Entwicklungsministerin Alabali Radovan verknüpft auf der MSC Entwicklung und Sicherheit

Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan hat Entwicklungspolitik auf der Münchner Sicherheitskonferenz als Bestandteil der Sicherheitspolitik dargestellt. Sie bezeichnete Entwicklungszusammenarbeit als präventiven Ansatz, der Konflikte an ihren Ursachen adressiert und Krisen eindämmen soll. Auf der Konferenz wurde zudem über Reformen der internationalen Entwicklungsarchitektur und über die Rolle privater Investitionen diskutiert.

Die Aussagen fielen am 12. Februar 2026 beim Opening Townhall „Reboot or Repair? Toward A New Development Paradigm“, das den Auftakt des Townhall-Programms der Konferenz bildete.

„Präventive Sicherheit“ durch Entwicklungspolitik

Alabali Radovan erklärte, Sicherheit lasse sich nicht allein mit Militär und Diplomatie gewährleisten. Sie verwies auf das Konzept der „3D“ aus Verteidigung, Diplomatie und Entwicklung und sprach von Entwicklungszusammenarbeit als präventiver Sicherheitspolitik. Begründet wurde dies mit Maßnahmen, die staatliche Leistungsfähigkeit stärken, Bildung fördern und Perspektiven schaffen sollen.

Als Beleg für die Kostenlogik nannte sie Berechnungen von Weltbank und UNDP, wonach Prävention deutlich günstiger sei als spätere Krisenreaktionen. Zugleich stellte sie die Reform der deutschen Entwicklungspolitik in den Zusammenhang geopolitischer Umbrüche und betonte den Aufbau verlässlicher Partnerschaften mit Ländern des Globalen Südens.

MSC-Debatte über Reformen und Finanzierungsmodelle

Auf dem Panel diskutierten neben Alabali Radovan EU-Kommissar Jozef Síkela, UNDP-Administrator Alexander De Croo und Togos Außenminister Robert Dussey. De Croo stellte die These auf, Entwicklungszusammenarbeit sei nicht „Soft Power“, sondern in ihrer Wirkung mit „Hard Power“ vergleichbar, weil Stabilisierung ohne funktionierende Institutionen, Bildung und Gesundheitsversorgung begrenzt bleibe.

Síkela argumentierte, die Wirkung von Entwicklungsbudgets müsse stärker über Jobschaffung und Wertschöpfung in Partnerländern organisiert werden. Er verwies auf demografische Trends und die wachsende Lücke zur Finanzierung globaler Entwicklungsziele. Als zentrale Hebel nannte er die Mobilisierung privater Investitionen durch Risikominderung sowie Maßnahmen zur Stärkung der Einnahmenbasis von Staaten, etwa über Steuerreformen und die Eindämmung illegaler Finanzströme.

Dussey forderte eine Abkehr von paternalistischen Ansätzen und betonte, afrikanische Staaten wollten stärker als Partner agieren, nicht als Empfänger. Er sprach sich für industrielle Entwicklung, lokale Verarbeitung von Rohstoffen und einen Ausbau regionaler Wertschöpfung aus.

Migration, Gesundheit und regionale Konflikte als Schwerpunkte

In der Townhall wurden auch Themen wie Migration, Gesundheitsversorgung und fragile Staaten angesprochen. Alabali Radovan nannte Sudan als Beispiel für eine große humanitäre Krise, bei der andere Instrumente erforderlich seien als in Regionen, in denen Beschäftigung und Ausbildung im Vordergrund stehen. Sie verwies auf unterschiedliche Ansätze je nach Kontext und betonte, dass Migration sowohl in humanitären Krisen als auch in wirtschaftlichen Transformationsprozessen unterschiedliche politische Antworten erfordere.

In ihren abschließenden Hinweisen hob sie die Bedeutung von Dialog und Kooperation zwischen Regierungen, internationalen Organisationen und Privatwirtschaft hervor. Als Feld, in dem Rückschritte besonders schnell messbar seien, nannte sie globale Gesundheit.

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