Machtkampf in Simbabwe: Mnangagwa schwächt Einfluss von Chiwenga

Simbabwes Präsident Emmerson Mnangagwa hat die Provinzministerin für Mashonaland East, Apollonia Munzverengwi, entlassen und durch Itayi Ndudzo ersetzt. Die Maßnahme wird als Teil eines umfassenderen Schrittes zur Schwächung von Vizepräsident Constantino Chiwenga gewertet.

Munzverengwi galt als enge Vertraute Chiwengas und spielte eine Schlüsselrolle in dessen Unterstützungsnetzwerk innerhalb der Regierungspartei ZANU-PF. Ihre Entlassung folgte auf öffentliche Auseinandersetzungen zwischen Anhängern Mnangagwas und Chiwengas bei einer Gedenkveranstaltung auf dem National Heroes Acre.

Regierungsquellen zufolge könnte dieser Schritt Teil einer größeren Strategie Mnangagwas sein, um Chiwengas Einfluss in der strategisch wichtigen Provinz Mashonaland East einzuschränken. Diese Entwicklungen ähneln früheren politischen Säuberungen, mit denen militärisch unterstützte Figuren entfernt wurden, die Mnangagwa 2017 bei der Machtübernahme von Robert Mugabe geholfen hatten.

Chiwenga: Fraktionskämpfe innerhalb der ZANU-PF

Die Entlassung Munzverengwis wird als direkter Angriff auf Chiwengas Einfluss interpretiert. Politische Analysten sehen darin ein Manöver Mnangagwas, um seine Macht vor den Wahlen 2028 zu festigen. Chiwenga, der als Architekt des Militärputsches von 2017 gilt, wird als möglicher Herausforderer Mnangagwas innerhalb der ZANU-PF gehandelt.

Zudem wurde Ndudzo als Nachfolger Munzverengwis nominiert, eine Person mit engen Verbindungen zur einflussreichen Rushwaya-Familie, die wiederum mit Mnangagwa in Verbindung steht. Dies könnte darauf hindeuten, dass Mnangagwa strategisch Schlüsselpositionen in der Regierung mit loyalen Anhängern besetzt, um mögliche innerparteiliche Rivalen auszumanövrieren.

Mit Martin Rushwaya, einem weiteren engen Vertrauten Mnangagwas, an zentraler administrativer Stelle gewinnt der Präsident zunehmend Kontrolle über die politischen Strukturen in Mashonaland East, einer Hochburg der ZANU-PF.

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