Burkina Faso: Gold und weitere vier Produkte tragen die Exporte

Burkina Faso hat im Jahr 2024 einen deutlichen Anstieg seiner Exporterlöse verzeichnet. Die Ausfuhren erreichten einen Wert von 3.708,3 Milliarden CFA-Franc und lagen damit um 15,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Getragen wurde dieses Wachstum von einer stark konzentrierten Exportstruktur. Fünf Produktgruppen vereinten zusammen 89,1 Prozent der gesamten Ausfuhren des Landes auf sich.

Exportentwicklung auf Rekordniveau

Die jüngsten Zahlen gehen aus dem Jahresbericht 2024 zur Zahlungsbilanz und zur internationalen Vermögensposition der BCEAO hervor. Der Bericht zeigt, dass sich die Exportdynamik im Vergleich zu 2023 spürbar beschleunigt hat. Gleichzeitig verdeutlichen die Daten die hohe Abhängigkeit der burkinischen Außenhandelseinnahmen von wenigen Rohstoffen und Agrarprodukten.

Gold bleibt dominierender Exportfaktor

Mit großem Abstand wichtigstes Exportprodukt ist nicht-monetäres Gold. Es machte 2024 rund 78,6 Prozent des gesamten Exportwertes aus. Die Erlöse aus Goldexporten stiegen innerhalb eines Jahres um 32,1 Prozent. Dieser Zuwachs resultierte sowohl aus höheren internationalen Goldpreisen, die um 16,9 Prozent zulegten, als auch aus einer Ausweitung der exportierten Mengen um 13 Prozent.

Besonders hervorgehoben wird im Bericht der starke Anstieg von Gold aus handwerklicher Förderung. Die kommerzialisierte Menge erhöhte sich von 124,2 Kilogramm im Jahr 2023 auf mehr als acht Tonnen im Jahr 2024. Dies wird auf eine stärkere staatliche Strukturierung und Kontrolle der Vermarktungskanäle zurückgeführt.

Baumwolle mit Mengenanstieg trotz Preisrückgang

An zweiter Stelle der Exportprodukte steht Baumwollfaser mit einem Anteil von 5,5 Prozent an den Gesamtausfuhren. Trotz eines Rückgangs der Weltmarktpreise um fünf Prozent stiegen die Einnahmen aus Baumwollverkäufen um 32,2 Prozent. Ausschlaggebend war ein deutlicher Anstieg der exportierten Mengen um 39,5 Prozent.

Der Volumenzuwachs folgte auf eine schwache Erntesaison im Jahr 2023 und markierte eine partielle Erholung der Baumwollproduktion, die weiterhin eine zentrale Rolle für den Agrarsektor Burkina Fasos spielt.

Viehexporte als regional bedeutender Faktor

Den dritten Platz unter den wichtigsten Exportgütern nehmen lebende Tiere ein. Sie trugen 2,1 Prozent zu den Exporterlösen bei. Die Ausfuhren richten sich überwiegend an regionale Märkte, insbesondere nach Ghana und Côte d’Ivoire.

Der Handel mit Nutztieren bleibt damit ein wichtiger Bestandteil der regionalen wirtschaftlichen Verflechtung Burkina Fasos, auch wenn sein Anteil am Gesamtexportvolumen deutlich hinter Gold und Baumwolle zurückbleibt.

Cashewnüsse und Sesam im Exportportfolio

Cashewnüsse belegten 2024 den vierten Rang mit einem Exportanteil von 1,8 Prozent. Die Erlöse beliefen sich auf 67,6 Milliarden CFA-Franc. Trotz steigender Preise auf den internationalen Märkten gingen die exportierten Mengen um 11,5 Prozent zurück, was die Einnahmen insgesamt begrenzte.

Sesam erreichte mit einem Anteil von 1,2 Prozent erstmals einen Platz unter den fünf wichtigsten Exportprodukten. Sowohl Preise als auch Exportmengen legten zu. Dadurch verdrängte Sesam andere Güter, darunter Zement, aus der Spitzengruppe der Exportartikel.

Konzentration der Exporte als strukturelles Merkmal

Die fünf führenden Produktgruppen – Gold, Baumwolle, lebende Tiere, Cashewnüsse und Sesam – machten zusammen nahezu neun Zehntel der gesamten Exporterlöse Burkina Fasos aus. Diese Struktur unterstreicht die starke Abhängigkeit des Landes von der Entwicklung internationaler Rohstoff- und Agrarmärkte.

Wie im Bericht der BCEAO dargelegt, spiegeln die Exportzahlen sowohl die kurzfristigen Marktbedingungen als auch langfristige strukturelle Merkmale der burkinischen Wirtschaft wider.

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