Die Gehaltsausgaben im öffentlichen Dienst Botsuanas steigen im Haushaltsjahr 2026/27 deutlich an. Nach Angaben der Sunday Standard erhöht sich die staatliche Lohnsumme auf umgerechnet rund 2,62 Milliarden Euro, nach etwa 2,36 Milliarden Euro im Vorjahr.
Die Steigerung um 11,4 Prozent führt dazu, dass Gehälter mehr als die Hälfte des laufenden Haushalts ausmachen. Von den vorgesehenen rund 5,17 Milliarden Euro an wiederkehrenden Ausgaben entfallen 50,6 Prozent auf Personalkosten. Bezogen auf die Gesamtausgaben von etwa 6,67 Milliarden Euro entspricht dies rund 40 Prozent.
Übernahme befristeter Beschäftigter
Ein Teil des Anstiegs geht auf die Übernahme von 490 bislang befristet angestellten Reinigungskräften, Gärtnern und Nachtwächtern in unbefristete und pensionsberechtigte Stellen zurück. Die Maßnahme tritt zum 1. April 2026 in Kraft und wird von der Direktion für öffentliches Personalmanagement gesteuert.
Die Beschäftigten erhalten ein monatliches Mindestgehalt von umgerechnet rund 257 Euro sowie Zugang zu Pensions- und Krankenleistungen. Die einzelnen Gehälter fallen vergleichsweise gering aus, erhöhen in der Summe jedoch die dauerhaften Verpflichtungen des Staates.
Deutlich höhere Pensionslasten
Stärker noch als die Gehälter steigen die Aufwendungen für Pensionen, Abfindungen und Entschädigungen. Diese sollen sich nahezu verdoppeln und von rund 303 Millionen Euro auf etwa 560 Millionen Euro wachsen. Davon entfallen rund 534 Millionen Euro auf staatliche Beiträge zum Botswana Public Officers Pension Fund.

Der Staat zahlt 15 Prozent des jeweiligen Gehalts in die Altersvorsorge ein, während Beschäftigte 5 Prozent beitragen. Jede Ausweitung der Beschäftigtenzahl oder Lohnerhöhung wirkt sich daher unmittelbar auf die Pensionsverpflichtungen aus.
Defizit Botsuanas auf Rekordniveau
Die steigenden Personalkosten fallen in eine Phase schwacher Einnahmen aus dem Diamantensektor. Für 2026/27 wird ein Haushaltsdefizit von umgerechnet rund 1,70 Milliarden Euro erwartet.
Die Regierung hat Reisebeschränkungen und strengere Kontrollen bei Beschaffungen eingeführt. Sie setzt jedoch auf eine schrittweise Haushaltskonsolidierung statt auf umfassende Kürzungen.