Algerien prüft die Möglichkeit, Schafe aus Kenia zu importieren, um den Bedarf für das islamische Opferfest Eid al-Adha zu decken. Eine algerische Delegation reiste Anfang März nach Nairobi, um die Produktionskapazitäten und veterinärmedizinischen Standards des ostafrikanischen Landes zu bewerten.
Nach Angaben der algerischen Botschaft in Nairobi fanden am 5. März Gespräche zwischen dem kenianischen Landwirtschafts- und Viehzuchtminister Mutahi Kagwe und dem algerischen Botschafter Farid Ouahid Dahmane statt. Im Mittelpunkt standen Kooperationen in Landwirtschaft und Viehzucht sowie mögliche Handelsbeziehungen.
Algerisches Importprogramm weckt internationales Interesse
Algerien plant, rund eine Million Schafe zu importieren, um die Nachfrage zum Eid al-Adha im Jahr 2026 zu decken. Das Programm hat das Interesse mehrerer Exportländer geweckt. Neben Mauretanien bemüht sich nun auch Kenia um Zugang zum algerischen Markt.
Der kenianische Landwirtschaftsminister Mutahi Kagwe erklärte, Nairobi wolle sich langfristig als Lieferant für Algerien positionieren. Nach Angaben der kenianischen Regierung bietet das Programm eine bedeutende Exportchance für lokale Viehzüchter und Händler.
Die Schafzucht spielt in Kenia eine wichtige wirtschaftliche Rolle. Sie trägt rund 42 Prozent zum landwirtschaftlichen Bruttoinlandsprodukt des Landes bei. Statistiken aus dem Jahr 2024 beziffern den Bestand auf mehr als 26 Millionen Schafe.
Exportpotenzial trotz weiter Transportwege
Kenia verfügt über Erfahrung im Export von Vieh in den Nahen Osten. So wurden in den vergangenen Jahren größere Mengen von Schafen und Ziegen nach Oman exportiert.

Die Transportkosten nach Algerien könnten aufgrund der langen Distanz höher ausfallen als bei Lieferungen aus europäischen Ländern wie Spanien oder Rumänien. In der Branche gilt jedoch, dass niedrige Produktionskosten in Exportländern einen Teil der höheren Transportkosten ausgleichen können.
Große Viehtransporte per Schiff reduzieren die Kosten pro Tier deutlich. Branchenvertreter verweisen darauf, dass bei Transporten mit mehreren tausend Tieren die Seefracht einen vergleichsweise geringen Anteil am Endpreis ausmachen kann.
Algerien sucht langfristige Lösungen für Versorgung
Die geplanten Importe stehen im Zusammenhang mit der Versorgung des Marktes vor religiösen Festtagen, an denen die Nachfrage nach Schafen traditionell stark steigt.
Gleichzeitig diskutieren die Behörden in Algerien Maßnahmen zur Stärkung der heimischen Viehzucht. Landwirtschaftsminister Yacine Oualid hat wiederholt betont, dass moderne Produktionsmethoden und effizientere Verwaltungsverfahren notwendig seien, um die lokale Produktion zu steigern.
Neben der Verbesserung der Futterproduktion setzen die Behörden auch auf Programme zur Modernisierung der Landwirtschaft und zur Unterstützung von Viehzüchtern.