.

Größere Vertragsabschlüsse wurden bei dem Forum nicht bekanntgegeben. Forissier sagte, das Ziel habe nicht in sofortigen Unterschriften gelegen, sondern darin, die Bedürfnisse der guineischen Wirtschaft besser zu verstehen und Verbindungen zwischen Unternehmen beider Länder zu schaffen.

Aus den Gesprächen soll nun ein informeller Arbeitsmechanismus hervorgehen. Er soll Projekte begleiten, Hindernisse benennen und die wirtschaftliche Zusammenarbeit enger koordinieren.

Kooperation soll stärker auf konkrete Projekte ausgerichtet werden

Forissier beschrieb die französisch-guineische Zusammenarbeit mehrfach als „gagnant-gagnant“, also als Partnerschaft zum gegenseitigen Nutzen. Im Mittelpunkt seines Besuchs standen nach seinen Worten wirtschaftliche Kooperation, Investitionen und Entwicklungsprojekte.

Zu den von ihm genannten Vorhaben gehören der Ausbau lokaler Verarbeitungskapazitäten im Rohstoffsektor, darunter ein Aluminiumeraffinerie-Projekt, der Einsatz Frankreichs beim Ausbau des digitalen Antennenfernsehens im Rahmen des Programms Broadcast sowie laufende Infrastrukturprojekte.

Auch im Handel nannte Forissier neue Projekte. In Conakry soll demnach ein Geschäft der Carrefour-Gruppe in Partnerschaft mit dem lokalen Unternehmen Imperial eröffnen. Geplant seien zudem die Renovierung von sieben Geschäften und die Schaffung von rund 20 neuen Verkaufsstellen.

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