Algeriens Generalstabschef Saïd Chanegriha hat angesichts der aktuellen internationalen Lage vor einer Rückkehr von Krieg und militärischen Interventionen gewarnt. Bei einer Zeremonie im Verteidigungsministerium in Algier sprach er von schnellen und gefährlichen geopolitischen Umbrüchen, die auch die Staaten des globalen Südens treffen könnten. Damit setzt die algerische Militärführung in einer Phase wachsender Spannungen in der Region ein deutliches Signal zur sicherheitspolitischen Wachsamkeit.
Chanegriha äußerte sich am Sonntag bei der traditionellen islamischen Festtag Eid-al-Fitr-im Sitz des Verteidigungsministeriums. Seine Aussagen standen im Zusammenhang mit den aktuellen militärischen Eskalationen in der Region und der breiteren internationalen Lage.
Chanegriha beschreibt eine internationale Ordnung unter Druck

Der Armeechef sprach von einer Weltlage, die durch die Rückkehr der Kriegsoption und militärischer Eingriffe geprägt sei. Zugleich beklagte er einen Bedeutungsverlust multilateraler Organisationen und eine Missachtung des Völkerrechts.
Diese Entwicklung, sagte Chanegriha, wirke sich auf die Souveränität der Staaten und auf ihre nationalen Entscheidungen aus. Gerade für Länder des Südens seien die Folgen dieser Veränderungen besonders relevant.
Appell an Öffentlichkeit und Institutionen
Vor diesem Hintergrund forderte Chanegriha, die nationale Öffentlichkeit mit großer Professionalität und klarem Blick für die tiefgreifenden geopolitischen Umwälzungen zu sensibilisieren. Es gehe darum, die Veränderungen in der Weltlage und ihre möglichen Folgen für die Länder des Südens frühzeitig zu verstehen.
🇩🇿 : Le chef d’état-major des forces algériennes appelle l’Algérie à renforcer sa cohésion face « au retour de l’option de la guerre et des interventions militaires, le recul du droit international et des changements géopolitiques affectant les pays du sud ». L’Algérie qui a un… pic.twitter.com/vSx1WMXFn7
— Infos Minutes (@InfosMinutesFR) March 22, 2026
Mit diesem Appell rückte der Generalstabschef nicht nur die militärische Lage in den Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie politische und gesellschaftliche Akteure auf die internationalen Verschiebungen reagieren.

