Belgien hat in Rabat seine Unterstützung für den marokkanischen Autonomieplan für die Westsahara bekräftigt und zugleich eine Ausweitung seiner konsularischen Zuständigkeit angekündigt. Die Erklärung erfolgte am 2. März nach Gesprächen zwischen beiden Außenministern.
Der belgische Vizepremier- und Außenminister Maxime Prévot erklärte nach einem Treffen mit seinem marokkanischen Amtskollegen Nasser Bourita, die Autonomieinitiative unter marokkanischer Souveränität sei „die angemessenste, ernsthafteste, glaubwürdigste und realistischste Grundlage“ für eine politische Lösung des Konflikts.
Konsularische Zuständigkeit für gesamtes Staatsgebiet
Prévot kündigte an, Belgien werde seine Haltung auch diplomatisch und wirtschaftlich umsetzen. Das belgische Generalkonsulat in Rabat sei künftig ausdrücklich für das gesamte marokkanische Staatsgebiet zuständig, einschließlich der Region Westsahara.

Zudem soll der belgische Botschafter in Rabat die Region Westsahara besuchen, um wirtschaftliche Initiativen vorzubereiten. Geplant sind unter anderem Unternehmensreisen sowie regionale Wirtschaftsmessen mit Beteiligung belgischer Firmen.
Die belgische Position knüpft an eine gemeinsame Erklärung vom 23. Oktober 2025 in Brüssel an. Darin hatte Belgien die Bedeutung der Westsahara-Frage für Marokko hervorgehoben und die Region im Kontext der marokkanischen Souveränität verortet.
Ausbau wirtschaftlicher Zusammenarbeit
Außenminister Bourita sprach von einer positiven Dynamik in den bilateralen Beziehungen. Belgien sei ein wichtiger Partner in den Bereichen Finanzen, Tourismus, Handel und Investitionen. Beide Seiten verwiesen auf eine im Oktober vereinbarte Roadmap zur Vertiefung der Zusammenarbeit.
📹: 🇲🇦-🇧🇪 أجرى السيد الوزير ناصر بوريطة، يومه الاثنين بالرباط، مباحثات مع نائب الوزير الأول، وزير الشؤون الخارجية والشؤون الأوروبية والتعاون الإنمائي بمملكة بلجيكا، السيد ماكسيم بريفو pic.twitter.com/mEur91DML6
— الدبلوماسية المغربية 🇲🇦 (@MarocDiplo_AR) March 2, 2026
Prévot kündigte für 2027 eine belgische Wirtschaftsmission nach Marokko an. Belgische Unternehmen zeigten Interesse an Projekten im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2030, der Energie- und Digitalwende sowie im Wassersektor.
Marokko strebt nach Angaben Bouritas an, Belgien innerhalb von zwei Jahren unter die zehn wichtigsten Wirtschaftspartner des Landes zu bringen.
Sicherheits- und Migrationsdialog
Neben wirtschaftlichen Fragen standen auch Sicherheits- und Migrationsfragen auf der Agenda. Beide Minister betonten die Bedeutung der Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Terrorismus, organisierter Kriminalität und irregulärer Migration.

Prévot erklärte, der strukturelle Dialog in Migrationsfragen solle fortgesetzt werden. Beide Länder arbeiteten „mit Menschlichkeit und Verantwortung“ an der Steuerung entsprechender Verfahren.
Die Gespräche unterstreichen die strategische Ausrichtung der marokkanisch-belgischen Beziehungen und die wachsende wirtschaftliche Einbindung belgischer Akteure in Projekte im Süden Marokkos.