Familie bestätigt Tod von Saif al-Islam Gaddafi

Mehrere Medien und Personen aus dem Umfeld der Familie Gaddafi berichten übereinstimmend über den Tod von Saif al-Islam Gaddafi, Sohn des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi. Nach Angaben aus seinem politischen Umfeld soll er Anfang Februar 2026 im Westen Libyens ums Leben gekommen sein. Offizielle Bestätigungen libyscher Behörden liegen bislang nicht vor, die genauen Umstände bleiben ungeklärt.

Bestätigungen aus dem Umfeld der Familie

Abdullah Othman, Berater und Leiter des politischen Teams von Saif al-Islam Gaddafi, erklärte öffentlich den Tod des Politikers, ohne nähere Angaben zu Ursache oder Ablauf zu machen. Auch Quellen aus dem Umfeld der Familie bestätigten den Tod gegenüber mehreren arabischen Medien, darunter Al Hadath. Der Sender Al Jazeera berichtete unter Berufung auf informierte Kreise von „unklaren Umständen“, unter denen Saif al-Islam Gaddafi ums Leben gekommen sei.

Nach ersten, nicht unabhängig verifizierten Darstellungen soll es in der Region um Zintan beziehungsweise im Gebiet Hamada zu einem bewaffneten Zwischenfall gekommen sein, bei dem Saif al-Islam Gaddafi getötet worden sei. Details zu möglichen Tätern oder zum Ablauf wurden nicht genannt.

Stellungnahme der 444. Kampfbrigade

Die 444 Combat Brigade wies Berichte über eine eigene Beteiligung an Kämpfen in Zintan und an dem Tod von Saif al-Islam Gaddafi ausdrücklich zurück. In einer offiziellen Erklärung betonte die Brigade, sie habe weder militärische Präsenz noch Einsätze in Zintan oder dessen Umgebung. Zudem habe es keinerlei Anweisungen gegeben, Saif al-Islam Gaddafi zu verfolgen.

Die Brigade erklärte weiter, die genannten Ereignisse lägen außerhalb ihres militärischen und sicherheitspolitischen Mandats. Medien und Nutzer sozialer Netzwerke wurden aufgerufen, ausschließlich auf offizielle Mitteilungen zurückzugreifen und keine unbestätigten Informationen zu verbreiten.

Widersprüchliche Berichte und fehlende offizielle Angaben

Während Angehörige, politische Weggefährten und der Anwalt von Saif al-Islam Gaddafi dessen Tod bestätigten, äußerten sich libysche Behörden bis zuletzt nicht öffentlich. Internationale Medien berichten daher übereinstimmend von einer unübersichtlichen Informationslage.

Saif al-Islam Gaddafi war 2011 nach dem Sturz des früheren Regimes in Zintan festgenommen und 2017 im Rahmen einer Generalamnestie freigelassen worden. Trotz fehlender offizieller Funktion galt er in den vergangenen Jahren als einflussreiche politische Figur, die über informelle Netzwerke verfügte und an Vermittlungsversuchen beteiligt gewesen sein soll.

Der Tod von Saif al-Islam Gaddafi könnte Auswirkungen auf innerlibysche Machtkonstellationen haben, insbesondere vor dem Hintergrund anhaltender politischer Fragmentierung und rivalisierender bewaffneter Gruppen. Aussagen zu möglichen Folgen oder Reaktionen blieben in den vorliegenden Berichten jedoch aus.

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