Die Regierung Gambias will Gespräche mit den Vereinigten Staaten aufnehmen, um bestehende Reise- und Visa-Beschränkungen zu klären. Ziel ist es, die Maßnahmen zu überprüfen und eine diplomatische Lösung zu finden. Das kündigte Regierungssprecher Ebrima G. Sankareh am 6. Januar 2026 an. Die Initiative erfolgt mit Unterstützung des Präsidialamts und des Außenministeriums.
Gespräche über Botschaft oder Außenministerium
Nach Angaben Sankarehs soll der Austausch entweder über die U.S. Embassy in Banjul oder direkt mit dem U.S. State Department erfolgen. Hintergrund sind US-Visaauflagen, die Gambierinnen und Gambier betreffen. Sankareh bezeichnete die Situation als erklärungsbedürftig, insbesondere vor dem Hintergrund der langjährigen diplomatischen Beziehungen zwischen Gambia und den USA seit der Unabhängigkeit.
Verweis auf demokratische Entwicklung unter Präsident Barrow
Sankareh betonte, die politischen Veränderungen der vergangenen Jahre sollten in die Bewertung einfließen. Unter Präsident Adama Barrow habe sich die demokratische Lage des Landes grundlegend gewandelt. In den 22 Jahren vor Barrows Amtsantritt hätten die USA erhebliche Vorbehalte gegenüber der Regierungsführung in Gambia gehabt. Diese Ausgangslage habe sich inzwischen verändert, so der Regierungssprecher.

Er unterstrich, dass Präsident Barrow eine diplomatische Lösung anstrebe und die Angelegenheit aktiv verfolge. Der Präsident wolle innerhalb seines Mandats alle Möglichkeiten ausschöpfen, um zu einer Klärung zu kommen.
Einordnung der US-Bedenken
Auf Hinweise, wonach Gambia teilweise selbst für die Einschränkungen verantwortlich sei, ging Sankareh differenziert ein. Zwei Punkte würden von US-Behörden regelmäßig genannt: das Überschreiten von Aufenthaltsfristen und der Status nicht dokumentierter Migranten. Eine pauschale Bewertung greife jedoch zu kurz.
Sankareh verwies auf persönliche Erfahrungen als Migrant und Exilant. Viele Gambier seien legal in die USA eingereist, hätten später jedoch ihren Aufenthaltsstatus verloren, etwa nach erfolglosen Asylverfahren oder mangels Regularisierungsmöglichkeiten. Ein Visum zu überziehen sei nicht mit einer illegalen Einreise gleichzusetzen.
Soziale Folgen für betroffene Familien
Der Regierungssprecher schilderte die Situation von Familien, die seit Jahrzehnten in den USA leben, deren Kinder dort geboren, aufgewachsen und ausgebildet seien. Eine Rückführung solcher Familien sei mit erheblichen menschlichen Belastungen verbunden. Viele Betroffene hätten alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft und lebten unauffällig und gesetzestreu.
Diese Aspekte müssten aus Sicht der Regierung in die Gespräche mit Washington einbezogen werden. Sankareh nannte auch mögliche Rückkehrprogramme für Personen, die freiwillig nach Gambia zurückkehren wollen, als Bestandteil weiterführender Gespräche.
Hinweise auf Reiseverzögerungen trotz gültiger Visa

Sankareh bestätigte zudem Berichte, wonach einzelnen Gambiern mit gültigen US-Visa geraten worden sei, Reisen vorerst aufzuschieben. Er habe entsprechende Informationen erhalten und prüfe diese derzeit mit der amerikanischen Botschaft. Demnach seien selbst Personen mit gültigen Einreisedokumenten gebeten worden, vorläufig abzuwarten.
Die Lage beschrieb Sankareh als belastend für die Betroffenen. Zugleich bekräftigte er, dass die Regierung auf Dialog setze und Konfrontation vermeiden wolle. Ziel sei es, Vertrauen wiederherzustellen und für gambische Staatsangehörige wieder verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen.
Wie aus dem Umfeld der Regierung zu hören ist, sollen die Gespräche zeitnah aufgenommen werden, um offene Fragen zu klären und die Auswirkungen der Beschränkungen zu adressieren.